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Wizz Air

Flugbetrieb in Österreich auf Sparflamme

Im April 2018 hatte der ungarische Low-Cost Riese Wizz Air seinen regulären Flugbetrieb am Flughafen Wien gestartet. Nach dem Konkurs des großen Mitbewerbers airberlin/NIKI hatte Wizz Air die Chance wahrgenommen, um am österreichischen Markt Fuß zu fassen. Seither verging kaum ein Monat, ohne dass die Billigfluglinie nicht eine neue Verbindung ab Wien angekündigte. 2019 nutzten bereits 2,2 Mio. Reisende ab Wien das Wizz Air Angebot mit 44 Strecken in 26 Ländern.

Auch für 2020 hatte man große Pläne, die Wiener Wizz Air Flotte sollte auf neun Flugzeuge anwachsen, das Streckennetz um weitere fünf Destinationen erhöht und das Wachstum um 66 % gesteigert werden. Zu Beginn des Jahres sah auch noch alles nach Wachstum aus, die Passagierzahlen stiegen getrieben von einem enormen Preiskampf mit dem Mitbewerber Ryanair und noch im Juli wurde die Aufnahme von sieben Verbindungen ab Salzburg bekanntgegeben.

Soweit zum Plan, denn spätestens mit Beginn der Corona-Krise und dem mittlerweile zweiten österreichweiten harten Lockdown, hat Wizz Air sein Angebot aufgrund fehlender Nachfrage auf ein Minimum reduziert. Vorbei die Zeiten des ständigen Wachstums, selbst Ticketpreise von unter zehn Euro konnten den Markt nicht mehr stimulieren. Die Flüge ab Salzburg wurden im Spätsommer aufgrund der zahlreichen Reisebeschränkungen stillgelegt und am Flughafen Wien wurde im November gerade noch Teneriffa als einzige verbliebene Wizz Air Destination zweimal wöchentlich bedient.

Der traveller bat Wizz Air Unternehmenssprecher, Andras Rado, zum Interview:

traveller: Europa, Österreich, befindet sich im zweiten Lockdown, welche Auswirkungen resultieren daraus auf den aktuellen Wizz Air Flugbetrieb?

Andras Rado: Wizz Air steht in ständigem Kontakt mit lokalen und internationalen Gesundheitsbehörden und überwacht kontinuierlich die von den verschiedenen Staaten auferlegten Reise- und Einreisebeschränkungen. Die Fluggesellschaft verfolgt auch die wechselnde Nachfrage und passt ihre Kapazitäten entsprechend an. WIZZ hat keine weiteren Mitarbeiter entlassen und ist bestrebt, die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter zu retten. In den vergangenen sieben Monaten wurde die Eröffnung von 13 neuen Stützpunkten angekündigt, mehr als 250 neue Strecken wurden ins ständig wachsende Netzwerk aufgenommen. Wizz Air hat keine ihrer Flugzeugbestellungen aufgeschoben, seit März wurden bereits 13 Flugzeuge an die Airline ausgeliefert.

Wizz Air übernimmt weiter Flugzeuge von Airbus, wie sieht es mit der Flottenentwicklung in den kommenden Monaten aus?  

Wir schreiten entsprechend unserem ursprünglichen Plan voran und verschieben keine Lieferungen. Wizz Air bereitet sich sowohl mit ihren Crews als auch mit ihrer größeren und modernen Flotte auf die Zeit nach Corona vor. 

Weihnachten steht vor der Türe, wie sehen Sie die Entwicklung des Weihnachtsgeschäftes unter den aktuellen Umständen?

Es hängt alles von den Einschränkungen ab, die zum Zeitpunkt der Ferienzeit gelten. Wizz Air rechnet damit, 45 % seiner Kapazität betreiben zu können und hofft, in der Lage zu sein, Passagiere über die Feiertage zu ihren Lieben fliegen zu können.

Die aktuelle Situation hat gezeigt, dass selbst, wenn man Flugtickets verschleudert, keine Nachfrage erzeugt werden kann. Muss das Low Cost System der Airlines durch die Pandemie vielleicht neu überdacht werden?

Auf keinen Fall! Unser Ultra-Low-Cost-Carrier-Modell hat sich in den letzten 16 Jahren und sogar in den vergangenen sieben Monaten als tragfähig erwiesen. Wizz Air hat seine Konkurrenten übertroffen, indem wir 80 % der Kapazität während der Sommersaison betrieben haben. Die Fluggesellschaft blieb auch in diesen schwierigen Zeiten agil und ist äußerst wettbewerbsfähig.

Zuletzt wurde es rund um das Abu Dhabi Projekt ruhig, der bereits zweifach verschobene Start mit 15. Dezember ist fix?

Wir sind nach wie vor entschlossen, unsere Abu Dhabi-Operationen zu beginnen, sind jedoch von Faktoren abhängig, die sich unserer Kontrolle entziehen. Lokale und internationale Restriktionen behindern uns beim Start der Fluggesellschaft. Derzeit planen wir den Start am 15. Jänner 2021.

In den vergangenen Jahren hat Wizz Air seine Präsenz in Europa massiv ausgebaut. Wird die Expansionsstrategie trotz Pandemie weiter fortgeführt?

Ja natürlich! Wizz Air widmet sich auch weiterhin der Aufnahme neuer Verbindungen in seinen Märkten, und wie Sie wissen, haben wir allein in diesem Jahr mehr als 250 Strecken in unser Netzwerk aufgenommen. Wir konnten unser Netzwerk sogar während dieses sehr schwierigen Jahres erweitern.

Wizz Air hatte in den vergangenen Jahren besonders stark in Österreich mit neuen Basen in Wien und Salzburg expandiert. Aktuell wird nur noch eine Destination ab Wien angeboten, wie sehen Sie die weitere Entwicklung am österreichischen Markt?

Österreich bleibt ein wichtiger Markt für Wizz Air, und obwohl ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht über Entwicklungen spekulieren würde, kann ich Ihnen versichern, dass wir immer daran interessiert sind, unser Netzwerk auszubauen.

Könnte ein COVID-19 Impfstoff Ihrer Meinung nach bereits im kommenden Sommer zur Verbesserung der Lage in der Luftfahrt beitragen?

Gemäß unserer Marktforschung hat die überwiegende Mehrheit unserer Passagiere keine Angst vor dem Fliegen, sondern macht sich mehr Sorgen darüber, was Ihnen im Zielland oder nach der Ankunft in Ihrem Heimatland drohen könnte (z.B. Quarantäne, notwendige COVID-Tests, Einreiseverbote usw.). Wir glauben, dass alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, helfen werden, dass die Menschen leichter und freier reisen können. Wizz Air unterstützt daher jede Initiative, die das Fliegen einfacher und noch sicherer macht und die das Reiseerlebnis vom Zeitpunkt der Buchung bis zur Ankunft verbessert. Wir unterstützen auch alle Ideen und Maßnahmen, die – zumindest innerhalb der Europäischen Union – Reisebeschränkungen standardisieren können.

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