WTTC

Roadmap fürs Klima

Die vom World Travel & Tourism Council (WTTC) initiierte "Net Zero Roadmap" soll der Reise- und Tourismusbranche den Weg in Richtung klimaneutraler Wirtschaft weisen.

Während die Welt aktuell nach Glasgow blickt, wo gerade Staats- und Regierungschefs auf der 26. UN-Klimakonferenz über die Zukunft des Weltklimas debattieren und längst notwendige Maßnahmen zur Lösung der Klimakrise besprechen, präsentiert das WTTC die "Net Zero Roadmap", die der Tourismusbranche als hilfreicher Leitfaden für die Klimakrise dienen soll. In Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und Accenture enthält die Roadmap konkrete Richtlinien und Empfehlungen, die Reise- und Tourismusunternehmen unterstützen soll. Die großen Herausforderungen werden aufgezeigt bzw. konkret erläutert und gezielte Klimaschutzmaßnahmen und Emissionsreduzierungen fokussieren auf die unterschiedlichsten touristischen Bereiche, um dem jeweiligen Reise- und Tourismussektor mit konkreten Maßnahmen den Weg in Richtung Netto-Null-Emission bis 2050 aufzuzeigen.

Soll und Haben

Die Net Zero Roadmap des WTTC macht aber auch deutlich, wie stark der Tourismussektor vom Klimawandel betroffen ist, da er sich auf Reiseziele in der ganzen Welt auswirkt. Aber, wie viele andere Branchen ist auch der internationale Tourismus für die Klimakrise mitverantwortlich und „steuert“ jährlich schätzungsweise acht bis zehn Prozent zur Negativbilanz bei. Das ist nicht Nix, daher kommt dem Welt-Tourismus im angepeilten Turnaround des Klimawandels auch eine Schlüsselrolle zu, die, wie in der Roadmap dargelegt, mehr Ambitionen und differenziertere Dekarbonisierungsansätze erfordert.

„Viele Reiseziele sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, wie dem Anstieg des Meeresspiegels, der Abholzung von Wäldern und dem Verlust von Tier- und Pflanzenarten. Die Reise- und Tourismusbranche kann ein Katalysator für Veränderungen sein, hat aber vor allem auch eine große Verantwortung den Menschen und dem Planeten gegenüber. Es ist absolut entscheidend, dass der private und der öffentliche Sektor gemeinsam daran arbeiten, das Pariser Abkommen zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg zu verhindern. Die Tourismusbranche kann Teil des Wandels sein, der dringend erforderlich ist, um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen,“ argumentiert Julia Simpson, Präsidentin und CEO des WTTC.

Die Reiseindustrie befindet sich nach schwierigen Jahren im Umbruch, es bietet sich aber eine Gelegenheit, verantwortungsvoll umzubauen und den Übergang zu einer Netto-Null-Zukunft für die Branche zu beschleunigen, ist man überzeugt. Dafür, so die Managing Directorin und Leiterin der Accenture Travel Industry Group, Emily Weiss, stellt die Net-Zero-Roadmap einen pragmatischen wie ehrgeizigen Aktionsplan dar, der der Branche helfen wird, reale und sichtbare Ziele zur Verringerung ihrer CO2-Emissionen zu setzen und somit Transparenz zu schaffen. "Die Roadmap zeigt die großen Hebel auf, mittels derer der Reiseverkehr die Wende bei den Emissionen herbeiführen kann und die Bausteine für einen sinnvollen Wandel dar- und bereitstellt."

Schlagzahl erhöhen

Je nach Emissionsprofil und der Schwierigkeit, Treibhausgasemissionen zu verringern, wird die Branche in drei Gruppen eingeteilt. Bestimmte Wirtschaftszweige könnten bereits vor 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen, wenn ehrgeizigere Ziele gesetzt und unterschiedliche Dekarbonisierungsansätze verfolgt werden.

Konkret fokussiert die Roadmap auf die fünf Schlüsselindustrien des Reise- und Tourismussektors: Unterkünfte, Reiseveranstalter, Luftfahrt, Kreuzfahrten und Tourismusvermittler wie Online-Reisebüros (OTAs) und Metasuchmaschinen, appelliert aber an alle touristischen Wirtschaftszweige und Unternehmen ihre Ambitionen, wo immer möglich, zu erhöhen und gibt dazu detaillierte Empfehlungen:

  • Basiswerte und Emissionsziele festlegen, um individuelle und sektorale Ziele zu erreichen
  • Regelmäßige Überwachung und Berichterstattung über die Fortschritte
  • Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Branchen und Behörden
  • Bereitstellung der für den Übergang erforderlichen Finanzmittel und Investitionen
  • Bewusstseinsbildung und Aufbau von Wissen und Fähigkeiten zum Klimawandel

Das WTTC appelliert an alle Staats- und Regierungschefs dem Reise- und Tourismussektor sowie anderen Wirtschaftszweigen die gleiche Unterstützung zukommen zu lassen und gibt den Regierungen Empfehlungen, wie sie den Tourismussektor, der vor der Corona-Pandemie 10,4 % des globalen BIP (9,2 Billionen US-Dollar) ausmachte, bei der Bewältigung der klimatischen Herausforderungen und der Erreichung der Klimaneutralität unterstützen können.

Am gemeinschaftlichen Prozess waren u.a. Organisationen wie der World Wide Fund for Nature (WWF), die International Air Transport Association (IATA), die Air Transport Action Group (ATAG), die Cruise Lines International Association (CLIA), Travalyst und die SHA (Sustainable Hospitality Alliance) beteiligt.

Den vollständigen Bericht finden Sie unter action.wttc.org/climate-environment

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