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​​​​​​​Welt-Ozean-Tag

Mit Innovation zu einer nachhaltigeren Schifffahrt

"Innovation für nachhaltige Meere" – so lautet der diesjährige Schwerpunkt des "World Oceans Day am 08. Juni 2020. Die internationale Meeresschutzorganisation OceanCare nimmt sich diesem wichtigen Thema an und weist auf das Potential technischer Innovation zum Schutz der Meere hin, u.a. mit dem internationalen, interdisziplinären Projekt "SAve Whales", das sich auf den Schutz der lezten Pottwale im östlichen Mittelmeer konzentriert. Dennoch genügen innovative Technologien und Forschung nicht allein, um die Meere als funktionierende und gesunde Ökosysteme zu erhalten – Es braucht die Anstrengungen aller: von UNO-Gremien, Regierungen, Wissenschaft, NGOs, Privatwirtschaft, bin hin zu jedem Einzelnen. 

Mehr als 80 % des globalen Güterverkehrs führen über Wasserwege. Die Zukunft der Meere ist mit der Zukunft des maritimen Transportwesens eng verknüpft. Für die kommenden fünf Jahre rechnet die UNO mit einem weiteren jährlichen Wachstum von 3,4 % für den Weltseeverkehr. Dabei haben die 174 Mitgliedstaaten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) beschlossen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 % gegenüber dem Jahr 2008 zu senken. Nach dem aktuellen Trend werden die Treibhausgasemissionen des Schifffahrtssektors und sein Anteil an den globalen Emissionen aber weiter ansteigen. Seit 1990 nahm der CO2-Ausstoß dieses Sektors um 70 % zu, und bis 2050 wird er, je nach Umsetzung oder Ausbleiben von Massnahmen, um 50 bis 250 % steigen und bis zu prognostizierten 17 % des weltweiten Gesamtausstoßes ausmachen. 

Der ökologische Fußabdruck der Schifffahrt ist aber auch an anderen Parametern gemessen bedenklich. So verursacht sie einen hohen Ausstoß an umwelt- und gesundheitsschädlichen Schwefelgasen (13 % des weltweiten Ausstoßes) und Stickoxiden (15 % des weltweiten Ausstoßes), sowie von Schallemissionen, die eine erhebliche Belastung und Bedrohung mariner Arten darstellen. Gleichzeitig führen stark befahrene Schifffahrtsstraßen durch wichtige Lebensräume seltener und stark gefährdeter Meeressäugerarten, wodurch es häufig zu Kollisionen kommt, die für Wale meist tödlich enden.

Zu diesen Regionen zählen u.a. der Lebensraum der letzten Nördlichen Glattwale an der Ostküste der USA, die Gewässer im Süden Sri Lankas (Blauwale), das westliche Mittelmeer (Finnwale und Pottwale), sowie der Hellenische Graben südlich von Kreta, wo die letzten 200 Pottwale des östlichen Mittelmeers leben.

Mit Experten verschiedener europäischer Forschungsinstitute startete OceanCare im Sommer 2019 das interdisziplinäre Innovationsprojekt „SAvE Whales“, das für “System for the Avoidance of ship-strikes with Endangered Whales” steht. Dieses Wal-Warnsystem unter Leitung von Pottwalexperte Dr. Alexandros Frantzis, kann mittels Bojen erstmals auch große Zahnwale – Pottwale und Schnabelwale – anhand ihrer Rufe lokalisieren und die Daten in Echtzeit einem Server übermitteln. Über einen speziellen Funkkanal können Küstenwache und Schiffskapitäne rechtzeitig gewarnt werden, um eine tödliche Kollision mit Pottwalen zu vermeiden.

Eine erste Testserie war erfolgreich und trotz Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie ist das Projekt auf Kurs. Die solarbetriebenen High-Tech-Bojen sowie die Software zur Datenübertragung werden im Sommer 2020 für einige Wochen erstmals in ihrer Gesamtheit auf ihre Funktionalität im offenen Meer getestet. 

Die Projektpartner sind zuversichtlich, dass die Innovationsleistung replizierbar und ein wichtiges Instrument im Tier- und Artenschutz ist. Das Warnsystem kann grundsätzlich auch in anderen Lebensräumen von Zahnwalen eingesetzt werden – beispielsweise vor den Balearen. OceanCare weist aber auch darauf hin, dass technische Innovation allein nicht genügt. Die Reduktion der Fahrtgeschwindigkeit, insbesondere von Frachtschiffen, ist eine essentielle, längst überfällige Maßnahme, die zahlreiche positive Auswirkungen hat: Bereits eine Temporeduktion um 10 % würde die Lärmbelastung um 40 % reduzieren, 13 % der CO2-Emissionen einsparen und das Kollisionsrisiko mit  Walen oder Meeresschildkröten um rund 50 % senken. 

«Temporeduktion in der Transportschifffahrt ist eine Win-Win-Situation für den gesamten Planeten. Es ist nahezu fahrlässig auf eine sofortige Umsetzung einer solch effizienten Massnahme, zu verzichten», sagt Nicolas Entrup, Co-Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare.

Weitere Infos unter www.oceancare.org 

Weiterführende Links und Informationen:

Kurzvideo über Unterwasserlärm

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