Wiener Tourismuskonferenz 2021

Vienna. Imagine the Future.

„Vienna. Imagine the Future.” lautete das Motto der diesjährigen Tourismuskonferenz 2021, die am 11. November im Wiener Rathaus als hybride Veranstaltung mit insgesamt 500 Teilnehmern über die Bühne ging.

Internationale Experten diskutierten darüber, was Nachhaltigkeit in einer modernen Metropole wie Wien bedeutet und welche Rolle die Visitor Economy einer Stadt für eine nachhaltige Erholung und hohe Lebensqualität spielt. Dass Städte wiederholt der Motor für Veränderung und Fortschritt sind, ist ein Grund mehr für Wien positiv in die Zukunft zu blicken, so der Tenor der Veranstaltung.

Umfassend gedacht hat Nachhaltigkeit allerdings nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und nicht zuletzt soziale Gesichtspunkte. All diesen Facetten widmeten sich die Präsentationen und Diskussionsrunden der Veranstaltung. Das Fazit: In Einklang mit der DNA einer Destination stehend ist Städtetourismus eine der nachhaltigsten Formen des Reisens – mit Kunst und Kultur als den wichtigsten Bestandteilen der Wiener DNA und einer Infrastruktur, die nicht extra für den Tourismus geschaffen werden muss und vor allem auch Bewohnern zugute kommt. 

Zukunftsträchtiger Auftakt 

Vor 300 Teilnehmern vor Ort im Wiener Rathaus und weiteren 200, die die Veranstaltung im Livestream verfolgten, eröffnete Tourismusdirektor Norbert Kettner die Wiener Tourismuskonferenz 2021. In seiner Begrüßungsansprache blickte er optimistisch in die Zukunft, denn der Sommer habe gezeigt, dass Städtetourismus zurückkommt, sobald die Rahmenbedingungen es erlauben. Reisen sei eine zivilisatorische Errungenschaft, so Kettner, und die Menschen würden wieder zu reisen beginnen, sobald sie die Möglichkeit haben. 

Wie die Wiener Visitor Economy und ihre Beschäftigten auf dem Weg aus der Krise weiterhin zielgerichtet unterstützt werden und was dem Fachkräftemangel im Tourismus entgegengesetzt werden kann, diskutierte Moderatorin Sonja Kato anschließend mit Vertretern aus Politik und Interessenvertretung:

Peter Hanke, Amtsführender Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke sowie Präsident des WienTourismus, betonte in seinem Begrüßungsstatement, wie wichtig es sei die Gesundheitskrise zu meistern und wie die Stadt alles daransetze, bestmögliche Test-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die Impfrate zu steigern und die Wirtschaft zu unterstützen. Über 600 Millionen Euro seien bereits in die verschiedenen Maßnahmen geflossen. „Wir wollen zurück auf die Erfolgsschiene“, so Hanke, der den großen Erfolg des vier Millionen Euro schweren Vienna Meeting Fund betonte und ankündigte, die Ende des Jahres auslaufende Hotelförderung um ein weiteres Jahr verlängern zu wollen. Zugleich kündigte er eine neue Filmförderung an, die Bilder aus Wien in die Welt tragen und so dem Tourismus zugutekommen soll. Viele weitere Investitionen in Wiens Infrastruktur seien in den kommenden Jahren geplant, unter anderem bekommt Wien eine neue U-Bahn. Diese neuen Projekte seien eine einzigartige Möglichkeit Wien als smarte und moderne Stadt international zu präsentieren und zu positionieren und die einzigartige Lebensqualität der Stadt für nachfolgende Generationen zu sichern.

Markus Grießler, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft Wirtschaftskammer Wien, hob das Miteinander in der Stadt hervor, das über institutionelle und ideologische Grenzen hinweg immer ein ausschlaggebender Faktor dafür war, die Krise zu meistern. Dieses Miteinander sei beispielhaft für Wien. Die Krise sei für Wiens Unternehmer wie deren Arbeitnehmer schlichtweg eine Katastrophe – doch alle hätten das Beste daraus gemacht, sich besonnen und erhaltene Fördergelder bestmöglich in die Zukunft des Tourismusstandortes investiert. Dafür dankte er allen Beteiligten. Der Weg aus der Krise sei nun länger als erwartet – umso wichtiger, so sein Appell, sei es rasch den Impffortschritt zu steigern, um die gewohnte Freiheit zurückzuerlangen.

Helmut Gruber,  Vizepräsident Arbeiterkammer Wien, dankte Stadtrat Hanke und der Wiener Stadtregierung, die weder Beschäftigte noch Betriebe in der Krise vergessen hatte. Der Stadt sei es zu verdanken, dass viele Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Zugleich prangerte er jene politischen Vertreter an, die mit Desinformation Unsicherheit streuen und Impfunwilligkeit verbreiten würden. Er sprach all jenen Arbeitnehmer:innen innerhalb der Tourismusbranche seine Hochachtung und seinen Dank aus, die gerade an exponierter Position – etwa in der Gastronomie oder in der Beherbergung – arbeiten und sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen würden, dass Wien seine Rolle als Gastgeberstadt weiterhin erfolgreich wahrnehmen könne.

