Vom fensterlosen Klassenzimmer nach Japan

Ich bin Wienerin und studiere momentan Visuelle Effekte für Filme in Hollywood. Zwischen meinen anstrengenden vier Viertelsemestern im Jahr habe ich jeweils im Durchschnitt zwei Wochen Urlaub, in denen ich so viel wie möglich unternehmen will, bevor es für elf Wochen wieder ins fensterlose Klassenzimmer zurückgeht. Diesmal habe ich mich fürs mysteriöse Japan entschieden.

Der Flug von LA nach Japan beträgt ca. elf Stunden. Zur Zeit der Ankunft waren mein Freund und ich schon knappe 24 Stunden wach und waren noch immer ein Zeitl von unserem Airbnb Bett entfernt. Auf dem Flughafen mussten wir uns um zwei Dinge unbedingt kümmern: Geld und Wifi.
Mit 2.000 amerikanischen Bucks im Gepäck – unser volles Budget für zwei Personen und elf Tage – ging ich zur Flughafen-Wechselstube und wechselte 300$ USD. Den Rest würde ich in der Stadt tauschen, denn ich wollte mich dem gemeinen Flughafen-Wechseltarif nicht zur Gänze beugen. Aus 300 Dollar wurden ca. 30.000 Yen. Es ist einfach zu kalkulieren: 1 Euro/Dollar = 100 Yen.
Anschließend ging‘s zum Wifi-Standl, der glücklicher Weise direkt nebenan lag. Die lebensnotwendigen Dinge sind immer dicht beieinander…
Dort hatten wir die Wahl zwischen SIM-Karte und WiFi-Walker (ein mobiler Mini WiFi Router). Wir einigten uns auf den Walker, um das Herz unserer iPhones nicht herausreißen zu müssen. WhatsApp und dergleichen wollten wir ja weiterhin problemlos benutzen. Den Walker gab’s um rund elf Dollar pro Tag – bei elf Tagen war das schon ein bisschen in Richtung Abzocke, aber den Flughafen ohne Internet hätte ich im Leben nie verlassen.

Auf zur Bahn

Dann ging’s ab zur Bahn, die dem Flughafen gleich angeschlossen ist. Als wir hektisch und todmüde suchend, durch den Aurport eilen, sehe ich eine lange Zweierreihe von Teenagern. Alle in Schuluniform, die stark an Anime erinnerten. Die kichernden Mädchen ausschließlich zuerst, erst dann folgen die Jungs – weniger geordnet natürlich. Genau DAS Klischee, das ich hier zu finden hoffte musste ich festhalten.
Das Bahnnetz in Japan hat uns nie im Stich gelassen. Wir kamen mittels Öffis überall hin.

Tipp: In Japan gibt es mindestens zwei große Bahnanbieter. Wie bei uns in Wien die Wiener Linien und die ÖBB. Umgelegt auf Japan die Subway und die JR Line. Alles was Du wissen musst ist, dass Du dir bei einem Automaten am besten die ICOCA Card zulegst. Diese Karte lädst Du mit Yen auf und dann wischt Du jedes Mal über die Schranken, wenn Du eine U-Bahn betrittst. Wenn das Guthaben futsch ist, lassen die Schranken Dich nicht durch und Du musst bei den Automaten die Bestehende Karte neu aufladen und schon bist Du wieder „good to go“. Wir haben die ersten fünf Tage Tickets gekauft, was unglaublich nervenaufreibend war, weil wir den Preis selbst kalkulieren mussten (jeweils abhängig wie weit man fährt) und somit mussten wir auch wissen, wohin wir fahren. Wirklich nervend man sich eigentlich einfach treiben lassen will. Jedes Mal Subway oder Bahn dauerte also länger als nötig. Daher ICOCA!

Es ist einfach zu kalkulieren: 1 Euro/Dollar = 100 Yen.

Die Karte kostet übrigens 500 Yen, das sind rund fünf Euro. Uns wurde zwar versprochen, dass man sie zurückgeben kann und den Deposit erhält, aber auf Anfrage am letzten Tag konnte uns niemand sagen, wo! Weil nämlich niemand in Japan, ob in der U-Bahn oder Bahn, Englisch spricht! Ich hab meine Karte als Souvenir immer noch

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