traveller

REDbook – Was ist schon Zeit?

Fünf Jahre ist es erst oder schon wieder her, dass wir Jubiläum gefeiert haben und mit einer Zeitreise von 1981 – 2016 in einer traveller-Sonderedition über 35 Jahre Reisezeit in Österreichs unabhängigem Counter-Magazin Revue passieren ließen. Retrospektiv betrachtet waren es in Anbetracht dessen, was nach 2016 alles folgen sollte, goldene Jahre. Jetzt „feiert“ der traveller sein 40er Jubiläum, in einer Zeit, die alles andere als lustig und einfach ist, ganz und gar nicht in Feierlaune versetzt und auch ein touristisches Fachmedium hart am Wind durch diese Weltgesundheitskrise segeln lässt. Aber, wie sagte schon der Schweizer Schriftsteller Emil Oesch: „Alles hat nur so viel Wirklichkeit und Aussicht auf Bestand, als es gut ist.“ Daran glauben wir travellers ganz fest und werden daher auch den 50er feiern – 2031, gemeinsam mit der schönsten Branche der Welt.

Blickt man auf das Weltgeschehen der letzten Jahre zurück, zeigt sich einmal mehr, dass die Welt, besser die gesamte Menschheit, nicht wirklich lernfähig oder lernwillig ist und mit Krisen und Katastrophen auch nicht gerade gespart wurde. Seit vergangenem Frühling aber ist sowieso alles anders, als ein kleines unsichtbares Virus die ganze Welt in die Zange nahm und noch immer nicht loslässt. Da wurde die große Zerbrechlichkeit einer vermeintlich gesunden Welt deutlich und zeigt uns gerade unsere Grenzen auf. Die Welt ist aktuell eine sehr kleine und reisetechnisch eine zugesperrte. Für die schönste Branche der Welt ein fast schon apokalyptischer Zustand, denn auch wenn Krisen und Katastrophen nicht erst seit „gestern“ fast zum touristischen „Tagesgeschäft“ zählen, Corona toppt alles. Unterkriegen lassen sich die vielen Unternehmer und Menschen in dieser endlos langen Leistungskette dennoch nicht. Vielleicht schmäler und kleiner, aber unverändert mit viel Herzblut und Bravour werden sie auch diese Weltgesundheitskrise meistern, und auch künftig die schönste Zeit im Jahr zur schönsten für ihre Kunden machen. Und dabei wird auch der traveller als sachliches Informationsbindeglied weiterhin eine wichtige Rolle spielen und dieser Aufgabe – gerade jetzt in diesen herausfordernden Zeiten – unverändert ehrlich und fundiert nachkommen. Denn das laute Poltern überlassen wir auch künftig gerne anderen. Freuen Sie sich also mit uns auf die Zeit „danach“, denn alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand. Damit hat der gute alte Charles Darwin völlig Recht.

Ein Rückblick auf das Weltgeschehen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

2017

  • In der Silvester- und Neujahrsnacht 2017 wird einer der größten Nachtclubs von Istanbul Ziel eines Terroranschlags
  • Donald Trump wird zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt und verabschiedet sich im Jänner 2021 ziemlich „unfein“ von der politischen Weltbühne
  • Emmanuel Macron wird mit 39 Jahren zum jüngsten Präsidenten in der Geschichte Frankreichs
  • In Singapur treffen der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber, Kim Jong Un, erstmals zusammen
  • Terror in Manchester und London, auch am Rande des G20-Gipfels in Hamburg kommt es zu schweren Ausschreitungen mit brennenden Autos, geplünderten Geschäften und rd. 500 verletzten Polizisten
  • Im August 2017 meldet airberlin Insolvenz an, fliegt aber mit einem 150 Mio. Euro Kredit des Bundes bis 27. Oktober 2017 weiter; Lufthansa übernimmt einen Großteil der Fluglinien
  • Hurrikan „Harvey“ verwüstet Texas, Houston wird überschwemmt, Anfang September folgen mit „Irma“ und „Maria“ weitere heftige Stürme
  • In Österreich gewinnt im Oktober die „türkise“ ÖVP von Sebastian Kurz die Nationalratswahlen und koaliert mit der FPÖ

