Wien

Tagungsbilanz mit neuem Teilnehmerrekord

Wien bleibt Kongressmetropole: Die Tagungsbilanz 2017 wartet erneut mit einer Reihe von Rekorden auf, wie Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) und Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner berichteten.

Insgesamt rund 611.000 Teilnehmer bedeuten im Vergleich zu 2016 ein Plus von acht Prozent – auch die damit einhergehenden 1.874.000 Nächtigungen sind ein neuer Bestwert. Insgesamt wurden 4.074 Veranstaltungen registriert, die als Kongress oder Firmen- bzw. Incentive-Event firmieren. Das ist ein hauchdünner Rückgang im Vergleich zu 2016 (4.084). 1.314 der Meetings waren klassische Kongresse, konkret 512 nationale und 802 internationale Zusammenkünfte. Der Anteil der Tagungen am touristischen Gesamtgeschäft Wiens machte im Vorjahr 12 % aus. Event-Teilnehmer sind somit für jede achte Gästenächtigung verantwortlich.

Als "Cashcow" gelten die internationalen Kongresse. Sie kommen gerade auf einen Anteil von 20 % bei den Veranstaltungen. Allerdings wurden 51 % aller Teilnehmer dort registriert. Auch die Hotellerie profitiert von den Großevents. Die meisten Nächtigungen können Medizinkongresse für sich verbuchen – zu denen auch die größte Veranstaltung, der Radiologenkongress, gehört. Mehr als 20.000 Teilnehmer lockt er inzwischen alljährlich an. Auch die UNO macht sich positiv bemerkbar. Die Vereinten Nationen sorgen mit ihren Kongressen für rund sieben Prozent des Nächtigungsaufkommens, hieß es.

In Sachen Wertschöpfung wurde ebenfalls auf eine positive Entwicklung verwiesen. Sie wuchs 2017 mit 1,163 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahr davor um acht Prozent. Auch die öffentliche Hand profitiert: Das Steueraufkommen aus Kongress & Co. betrug laut den Wiener Tourismus-Verantwortlichen 321,37 Mio. Euro. Erstmals wurde damit die 300-Millionen-Marke überschritten.

Dass Kongresstouristen spendabel sind, hat sich ebenfalls einmal mehr bestätigt. Laut dem Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien, Markus Grießler, lassen sie 538 Euro pro Kopf und Tag springen – rund doppelt so viel wie der Durchschnitt aller Wien-Gäste.

"Es zeigt sich, der Wiener Weg ist der richtige", freute sich Brauner über das Ergebnis. Tourismusdirektor Kettner lobte unter anderem die Bemühungen der Stadt, die Central European University (CEU) nach Wien zu holen sowie den positiven Bescheid zur dritten Piste für den Flughafen Wien.

2018 steht – also vor allem das zweite Halbjahr – eventtechnisch ganz im Zeichen der EU-Ratspräsidentschaft. Erwartet werden zahlreiche Meetings von kleiner bis mittlerer Größe. Von den vermutlich rund 350 Veranstaltungen werden laut dem Leiter des Vienna Convention Bureaus, Christian Mutschlechner, mehr als 300 in Wien abgehalten. Mehrheitlich werden die Treffen im Austria Center stattfinden. Das Konferenzzentrum fungiert während der Ratspräsidentschaft als permanentes Tagungsgebäude. Erst danach – ab April 2019 – beginnt dann der vor einigen Wochen präsentierte groß angelegte Umbau des Komplexes.

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