Zielsichere Strategie 

Norbert Kettner begann seine Präsentation mit einem Ausblick und den Zielen der Visitor Economy Strategie 2025. Wenige Monate, nachdem die unter Federführung des WienTourismus entwickelte Strategie der Stadt im Oktober 2019 vorgestellt worden war, löste die Covid-19-Pandemie die bislang größte Krise im weltweiten Tourismus aus. Auf dem Weg aus der Krise würden sich viele der Ansätze, die noch in Zeiten einer florierenden Entwicklung gewählt wurden, als richtiger denn je erweisen, erklärte Kettner. Daher bleibe der eingeschlagene Weg grundsätzlich gleich, auch wenn manche der vor der Krise gesteckten Ziele in Bezug auf Kennzahlen den aktuellen Erfordernissen angepasst werden mussten. Sämtliche KPIs fokussieren darauf, wieder an die Erfolge vor der Coronakrise anzuschließen bzw. das hohe Zufriedenheitsniveau von Gästen und Bewohner:innen, wie es vor der Krise gemessen wurde, zu halten.

Die drei adaptierten Ziele der VISITOR ECONOMY STRATEGIE lauten demnach:

  1. Die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte, die der Tourismus in Wien und für Österreich auslöst, erreichen wieder das Niveau von 2018: 5, 6 MRD € für Österreich, davon 4,7 MRD € für Wien. 
  2. Der Nettonächtigungsumsatz der Wiener Beherbergungsbetriebe als Kernbranche der Visitor Economy erreicht bis 2025 wieder das Vorkrisenniveau von knapp 900 Millionen Euro im Jahr 2018.
  3. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist 2025 im Bewusstsein der AkteurInnen der Visitor Economy fest verankert. Die Zahl der mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder einem vergleichbaren, international anerkannten Umweltzertifikat als nachhaltig zertifizierten Wiener Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, erhöht sich gegenüber 2018 um +25%.

Die weiteren drei Ziele aus der Visitor Economy Strategie bleiben gleich:

  1. Die Erlebnisqualität der Gäste bleibt unverändert hoch: 9 von 10 Besucher würden Wien als Destination sicher weiterempfehlen. Dieser hervorragende Anteil soll gehalten werden. 
  2. Gleichzeitig sind 9 von 10 Wiener überzeugt, dass der Tourismus positiv für Wien ist. Diese beachtliche Zustimmung der Bevölkerung ist für uns ein zentraler Benchmark und soll gehalten werden.
  3. Visitors, vor allem jene aus Nahmärkten, wählen für ihre Anreise immer öfter umweltfreundliche Verkehrsmittel und verringern damit ihren ökologischen Fußabdruck: Bis 2025 soll sich das Verhältnis von Personen, die mit dem Auto anreisen (2018: 26 %) bzw. mit der Bahn (2018: 21 %) anreisen, umkehren. 

Kettner präsentierte weiters aktuelle und zukünftige Highlights aus dem Destinationsmanagement und Marketing des WienTourismus und präsentierte das Motto, unter das der WienTourismus seine Aktivitäten 2022 stellt: Celebrate life. Experience Vienna. 

Vienna. Imagine the Future. 

Einen europäischen und außereuropäischen Blick auf den Städtetourismus warf die Paneldiskussion „Vienna. Imagine the Future“ mit internationalen Experten: Poh Chi Chuan, Executive Director für Exhibitions & Conferences beim Singapore Tourism Board; Sabine Haag, Direktorin des Kunsthistorischen Museum Wien; Miguel Sanz Castedo, Generaldirektor der spanischen NTO Turespaña; Trend- und Zukunftsforscherin Christiane Varga und Tourismusdirektor Norbert Kettner ließen mit spannenden Aussagen und anschaulichen Beispielen zur Nachhaltigkeit des Städtetourismus und der Innovationskraft von Städten aufhorchen. Vor allem Kunst, Kultur und Kongresse seien die Treiber von Lebensqualität in der Stadt und einer prosperierenden Visitor Economy, waren sich die Diskutanten einig. 

Perspektiven aus dem Publikum erweiterten die Diskussion virtuell. Via online Live-Umfrage lieferten die teilnehmenden Vertreter:innen der Wiener Visitor Economy Gründe, warum die Zukunft des Städtetourismus eine positive sein wird. Dieser Input und die Themen der Paneldiskussion wurden anschaulich von einem Illustrator festgehalten, dessen Graphic Recording die diskutierten Positionen über die Zukunft der Stadt widerspiegelt. 

Für die gesamte Veranstaltung wurde ein maßgeschneidertes Präventionskonzept erarbeitet. Der Zutritt zur Veranstaltung war mit einem Impf- oder Genesungsnachweis (2G) möglich. Die Wiener Tourismuskonferenz 2021 wurde als Green Meeting mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

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