TUI

Mordaschow übernimmt Anteile seiner Söhne

Vor zwei Jahren übertrug TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow seine Anteile weitgehend an seine Söhne Nikita und Kirill und wollte damit den Generationswechsel einleiten. Nun hat der russische Industrielle die Beteiligung zurückgekauft.

Die Familie Mordaschow ist mit einem Anteil von 34 % der mit weitem Abstand größte Aktionär der TUI und unterstützt den Konzern in der Krise. Die Anteile werden über die Firma Unifirm Limited mit Sitz auf Zypern gehalten, an der wiederum die KN Holding 65 % der stimmberechtigten Anteile hält. K und N sind die Anfangsbuchstaben von Kirill und Nikita Mordaschow. Die 21 und 22 Jahre alten Söhne entstammen der zweiten Ehe von Alexej Mordaschow. 

Mitte 2019 hatte der Stahl- und Rohstoffunternehmer, der fließend deutsch spricht und seit 2016 dem TUI-Aufsichtsrat angehört, 65 % seiner Unifirm-Anteile auf die KN Holding übertragen. Einen vergleichbaren Schritt hatte er bereits einige Monate zuvor bei seinem Unternehmen Nordgold vollzogen, einem großen Edelmetallproduzenten.

Der 56-Jährige begründete seinen Schritt damals damit, dass er seine Söhne näher an das Geschäft heranführen wolle und sie Erfahrungen in der Vermögensverwaltung sammeln sollten. Der Unternehmer, der Mehrheitseigner des großen Stahlproduzenten Severstal ist und weitere Beteiligungen hält, zählt zu den vermögendsten Russen.

Nun aber wurden die stimmberechtigten jeweils 50-%-Anteile von Kirill und Nikita an der KN Holding wieder an Alexej Mordaschow verkauft. Das geht aus einer Pflichtmitteilung der TUI hervor. Die Beteiligung von Unifirm Limited an der TUI bleibe davon unberührt, heißt es weiter.

"Effizienz der Vermögensverwaltung verbessern"

Eine Sprecherin von Alexej Mordaschow sagte auf Anfrage von fvw, der Wechsel in der Eigentümer-Struktur werde vorgenommen, "um die Effizienz des Asset Management Systems in der Severgroup zu verbessern". Die Severgroup ist eine von Mordaschow gegründete Holding, in der er seine Beteiligungen bündelt.

Das Magazin "Forbes" hatte vor einem Jahr berichtet, dass Nikita Mordaschow wegen schlechter Leistungen das Studium an der Higher School of Economics in Moskau beenden musste und danach auf Geheiß seines Vaters seinen Wehrdienst antrat. Dies wurde in Medienberichten als ungewöhnlich bezeichnet, da die Kinder reicher und einflussreicher Russen zumeist dem Wehrdienst entgehen können.

Die Familie Mordaschow hatte bei den jüngsten TUI-Kapitalerhöhungen infolge der Corona-Krise nicht nur mitgezogen, sondern ihre Anteile sogar noch leicht aufgestockt. Mordaschow hält seit vergangenem Jahr auch alle Anteile an TUI Russia. Der vor allem in Russland und der Ukraine tätige Veranstalter baut zudem in der Türkei eine eigene Hotelgesellschaft auf.

Dieser Artikel erschien zuerst bei fvw.de

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