Neuseeland

Roadtrip am schönsten Ende der Welt

Weiter weg? Geht nicht! Von Wien aus sind es fast 18.000 Kilometer, und damit liegt Neuseeland im wahrsten Sinne des Wortes am anderen Ende der Welt. Seine Schönheit ist legendär, seine Vielfalt unübertroffen. Der „Traveller“ hat sich mit einem Campervan auf Roadtrip begeben.

Aotearoa. Das Land der langen, weißen Wolke. So haben der Legende nach die Vorfahren der Maoris jene Inseln genannt, die sie vor rund 800 Jahren auf ihrem Weg von Polynesien entdeckt haben: das heutige Neuseeland. Dass es keinen passenderen Namen für diesen Ort im Südpazifik geben könnte, beweist die eigene Erfahrung. Hier wirkt der Himmel weiter, das Wolkenspiel bizarrer und jeder Sonnenuntergang spektakulärer als Zuhause. Wir wollen der Natur ganz nahe sein und starten unseren Roadtrip daher im Campervan. Unser Modell von „Escape“ (www.escaperentals.co.nz) ist kostengünstig, praktisch und obendrein ziemlich cool. Der Van ist klein genug für die oft kurvigen Straßen, bietet dabei gemütlich Platz für zwei Erwachsene. Jedes Fahrzeug ist zudem ein individuelles Meisterwerk, dafür sorgen die bunten Motive verschiedener Graffitikünstler.

Die Südinsel

Te Wai-pounamu – so nennen die Maori die Südinsel. Sie ist größer, unberührter, rauer und vor allem menschenleerer als ihre nördliche Nachbarin. Hier dominieren die Berggipfel und Gletscher der Südalpen, die riesigen Seen und die Naturparks. Eine der spektakulärsten Gegenden ist der Fjordland Nationalpark im Westen der Südspitze, das Städtchen Te Anau ist das Tor zu dieser Welterbe-Region. Ein kleiner Teil der Wildnis lässt sich auf diversen Wanderrouten erkunden, oder mit viel Action am Wasser – in einem Jetboot von Fjordland Jet (www.fjet.nz). Die tierischen Superstars in dieser Gegend sind die Glühwürmchen. Nicht wie wir sie in Europa kennen - die Art der „Arachnocampa luminosa“ kommt ausschließlich an einigen wenigen Plätzen in Neuseeland vor, wie etwa in den Te Anau Glowworm Caves. (www.realjourneys.co.nz)  

Das unbestrittene Highlight in Fjordland ist der Milford Sound. Er ist der wohl bekannteste, und für viele auch der schönste Fjord der Welt. Eine 120km lange Sackgasse führt durch eine surreal schöne Landschaft hinein in den Fjord. Als hätte jemand alle paar Kilometer ein Juwel platziert: die Mirror Lakes, die Chasm-Wasserfälle, die immer dramatischere Kulisse aus schroffen Steilwänden und spitzen Berggipfeln. Und schließlich – als krönender Abschluss – der Milford Sound. Auf dem charmanten Boot von „Cruise Milford“ (www.cruisemilfordnz.com) schippern wir in kleiner Gruppe gut zwei Stunden lang übers Wasser, umgeben vom gewaltigen Bergmassiv und imposanten Wasserfällen.

Gletscherseen

Wie Perlen sind die malerischen Seen an der Ostseite der Südalpen Neuseelands aufgefädelt. Am Lake Wanaka gibt’s unzählige Wandermöglichkeiten, wir entscheiden uns für den Rocky Mountain Diamond Lake Walk. Er ist weniger überlaufen als der Aufstieg zum Roy´s Peak, aber landschaftlich abwechslungsreicher. Ums Eck, am Lake Hawea, lässt es sich in „The Camp“ herrlich chillen (www.thecamp.co.nz). Nach dieser Idylle wird die Umgebung am Lake Pukaki wieder dramatischer. Das Gletscherwasser im riesigen See leuchtet uns in tiefem Türkis entgegen. Zunächst am Ufer entlang, dann immer tiefer ins weite Tal vordringend, liegt am Ende nicht nur der Tasman Glacier vor uns, sondern auch der höchste Berg Neuseelands, der Mount Cook. „Geht’s überhaupt noch spektakulärer?“ fragen wir uns. Zu unserer Überraschung lautet die Antwort „Ja!“. An den Lake Tekapo, einen weiteren milchig-türkisen Gletschersee nur 40 Minuten entfernt, verlieren wir endgültig unser Herz. Er ist ein Gesamtkunstwerk: der riesige See mit seiner surrealen Farbe, umgeben von schneebedeckten Berggipfeln, und dazu abertausende Lupinen, die im Frühjahr am Seeufer blühen.

Einen weiteren Ort voll sanfter Schönheit finden wir auf der Otago Peninsula vor den Toren der Hafenstadt Dunedin. Hier schmiegen sich sanfte, saftig grüne Hügel ans Meer. Idylle pur - und einen fantastischen Schlafplatz bei Campervan-Überdruss - bietet das malerische Larnach-Castle. (www.larnachcastle.co.nz) Weiter Richtung Norden, der Ostküste entlang, warten schließlich noch die Moeraki Boulders, die riesigen kugelförmigen Felsen am Koekohe Beach.

