Wien

Konjunkturbarometer schlägt aus

Die Stimmung wird immer positiver. In der Bundeshauptstadt glauben die Unternehmer an eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau. Das untermauert auch eine Vielzahl an Neugründungen.

„Die Stimmung in der Wiener Unternehmerschaft ist erstmals seit Beginn der Pandemie wieder im positiven Bereich. Wir erwarten eine anhaltende Erholung und Aufwärtsbewegung. Jedes fünfte Unternehmen ist bereits jetzt schon wieder am Niveau vor der Coronakrise“, kommentiert Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien die aktuelle Konjunkturbefragung für Wien. Die Pandemie verpasste der Wirtschaft eine doppelt so tiefe Delle wie die Finanzkrise 2008. Umso erfreulicher ist es, dass es jetzt wieder aufwärts zu gehen scheint.

Positive Signale

Der aktuelle Konjunkturbarometer wird zweimal im Jahr von der WKW unter den Wiener Unternehmern durchgeführt. Ein Indikator, dass sich die Lage langsam entspannt, ist die merkliche Erholung des Arbeitsmarktes. Jedes fünfte Unternehmen gibt demnach an, Personal aufstocken zu wollen. Die WIFO-Prognose geht gar von einem Beschäftigungsplus von zwei Prozent für 2021 aus.

Insgesamt rechnen fast 60 % der Wiener Unternehmen innerhalb der kommenden 12 Monate mit einem Anziehen der Wirtschaft. Der Blick auf die Auftragslage ist ebenfalls positiv. Der Indikator Gesamtumsatz zieht um ganze 30 Prozentpunkte an und erreicht damit wieder Vorkrisenniveau. Einzig bei den Investitionen herrscht auf Grund der steigenden Preise von Rohstoffen noch Zurückhaltung. Zumindest bei den Kapazitätserweiterungen ist wegen Digitalisierungs- und Innovationsmaßnahmen aber eine steigende Tendenz erkennbar.

Ohne  Konjunkturstützung wird es laut Ruck aber nicht gehen: „Die Unternehmen erwarten sich jetzt flankierende Unterstützung aus der Politik in Form einer spürbaren Steuerreform. Das würde die Konjunktur so richtig in Fahrt bringen.“, Konkret gefordert werden ein Investitionsfreibetrag, eine Senkung der Lohnnebenkosten und niedrigere KöSt- und Einkommenssteuersätze.

Wien ist Gründerhauptstadt

Mit der wirtschaftlichen Erholung steigt auch die Zahl der Neugründungen. Im ersten Halbjahr 2021 gab es in Wien 4856 Unternehmensgründungen, um 19 % mehr als im Vergleichszeitraum des ersten Corona-Jahrs 2020. Dieser Gründerboom hat sich schon im Vorfeld abgezeichnet: „Schon im Vorjahr haben wir bemerkt, dass das Interesse, in Wien zu gründen, groß ist. Die Anfragen im Gründerservice der WK Wien stiegen im Jahr 2020 um rund 2600 auf insgesamt rund 57.800“, erklärt Barbara Havel, Vorstandsvorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien und Vertreterin der Wiener Gründer. Coronabedingt hätten allerdings viele ihr Gründungsvorhaben aufgeschoben und würden das nun nachholen.

„Uns ist wichtig, den Gründern so gut wie möglich zur Seite zu stehen, denn die wirtschaftliche Lage ist immer noch volatil“, so Havel. „Als Unternehmerin oder Unternehmer braucht man vor allem am Anfang viel Unterstützung, um unnötige Stolpersteine sicher umgehen zu können. Das Gründerservice der WK Wien berät Gründer und alle, die es noch werden möchten und führt sie Schritt für Schritt durch diesen Prozess. Von der Ideenfindung über die Abklärung der Rechtsform, der Firmenbucheintragung bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Themen, die vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit oft für Verunsicherung sorgen, gibt es für Gründer sehr viel vorzubereiten, zu planen und zu beachten“, weiß Havel.

Gründerservice der WK Wien

Das Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien ist die erste Anlaufstelle für Wiener Gründer und bietet neben einem umfangreichen Online-Angebot, kostenlosen Info-Blättern und Broschüren vor allem auch telefonische Kurzberatungen, Gründer-Workshops sowie persönliche Beratungsgespräche an.

www.gruenderservice.at

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter

Mit nur einem Klick zur Anmeldung für Newsletter und E-Paper. Immer up2date in der Touristik mit dem traveller.

Anzeige

Aktuelles E-Paper

Anzeige
Anzeige