Verdi

Für Neustart könnte Personal fehlen

Für die erhoffte Erholung der Luftfahrtbranche nach der Coronakrise fehlen laut Verdi womöglich die Beschäftigten. Seit Beginn der Pandemie hätten laut Umfrage 16 % der Belegschaft den Luftverkehr verlassen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. "Die Zahlen zum Personalabbau sind erschreckend", sagte Mira Neumaier, Verdi-Bundesfachgruppenleiterin für Luftverkehr.

"Angesichts der schon vor Beginn der Pandemie extrem dünnen Personalbesetzung und der großen Belastungssituation für die Beschäftigten steht zu befürchten, dass ein geregelter Neustart im Luftverkehr – auch nur mit 50 % des Vorkrisenniveaus – nicht mehr leistbar sein wird."

Besonders alarmierend sei die Lage bei Bodenverkehrsdienstleistern, die zuständig sind für den Check-In, Passagiertransport, die Gepäck- und Frachtbearbeitung, die Einweisung und das Betanken oder die Enteisung von Flugzeugen. Hier seien 44 % der Beschäftigten nicht mehr an Bord. Laut Umfrage der Europäischen Transportarbeiter Föderation und Verdi befinden sich rund 77 % der Beschäftigten in Kurzarbeit, bei den Bodenverkehrsdienstleistern sogar 85 %. Der Jobabbau ging Verdi zufolge vor allem über betriebsbedingte Kündigungen, Freiwilligenprogramme und das Auslaufen von befristeten Verträgen. "In vielen Unternehmen laufen mindestens noch bis zum Jahresende 2021 weitere Programme zum Personalabbau."

Die Beschäftigten im Luftverkehr bräuchten jetzt eine klare Perspektive - und hier seien Politik und Firmen in der Verantwortung, mahnte Neumaier einen Tag vor der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Berlin. "Es reicht nicht, Konzerne zu retten", sagte auch der neue Präsident der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Stefan Herth. "Was wir nun brauchen ist die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze."

Seit Ausbruch der Krise baute die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die AUA gehört, weltweit schon 26.000 Stellen ab. Von den verbliebenen 110.000 Jobs sollen in Deutschland noch 10.000 wegfallen. Mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, UFO und Verdi sollen dazu neue Vereinbarungen ausgehandelt werden. Die Lufthansa schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

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