Malediven

Atoll„e“ Insel!

Die Malediven stehen bei Tauchern und Schnorchlern hoch im Kurs, gelten aber vor allem für „normale“ Strand- und Badeurlauber als absolute Traumziele. Das neueste Projekt von Chaluk führte den österreichischen Fotokünstler kürzlich in dieses Sehnsuchtsziel, auf die Insel Fuvahmulah. Die Freude auf weiße Sandstrände, luxuriöse Wasserbungalows, entspannende Massagen nach abenteuerlichen Tauchgängen und fruchtige Cocktails im Sonnenuntergang war schon bei der Planung für „TIGER“, so der Titel der neuen Ausstellung, hoffnungsfroh groß. 

Es sollte aber gänzlich anderes auf Fuvahmulah warten, denn die Insel, die man umgangssprachlich als „a tolle Insel“ bezeichnen könnte, ist noch ein echtes Kleinod im maledivischen Inselreigen. Es sollte eine Reise zurück zum Ursprung der Malediven werden, neben weißem Puderzuckerstrand wartet dieser Teil der Malediven noch mit natürlichen Außergewöhnlichkeiten auf: Zwei Süßwasserseen im Inselinneren und vor allem (noch) keine Hotels, gewohnt wird in urigen Guesthouses mit viel einheimischem Flair. Und, Fuvahmulah liegt fast am südlichsten Zipfel der Malediven und ist gleichzeitig Atoll und Insel, also Atoll„e“ Insel, was sie ziemlich einzigartig macht.

Reise mit großem Gepäck

Die Reise beginnt mit 58 Kilogramm Kamera- und ca. 100 Kilogramm Tauchequipment am Flughafen Wien. Für einen reisenden Unterwasserfotografen grundsätzlich immer eine Herausforderung, nicht aber auf dieser Tour. Denn geflogen wird mit Emirates Airline in der Business-Class. Somit gibt es was mein ganzes Klumpert betrifft, nichts zu diskutieren und einem entspannten Flug über Dubai nach Male steht nichts mehr im Weg. Auch kein Drink an der Bar im 380er Airbus, denn was auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen dekadent anmutet, ist eine sehr genussvolle Sache und der passende Beginn eines großartigen Abenteuers.

Ziemlich relaxed lande ich in Male, der Weg mit meinem „kleinen“ Gepäck zu den Inselflügen ist Gott sei Dank nicht weit. Mit Maldivian geht es zweimal täglich in einem „Sprudler“ in 90 Minuten weiter Richtung Fuvahmulah. Maldivian ist was die Flugzeiten betrifft, eher spontan. Also unbedingt ausreichend Transitzeit einplanen, denn es kann schnell(er) gehen aber auch länger dauern. Ja, und dann wäre noch das Handgepäck, das sollte mit fünf Kilogramm eher klein gehalten werden und maximal so groß wie eine Handtasche sein. Was für meine sensiblen „Kleinigkeiten“ bedeutete, im Vorfeld eine entsprechende Permit zu beantragen. Sollten also auch Sie mit Kamera-Tauch-Equipment fliegen, lohnt die Kontaktaufnahme mit Maldivian Air Taxi vorab, um die notwendigen Genehmigungen zu erhalten und um nicht die Frage beantworten zu müssen: „Either you or your equipment is flying“. 

Tauchen im Tiger-Zoo

Noch vor wenigen Jahren war Fuvahmulah unter Tauchern relativ unbekannt. Erst 2018 öffnete man sich dem Tourismus, denn die Insel hat einen besonderen USP: Tigerhaie, diese Spezies kennt man von den Bahamas und dem berühmten „Tiger Beach“, wo Begegnungen mit ein bis zwei dieser besonderen Individuen Taucherherzen höher schlagen lassen. Auf Fuvamulah jedoch geraten Taucher im „Tiger-Zoo“ mit weit mehr als ein bis zwei dieser „possierlichen“ Tiere schon mal in Schnappatmung. Mein Rekord während meiner Tauchgänge waren 19 Tigerhaie, mit denen ich mehr oder weniger auf kuscheliger Tuchfühlung war. Sie mögen mich für nicht ganz dicht halten, aber Tauchen mit diesen Tieren macht süchtig und Angst war nie mein Begleiter. Wenn man weiß, dass man unter Wasser nur Besucher ist und sich entsprechend respektvoll verhält, minimiert sich das Risiko nahezu auf null. Und man lernt diese majästetischen Tiere zu lesen und zu unterscheiden. Denn wie jeder Mensch seinen Fingerabdruck hat, haben auch Tigerhaie ihre eigene Musterung, die sich anhand der geschossenen Aufnahmen auch ganz leicht kategorisieren und identifizieren lassen. Und so ist man an diesem Tauchspot, der sich als solcher bereits in der Taucherszene herumgesprochen hat, mit seinen „Lieblingshaien“ quasi bald gut Freund. Damit ist aber auch das Wettrennen unter den Tauchern eröffnet, denn jeder Unterwasserfanatiker möchte einmal hier gewesen sein, bevor richtig, der Mensch, diesen noch intakten Lebensraum, beginnt zu zerstören. Schätzungen zufolge sollen im „Tiger-Zoo“ zwischen 200 und 300 stationäre Tiere leben. Warum gerade hier, ist einfach beantwortet: Die Insel ist aufgrund ihrer Lage mitten im Ozean und ohne einschließendes Atoll gerade für Fischer ein besonders ertragreicher Ort, hier gefangene Fische werden auch innerhalb der Malediven exportiert. Die Fischabfälle wiederum stellen für die Tigerhaie und andere Fische eine sichere Nahrungsquelle dar, die Tiere sind schon vor Jahren, als es noch keinen Tourismus gab, bis in den Hafen geschwommen, weil sie wussten: Hier gibt’s Futter. 

