Urban Air Mobility

Der Verkehr geht in die Luft

In Guangzhou, China, werden seit 2018 Testflüge durchgeführt, in Paris, Frankreich, sollen ab 2024 erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas, USA, stehen demnächst Testflüge auf dem Programm. Die Rede ist von bemannter Urban Air Mobility (UAM), sogenannten Lufttaxis, die das städtische Transportsystems in den Luftraum verlagern. Laut Roland Bergers Studie soll UAM bis 2050 ein Marktpotenzial von jährlich 90 Milliarden US-Dollar erreichen. 

„Wir schätzen, dass 2050 etwa 160.000 kommerzielle Flugtaxis in der Luft sein werden“, prognostiziert Manfred Hader, Partner bei Roland Berger. „Unternehmen, die heute Autos, Flugzeuge oder Helikopter produzieren aber auch Neueinsteiger, können einen großen Markt erschließen, wenn sie sich in den kommenden Jahren entsprechend positionieren.“ Insbesondere zwischen 2030 und 2050 rechnen die Experten von Roland Berger mit einem dynamischen Wachstum.

Mehr als 110 Städte weltweit verfolgen Urban Air Mobility Projekte

Die Hälfte der autonomen Lufttransportangebote stammt aus Europa. Startups und etablierte Unternehmen (Hersteller von Flugzeugen, Helikoptern und Fahrzeugen) entwickeln Flugtaxis und Services für unterschiedliche Bereiche.

Trotz Corona-Pandemie summierten sich die Investitionen in Startups in dem Bereich auf 907 Millionen US-Dollar in der ersten Jahreshälfte, deutlich mehr als im Gesamtjahr 2016 (ca. 40 Millionen US-Dollar).

„Die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung wächst mit jedem Testflug und die Regulierungsbehörden in Europa und den USA beschäftigen sich inzwischen so ernsthaft mit dem Thema, dass rechtliche Hürden in absehbarer Zeit überwunden werden können“, sagt Stephan Baur, Principal bei Roland Berger.

Blick in eine vielversprechende Zukunft

Die Studienautoren haben Daten aus 1.200 Großstädten erhoben und zu vier idealtypischen Städtearchetypen kumuliert. Daraus ergeben sich für die Zukunft drei unterschiedliche Einsatzbereiche: City-Taxis mit einer Reichweite von 15 bis 50 Kilometern, Airport-Shuttles mit derselben Reichweite sowie Intercity-Jets, die Distanzen von bis zu 250 Kilometern zurücklegen können. Die Branche dürfte sich demnach etwa zu gleichen Teilen auf die Fertigung dreier unterschiedlicher Typen spezialisieren. (City Taxi: 36%, Airport-Shuttle: 35%, Intercity-Jets: 29%).

Die Margen, die sich mit den jeweiligen F erzielen lassen, differieren jedoch signifikant: „Bis 2050 werden die Flughafen-Shuttle- und Inter-City-Dienste den Löwenanteil unter sich aufteilen, etwa 90 Prozent der Einnahmen“, sagt Manfred Hader. Bereits um 2025 werden erste Anbieter in den Markt drängen und diese Services anbieten. „In der Folge erwarten wir einen Übergang zu einem Premium-Modell des öffentlichen Verkehrs, bei dem die UAM-Dienste den heutigen Taxidiensten immer ähnlicher werden.“

Aber nicht nur die Hersteller von Flugtaxis bekommen ein Stück vom 90-Milliarden-Kuchen abbekommen, auch ein ganzes Ökosystem wächst rund um UAM. Einer Reihe von unterschiedlichen Geschäftsmodellen wird in verschiedene Segmenten führen.

„Es geht weit über das reine Flugtaxi hinaus – der Markt wächst mit der Infrastruktur, wie beispielsweise Landeplätzen, Dienstleistungen, Flight-Operations, Ticket-Vermittlung und Reparaturen“, sagt Stephan Baur. „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Hersteller der Flugtaxis – ähnlich wie in der Automobilindustrie anfangs den Markt dominieren werden, sich die Unternehmer in dem neuen Ökosystem noch klarer positionieren müssen."

Hier ist die vollständige Studie:

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