WTTC

Alles eine Frage des Willens

Die weltweit langsame Erholung der Reise- und Tourismusbranche beeinträchtig sowohl die Arbeitsplatzsituation als auch das wirtschaftliche Wachstum, wie eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des WTTC zeigt.

Bei einer langsameren als bisher erwarteten Erholung wird der Beitrag aus dem Tourismus zum BIP nur um weniger als ein Drittel steigen. Rund 19 Mio. Arbeitsplätze in der Reise- und Tourismusbranche sind dadurch gefährdet, so das Ergebnis der neuesten Studie des World Travel & Tourism Council (WTTC). Jedoch, könnten die Regierungen mit gezielten und raschen Maßnahmen dafür sorgen, dass die Zahl der Arbeitsplätze bis 2022 das Niveau von 2019 übersteigt.

Die Erholung des weltweiten Tourismussektors wird durch den Mangel an internationaler Koordination, strikten Reisebeschränkungen und langsameren Impfquoten in viele Regionen der Welt weiter stark beeinträchtigt bzw. behindert. 2019 erwirtschaftete der Reise- und Tourismussektor laut WTTC fast 9,2 Bio. USD für die Weltwirtschaft. Doch im Jahr 2020 brachte die Pandemie den Reise- und Tourismussektor fast vollständig zum Erliegen, was zu einem Rückgang von 49,1 % führte, und somit den Verlust von knapp 4,5 Bio. USD bedeutete.

Zwar wird die Weltwirtschaft 2021 den bescheidenen Zuwachs von 30,7 % im Vergleich zum Vorjahr aus dem Reise- und Tourismussektor erfahren, dieser wird jedoch vorrangig inlandsgetrieben sein und lediglich 1,4 Billionen USD betragen, so die Berechnungen, die im Auftrag des WTTC von Oxford Economics durchgeführt wurden. Dieses Basisszenario ist allerdings abhängig von der derzeitig weltweit steigenden Impfquote, dem zunehmenden Vertrauen der Verbraucher sowie den Lockerungen der Reisebeschränkungen. Die Studie zeigt, dass bei der derzeitigen Erholungsrate der Beitrag des Reise- und Tourismussektors zur Weltwirtschaft im Jahr 2022 einen ähnlich moderaten Anstieg von 31,7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen könnte.

Weltweit gingen vergangenen Jahr lt. WTTC rund 62 Mio. Arbeitsplätzen in der Reise- und Tourismusbranche verloren. Beim derzeitigen Erholungstempo werden die Arbeitsplätze in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,7 % steigen. Gleichzeitig zeigen die Untersuchungen aber auch, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche im nächsten Jahr um 18 % steigen könnte, was Anlass zur Hoffnung gibt.

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass sich der globale Reise- und Tourismussektor zwar langsam von den Auswirkungen von COVID-19 erholt, dass es aber immer noch zu viele Beschränkungen und eine ungleichmäßige Einführung des Impfstoffs gibt, was dazu führt, dass die Erholung in diesem Jahr um knapp ein Drittel langsamer als erwartet verläuft. Während das nächste Jahr hinsichtlich Weltwirtschaft- und die Arbeitsplatzentwicklung positiver aussieht, ist die derzeitige Erholungsrate einfach nicht schnell genug und wird größtenteils vom Inlandsreiseverkehr getrieben, der keine vollständige wirtschaftliche Erholung erreichen wird,“ so Julia Simpson, Präsidentin des WTTC. „Wenn die Regierungen beginnen würden, sich international zu orientieren und den Reise- und Tourismussektor mit vereinfachten Regeln zu unterstützen, um eine sichere Rückkehr des Reisens zu ermöglichen, bestünde die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu retten und den wirtschaftlichen Wohlstand zu steigern,“ appelliert die Präsidentin an die hohe Politik.

Laut der Studie könnten der Beitrag des Reisesektors zum globalen BIP sowie der Anstieg der Arbeitsplätze in diesem und im nächsten Jahr positiver ausfallen, würden folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Komplette Reisefreiheit für vollständig geimpfte Reisende, unabhängig von ihrem Herkunfts- oder Zielort sowie Abschaffung komplexer Stufensysteme
  • Die Einführung digitaler Lösungen, die allen Reisenden ermöglichen, ihren COVID-Status problemlos nachzuweisen, was wiederum die Wartezeiten an den Grenzen weltweit beschleunigt
  • Anerkennung aller von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und/oder einer der strengen Aufsichtsbehörden (SRA) zugelassenen Impfstoffe
  • Die Zustimmung aller zuständigen Behörden, dass internationale Reisen mit verbesserten Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen sicher sind

Die Zukunft könnte rosig sein

Die Untersuchung des WTTC zeigt, dass die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den Arbeitsmarkt beträchtlich sein könnten, wenn diese vier wichtigen wie simplen Maßnahmen bis Ende 2021 eingehalten werden. Den Daten zufolge könnte der Beitrag der Reiseindustrie zur Weltwirtschaft um 37,5 % steigen und in diesem Jahr6,4 Bio. USD erreichen (gegenüber 4,7 Bio. USD im Jahr 2020).

Sollten die Beschränkungen weiter gelockert und die internationale Zusammenarbeit intensiviert werden, rechnet der WTTC mit einer Rückkehr von fast 19 Mio. Arbeitsplätzen (+ 6,8 %). Dieser Trend würde sich im nächsten Jahr fortsetzen und den Beitrag der Reiseindustrie zur Weltwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 34 % steigern (8,6 Bio. USD). Somit wäre das Rekordjahr 2019 fast wieder erreicht. Die Zahl der Arbeitsplätze könnte das Niveau von 2019 sogar übertreffen – mit einem Anstieg um 20,1 % auf mehr als 349 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. 

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