Nun kommt der Tauchtourismus dazu, was für die Insel und ihre Bewohner eine weitere einträgliche Einnahmequelle eröffnet. Aber Achtung: Tauchen im „Tiger-Zoo“ und an den umliegenden Riffen ist wirklich nur erfahrenen Tauchern zu empfehlen. Denn abgesehen von den Begegnungen mit Tigerhaien, erfordert gerade die Lage der ­Tauchplätze im offenen Meer aufgrund von starken Strömungen Erfahrung und einen perfekten Umgang mit dem Tauchequipment. 
Auch Fuchs-, Hammer- und Walhaie trifft man in der Unterwasserwelt rund um Fuvahmulah. Hammerhaie treten zur Saison in großen Schulen auf, ebenso wie Oceanic Mantas, die zu den größten Rochenarten zählen. Korallen leuchten hier aufgrund des nährstoffreichen Wassers in einer noch nie gesehen Pracht, es ist keine Korallenbleiche erkennbar und ich habe hier Gorgonienwälder gesehen, wie ich sie so nur aus Bildern von Hans Hass kenne.  

Wo Licht da auch Schatten

Aber wie überall, ist auch dieser noch artenreiche und unverbrauchte Tauchspot potenzieller Anziehungspunkt für Schindluder. Den Tauchspot entdeckt und eröffnet, vermarktet und der breiten Masse zugänglich gemacht hat die russische Besitzerin des Fuvahmulah Dive Centers. Auch ich organisierte anfangs meine Tauchgänge dort, habe aber rasch festgestellt, dass hier weder die Sicherheit der Taucher noch der Schutz der Natur, sondern Geschäftemacherei erklärtes Ziel ist. Wirtschaftliches Denken muss und darf aus meiner Sicht aber nie im Widerspruch zu Menschen-, Umwelt-, Tier- und Naturschutz stehen. 

Wenn 14 Taucher, teilweise bei Check-Dives, von nur einem Guide zu „Tiger-Zoo“ begleitet werden, wo dann Fischabfälle zur Anfütterung der Tiere, weil diese sonst nicht näher kommen, sofort nach dem Abtauchen über die Taucher gekippt werden, war rasch klar, in welche Richtung hier „getaucht“ wird. Der „Höhepunkt“ war ein Tauchgang mit 30 Tauchern, ein absolutes no go für verantwortungsbewusste Tauchschulen und Guides. Die Liste der Unanständigkeiten könnte ich noch weiterführen, wie ich mit meinen mittlerweile mehr als 900 geloggten Tauchgängen glaube beurteilen zu können, was und was nicht den Standards entspricht. Das hier praktizierte und Erlebte leider nicht!

Es geht auch anders!

Der Tauchplatz „Tiger-Zoo“ befindet sich in der Hafeneinfahrt und ist daher besonders gefährlich. Mit Inah, Besitzer und Gründer der im Februar 2020 eröffneten Tauchbasis Pelagic Divers, gibt es nun auf Fuvahmulah einen lokalen Betreiber, der auf die Tauch-Grundsätze großen Wert legt und Natur und Tieren gebührenden Respekt zollt. Sicherheit bei den Tauchgängen ist oberstes Gebot, das war bereits bei meinem ersten Tauchgang mit Inah klar. Ich komme wieder, schon im April zur Oceanic Manta Saison und freue mich auf das Erlebnis Fuvahmulah 2.0.

TIGER - The New Exhibition

Die auf Fuvahmulah entstandenen Unterwasseraufnahmen werden in der neuen Ausstellung „TIGER“ im Juni 2020 gezeigt. Die Vernissage mit großem Eröffnungsevent findet am 26.06.2020, 18:00 Uhr, im Shopping Center Huma Eleven statt. Interessenten können sich unter bit.ly/ChalukNewsletter bereits für eine exklusive Einladung registrieren.

Mehr Informationen zu Chaluk und seinen bisherigen Ausstellungen unter: www.chaluk.com; Infos und Anfragen zum Taucherlebnis Fuvahmulah per E-Mail an: info@chaluk.com
www.emirates.com; www.pelagicdiversfuvahmulah.com
https://maldivian.aero/

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