Laudamotion

KV wird für alle Gruppen verhandelt

Während beim irischen Billigflieger Ryanair wegen angekündigter Streiks seiner Flugbegleiter in mehreren Ländern für Freitag 150 Flüge gestrichen werden, schaut es in Österreich bei der Mehrheitstochter Laudamotion nicht so schlecht aus, dass bald einmal ein Kollektivvertrag (KV) zustande kommt. In den nächsten Tagen bzw. Wochen wird weiterverhandelt.

In der Gewerkschaft in Wien zeigte man sich am Mittwoch gegenüber der APA vorsichtig optimistisch, "zeitnah" zu einem Abschluss zu kommen. Nach Worten von Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), wird hier um einen Kollektivvertrag für alle Laudamotion-Beschäftigten in Österreich verhandelt, also Piloten, Flugbegleiter, Technik und kaufmännisches Personal. Anders als bei Ryanair, wo verschiedene Tarifverhandlungen für einzelne Gruppen liefen.

Dass ein Kollektivvertrag für Laudamotion erarbeitet wird, habe Niki Lauda zugesagt, und diese Zusage sei von Ryanair-Chef Michael O'Leary bestätigt worden, sagte Dürtscher. Nach einigen zeitlichen Verzögerungen – u. a. wegen der Änderungen beim Mehrheitsaktionär und der Erkrankung von Niki Lauda – muss nun im Oktober noch verhandelt werden.

Anders als bei der irischen Mehrheitseigentümerin, die seit Monaten in mehreren Ländern Europas Streiks von Piloten und Flugbegleitern ausgesetzt ist, die damit mehr Gage und bessere Arbeitsbedingungen fordern, hat Laudamotion für nächstes Frühjahr bereits fixe Gehaltserhöhungen für seine Piloten in Aussicht gestellt.

Im laufenden Arbeitskampf bei Ryanair in mehreren Ländern hat der irische Billigflieger für Freitag den Flugplan bereits wieder gestrafft und 150 Flüge annulliert.

Ursprünglich standen 24-Stunden-Streiks in sechs europäischen Ländern im Raum. Gestern aber hat Ryanair dem Abschluss eines drei Jahre laufenden Tarifvertrags für das Kabinenpersonal in Italien nach dortigem Recht zugestimmt. Ursprünglich haben Flugbegleiter in Italien, Spanien, Portugal, Belgien und den Niederlanden angekündigt, am 28. September 2018 erneut die Arbeit niederzulegen. In Belgien und den Niederlanden wollen am Freitag auch die Piloten streiken. Ob die deutschen Ryanair-Mitarbeiter sich am Streik beteiligen, blieb am Mittwoch vorerst offen. Es sind "Kundgebungen" geplant, ob es zu Arbeitsniederlegungen kommt, soll spätestens Donnerstagabend bekanntgegeben werden.

Eine Solidaritätsbekundung für die Streikenden gab es heute von der österreichischen Gewerkschaft vida (Fachbereich Luftfahrt). "Die Kabinenmitarbeiter haben für ihre Streiks an den Basen in Spanien, Italien, Portugal und Benelux unsere volle Unterstützung", versichert der Vorsitzende des Fachbereichs, Johannes Schwarcz, im Vorfeld der freitätigen Flugbegleiterstreiks. "Sie haben unsere volle Rückendeckung." Es sei an der Zeit, dass Ryanair faire und verhandlungsfähige Angebote vorlege, so Schwarcz in einer Aussendung. Ryanair müsse zu sozialverträglichen Arbeitsbedingungen gezwungen werden. Die gewerkschaftliche Solidaritätsadresse ist ein symbolischer Akt, "Stellvertreterstreiks" gebe es nicht.

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