Die Nordinsel – Te Ika-a-Māui 

Cape Reinga – der nördlichste Punkt Neuseelands und zugleich einer der magischsten Orte. Hier trifft vor der gigantischen Küsten-Kulisse die tasmanische See auf den Pazifik. Zwei Ozeane vereinen sich, das hat diesen Platz schon für die Maoris so speziell gemacht. Ihrem Glauben nach kommen die Spirits der Verstorbenen hierher, um ihre Reise zum ewigen Zuhause anzutreten. Die besondere Energie des Kaps vereinnahmt uns dann tatsächlich, als wir am Grat der Klippen entlang zum Te Werahi Beach aufbrechen.

Nicht nur an Land, auch unter Wasser trumpft Neuseeland mit seiner Schönheit auf. Wir bewegen uns die Ostküste entlang und haben das Tauchrevier der Poor Knights im Visier. Von Tutukaka aus starten die Tagestouren zu diesem unberührten Insel- und Unterwasserparadies. Ob beim professionellen Tauchen oder beim Schnorcheln: sobald man die riesigen bunten Fischschwärme zu Gesicht bekommt, weiß man wieso dieser Spot als eines der besten Unterwasserreviere der Welt gilt.

Von der City zum Strand

Nach Auckland sind es jetzt nur mehr knapp 3 Stunden. Zu den Höhepunkten zählen ein Segeltörn vor der herrlichen Skyline und ein Besuch des 328m hohen Sky Tower. Zurück in die Natur begeben wir uns nun auf die Coromandel Peninsula. Hier warten neben dem berühmten Hot Water Beach und der Cathredal Cove auch versteckte Highlights wie das winzige Opoutere: ein 14 Kilometer langer, meist menschenleerer Sandstrand, dazu ein paar lässige Surfer und ein sympathischer Campingplatz (www.opouterebeach.co.nz). Zum Abschluss geht’s nach Rotorua – das blubbernde und zischende Zentrum des Landes. Ob beim Baden im Schlamm (www.hellsgate.co.nz), einer Wanderung durch das weltweit jüngste geothermale Areal im Waimangu Vulcanic Valley (www.waimangu.co.nz) oder beim Beobachten der großen Geysire: den Aktivitäten der Erde kann man hier ganz nahe sein. Außerdem findet man einen der wenigen ursprünglichen Wälder des Landes. Bei einer Tour über Hängebrücken und Ziplines lernt man das Paradies aus der Vogelperspektive kennen. (www.canopytours.co.nz). Unfassbar viele Erlebnisse und unfassbar spektakuläre Natur warten in Neuseeland auf jeden Besucher, der das andere Ende der Welt erkunden möchte.

Anreise

Mit dem preisgekrönten Service von Singapore Airlines geht es ab Frankfurt, München oder Zürich zunächst nach Singapur. Der faszinierende Stadtstaat bietet sich für einen Stopover an, bevor es dann mit einem rund elfstündigen Flug weitergeht nach Auckland. Unübertroffen sind der Charme und die Aufmerksamkeit des Bordpersonals, kein Wunder also dass Singapore Airlines in den TripAdvisor-Kundenbewertungen 2019 als „Beste Airline der Welt 2019“ ausgezeichnet wurde. www.singaporeair.com

Übernachtungs-Tipps

Wer vom Leben im Campervan auch ab und zu mal eine Pause braucht, findet hier außergewöhnliche und empfehlenswerte Unterkünfte.

  • Auckland – Avani Metropolis Residences: Ein bisschen wie zuhause fühlen kann man sich in den Apartments von Avani. Küche, Wohnzimmer, Balkon, Waschmaschine tun nach ein paar Wochen im Camper ganz gut. Die Lage ist zentral, nur ein paar Gehminuten vom Sky Tower entfernt, ein schöner Park sowie hippe Lokale und Shops liegen vor der Tür. www.avanihotels.com
  • Duntroon – Black Cabin: In der Nähe der Elephant Rocks liegt dieses kleine Juwel. Heimelig, perfekt ausgestattet und idyllisch ist nagelneue Privatunterkunft. www.blackcabin.nz
  • Christchurch - Jailhouse Accommodation: Bis 1999 war das Gebäude ein Gefängnis, heute ist es die außergewöhnlichste Unterkunft in Christchurch. Man übernachtet in den ehemaligen Zellen. www.jail.co.nz
  • Oamaru - Highlands on Homestead: Ums Eck von den blauen Pinguinen in Oamaru warten hier noch mehr herzige Tiere. Man übernachtet im eigenen Cottage mit Top-Ausstattung. Auf der Farm gibt’s Schafe, Alpakas und Hochlandrinder. highlandsonhomestead@gmail.com
  • Onewhero – Miller House: Ein Kleinod in der ländlichen Gegend südlich von Auckland. Gastgeberin Hilary hat das ehemalige Farmhaus aus dem Jahr 1895 in ein luxuriöses B&B verwandelt. Vom riesigen Schlafzimmer blickt man in den Garten, das Frühstück wird auf der Veranda serviert. www.millerhouse.co.nz
  • Tutukaka – Lodge9: Herrliches Beachfeeling findet man in dieser Boutique-Unterkunft. Die Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, das riesige Wohnzimmer mit Kamin und die Küche stehen allen Gästen zur Verfügung. www.diving.co.nz
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