Hapag-Lloyd Cruises

Die Verwandlung der Lady Europa

Seit mehr als 20 Jahren befährt die MS EUROPA die Weltmeere, 13 davon darf sich die elegante Lady mit dem 5* Plus Prädikat schmücken. Wie auch die jüngere MS EUROPA 2 seit ihrer Indienststellung ganz vorne im Berlitz Cruise Guide Ranking liegt und die 5* Plus Auszeichnung für 2020 bereits zum siebten Mal erhielt. Damit sind die zwei Luxusschiffe von Hapag-Llyod Cruises in der Kategorie der kleinen Kreuzfahrtschiffe (251 bis 750 Passagiere) die einzigen zwei Schiffe mit dieser Bestbewertung, die sie wohl auch so schnell nicht abgeben werden. Gerade die EUROPA präsentiert sich nach ihrem letztjährigen Werftaufenthalt in legerer Eleganz und setzt mit kulinarischen Höhenflügen der Extraklasse sowie einem neuen ganzheitlichen Wellbeing Konzept einmal mehr neue Maßstäbe im Luxuskreuzfahrtenbereich.

Es war kein blindes Experiment und auch keine Veränderung am treuen Kunden vorbei – der Stammgästeanteil der EUROPA beträgt mehr als 60 % – um der eleganten EUROPA einfach nur einen moderneren Anstrich zu verpassen. Wo EUROPA drauf steht, muss auch im 21. Jahr EUROPA drinnen sein. Ganzheitlich und der Klimaveränderung folgend auch nachhaltig. Beides für ein Schiff mit Baujahr 1999 eine Herausforderung, wobei gerade das Update der Umwelt zu Liebe für ein Schiff dieser Kleinheit fast schon der Quadratur des Kreises gleichkommt. Um das „Pickerl“, den TÜV, zu erhalten, gehen die Hapag-Lloyd Schiffe alle zwei Jahre in die Werft. Damit verbunden wird stets um viel Geld in knapper Zeit auch die Hardware einer umfassenden Erneuerung unterzogen, um eben das 5* Plus Niveau zu halten. So wurden bei den letzten beiden Wertfaufenthalten die Suiten – sagen Sie bitte nie Kabinen zu den großflächigen Wohnräumen (ab 27 m² plus sieben m² Balkon) – die Bäder, mit Badewanne, Duschkabine und großem Waschbecken aus feinstem Porzellan – auch nicht bloß einfache Nasszellen, sowie die auf die jüngere Klientel fokussierte Modernisierung des Spa-Bereichs einer Erneuerung unterzogen. 2019 hatte man bei Blohm & Voss allerdings Größeres am Plan, denn neben den baulichen Updates galt, die für noble Eleganz und altehrwürdige Kreuzfahrtraditionen stehende EUROPA ins moderne Luxusreisezeitalter zu überführen.

Warum man das tut, ist einfach erklärt: Die Gästestruktur der EUROPA verändert bzw. vermischt sich. Man fährt längst auch gerne mit der unkonventionelleren EUROPA 2 und den neuen 5* Boutique-Schiffen HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration, die den Expeditionsbereich gänzlich neu definieren und 2021 mit der HANSEATIC spirit ein weiteres 5* Luxus-Expeditionsschiff in der Flotte begrüßen werden. Die Zielgruppe der modernen deutschsprachigen Unternehmer gilt als reiseaffin, selbständig, aktiv und digital orientiert, die auf Reisen auf gediegenen aber unaufdringlichen Luxus, ein ausgewogenes Ernährungsangebot, viel Sport und Wellness aber auch Erlebnis und Erholung in entspanntem Umfeld Wert legt. Um diese moderne High-End Generation zu erreichen und zu binden, aber auch, um die Basis für ein neues Luxus-Schiff und somit für eine homogene Flotte zu legen, war ein entsprechendes Investment in die „ältere“ EUROPA notwendig. Mit einer konzeptionellen Veränderung, neuer Optik und neu gedachter Kulinarik nähert sich die EUROPA ein Stückweit an die legere Schwester an, ohne dabei ihre DNA, traditionelle Eleganz und Noblesse zu verlieren.

„Gäste und deren Ansprüche und Bedürfnisse an eine hochwertige Seereise verändern sich weg vom passiven Genießen hin zum aktiven Erleben, diesen Anforderungen folgen wir mit einem moderneren und legereren Konzept nun auch auf der EUROPA“, erklärt Negar Etminan, Sprecherin von Hapag-Lloyd Cruises, auf unserer Reise mit der „neuen“ EUROPA, die uns in einer Woche von Monte Carlo bis Neapel führen und damit ausreichend Zeit bieten wird, um alle Veränderungen und kulinarischen Neuheiten ausführlich zu testen.

Zwangloser Luxus

Kein Captain’s Dinner und Galadinner, kein starrer Dresscode, keine feste Tischplatzordnung, dafür mehr Zweier-Tische im EUROPA Restaurant lauten die gravierenden Veränderungen. Man hat also traditionelle Bräuche über Bord geworfen, weil diese in einer Marktforschung, bei der Kunden, Reisebüros und Mitarbeiter befragt wurden, für eine moderne Kreuzfahrt als nicht mehr passend bewertet wurden. „Der moderne Gast erwartet Flexibilität und keine starren Vorgaben und Zwänge“, so Etminan. Dementsprechend pflegt man nun auch auf der EUROPA tagsüber einen sportlich-legeren und abends den sportlich-eleganten Dresscode. Dinnerjacket und schwere Abendrobe können getrost zu Hause bleiben, lediglich beim Farewell Dinner ist elegantere Kleidung – Cocktailkleid für die Dame und der Herr im lässig-eleganten „George Clooney“ Stil mit oder ohne Krawatte – angesagt.

Der große Big Bang auf der EUROPA ist aber die Kulinarik, sind die neuen Restaurants und die damit einhergehende Sterneküche. Denn die ist mit Kevin Fehling und seinem „The Globe by Kevin  Fehling“ – vis-à-vis vom vergrößerten und nun in kräftigen Rottönen und typisch italienischem Design gehaltenen Venezia – und seiner kulinarischen Interpretation der Welt und des Universums auf der EUROPA eingezogen. Fehling kann als „Heimkehrer auf sein Schiff“ bezeichnet werden, denn der Sternekoch, der mit seinem Hamburger Spitzenrestaurant „The Table“ international reüssiert, kochte einige Jahre als Souschef rund um die Welt auf der EUROPA auf. Eine Zeit, wie er sagt, die ihn bis heute prägt und für seine weltoffene Kreativküche richtungsweisend war.

Fehling entführt mit seinen außergewöhnlichen wie mutigen Kreationen auf eine kulinarische Weltreise, die von der auf einer dunklen Wand funkelnden Milchstraße, den Planeten als kugelförmige Lampen oder Kristallgloben fürs Amuse-Gueule im minimalistisch gestalteten „The Globe“ entsprechend inszeniert wird. Bei derart vielen Sternen, die Fehling ob als Flaschenpost oder in Pharaoform in seinen unkonventionellen Kompositionen einer neungängigen feinst aufeinander abgestimmten Menüfolge aufs moderne Porzellan bringt und den Gast damit in völlig neue geschmackliche Sphären entführt, scheint eine Steigerung schwer vorstellbar.

Der Kaviar ist der Star

Die gelingt dennoch, mit Schwarzem Gold. Mit Kaviar, ob Saiblingskaviar, Beluga di Venezia, Ossetra oder Caviar d’Aquitaine Prunier, im „Pearls“, dem neuen Restaurant auf Deck 7 ist der Kaviar der Star. Das „Pearls“ ist eine grandiose Idee, ein wunderbarer Ort, an dem ob an der Theke, an kleinen Tischen oder im Freien mit Blick auf den nächtlichen Ozean eine von Michael Hoffmann kreierte besondere kulinarische Reise zelebriert wird. Der Spitzenkoch und nunmehrige Corportate Chef von Hagag-Lloyd Cruises verpackt in sein siebengängiges „Schätze des Meeres“ Menü rund 90 Gramm Kaviar, der sich harmonisch an Sushi-Reis, Langusten, Konfitüre von weißen Zwiebeln oder aromatischen Lauchcreme, an abgeflämmte Jakobsmuscheln oder zartes Beef Tartar schmiegt und aus simplen gedünsteten Karotten eine Geschmacksexplosion am Gaumen verursacht, die süchtig macht.

Mit dem „Pearls“, das Schmuckkästchen, wie es Gabi Haupt, Leiterin des Produktmanagements der EUROPA nennt, setzt man auf der EUROPA gänzlich neue kulinarische Akzente, die jeder Gast zumindest einmal auf seiner Reise ohne Aufpreis genießen kann. Lediglich die Tischreservierung ist notwendig, und die empfiehlt sich, so bald als möglich vorzunehmen. Passende Weinpakete können ab 19 Euro pro Person mitbestellt werden. Nur wie ist das mit der Nachhaltigkeit – der wildlebende Stör gilt ja als gefährdete Art – vereinbar? Nun, an Bord der EUROPA und damit auch im „Pearls“ wird ausschließlich Kaviar aus kontrollierter Aufzucht verwendet, wovon wir uns bei einem Blick in den bestens bestückten Kaviarkeller überzeugen konnten.

Abends Sterneküche und Kaviar – es muss nicht ausdrücklich erwähnt werden, dass man auch im Venezia, im EUROPA Restaurant und im Lido Café erlesene Kulinarik pflegt – bedingt dann morgens ein wenig gastronomische Achtsamkeit. Und die wird mit dem neuen ganzheitlichen „Refresh Yourself“ Programm mit Yoga, Fitness und Entspannung – teils mit Vorträgen der bekannten Medizinerin Anne Fleck serviert. Mit ihrem „Doc Fleck“ Frühstück können Gäste täglich gesund und ausgewogen in den Tag starten und danach am „Les Mills“ Gruppenfitnessprogramm – exklusiv auf der EUROPA – teilnehmen.

Zum Schutz für Flora & Fauna

Ein neues Konzept, eine neue Optik und kulinarische Höhenflüge sind auf einem Schiff der Größe und des Alters einer EUROPA im Gegensatz zu Umwelt- und Klimaschutz einfacher umzusetzende Maßnahmen. So wurden in der letzten Werft die Ballasttanks erneuert und an die neuen Erfordernisse der International Maritime Organization (IMO) angepasst. Um, so Kapitän Olaf Hartmann, die Verschleppung von Flora und Fauna von einem Fahrtgebiet ins andere zu vermeiden.

Auch hätte man gerne ein umweltfreundlicheres Antriebssystem eingebaut, dafür, so Hartmann, ist das Schiff aufgrund seiner Kleinheit jedoch nicht geeignet. „Es fehlt einfach der Platz für Scrubber, Batterien oder LNG-Tanks.“ Dafür werden alle Schiffe von Hapag-Llyod Cruises ab Juli 2020 nur noch mit Marinegasöl – MGO weist mit 0,1 % den geringsten Schwefelgehalt auf – unterwegs sein.

Weitere Infos unter www.hl-cruises.de 

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