2018

  • Zwölf Buben im Alter von elf bis 17 Jahren und ihr Fußballtrainer werden im Juni in Thailand in einer Höhle von Wassermassen überrascht und eingeschlossen – alle konnten nach einer komplizierten Befreiungsaktion gerettet werden
  • Der 24.06.2018 ist für die Frauen Saudi-Arabiens historischer Tag: Sie dürfen nach jahrzehntelangem Ringen künftig Autofahren
  • Unter dem Leitsatz „Ein Europa, das schützt“ übernimmt Österreich am 01.07. zum dritten Mal den EU-Ratsvorsitz. Die ÖVP-FPÖ Regierung will vor allem im Bereich der „inneren Sicherheit“ Akzente setzen. (Anmerkung: 2021 zeigt sich deutlich, wohin dieser Weg führte)
  • In Genau stürzt die Morandi-Brücke, ein 40 Meter hohes Viadukt, über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet ein – 43 Menschen kommen ums Leben
  • Ein Brand vernichtet in Rio de Janeiro das Nationalmuseum und damit das größte Natur- und Völkerkundemuseum Lateinamerikas
  • Ein Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten erschüttert die Welt
  • Der Sommer 2018 war ein von Dürre und Trockenheit geprägter und somit viertwärmster in der Messgeschichte. Der Klimawandel wird durch extreme Wetterphänomene wie schwere Unwetter – Kärnten ist zu zwei Drittel betroffen – deutlich
  • In den USA breiten sich Anfang November riesige Waldbrände aus, die erst drei Wochen später komplett eingedämmt werden können, in Nordkalifornien werden mehr als 13.000 Häuser zerstört
  • Indonesien wird im September 2018 von einem schweren Erdbeben mit folgendem Tsunami getroffen, besonders die Inseln Sulawesi und auch Lombok waren betroffen

2019

  • Mit dem Wahlsieg Jair Bolsonaro rückt Brasilien nach rechts
  • In Neuseeland versetzt ein Terrorist im März mit einem Attentat auf zwei Moscheen die Welt in Schock
  • In Berlin feiert man 30 Jahre Mauerfall und die wiedererlangte Vereinigung von Ost- und Westberlin
  • In Paris brennt mit Notre Dame eines der berühmtesten Bauwerke Frankreichs
  • Mit der Insolvenz von Thomas Cook im September 2019 verschwand der älteste Touristikkonzern der Welt von der touristischen Bühne, was weitreichende Veränderungen in der Angebotspalette nach sich zog

2020

  • Das Corona-Jahr: Das neue Corona-Virus löst im Jänner den internationalen Gesundheitsnotstand aus und wird im März von der WHO zur Pandemie ausgerufen. Weltweit steigen die Fallzahlen, die Welt sperrt ab April sukzessive zu. In Österreich wird Klopapier zur heißen Ware und Kurzarbeit zur Devise. Ab Mai nehmen die Proteste und Demonstrationen gegen die Maßnahmen politische Entscheidungen zu. Der Sommer bringt kurzfristig „Erleichterung“, die Angst vor der zweiten Welle steigt, die im Oktober auch hart aufschlägt
  • Die Klimakreise macht mit massiver Trockenheit auf sich aufmerksam, verschwindet aber durch die Corona-Pandemie in der politischen Wahrnehmung
  • In Hafen von Beirut explodiert am 04.08.2020 ein Ammoniumnitratlager
  • Die Wiener Innenstadt ist am 02.11.2020 trauriger Schauplatz eines Terroranschlags im beliebten Ausgehviertel „Bermuda-Dreieck“

2021 hat gerade erst und nicht viel anders, als das 2020er endete, begonnen. Auch wenn es noch ein wenig dauert und wir noch einigermaßen gefordert werden, verlieren wir nicht Geduld und Nerven und sehen wir vor allem in unserem Gegenüber nicht den erklärten Feind. Denn das Ziel, das Spritzerl, ist nahe. Und dann krempeln wir gemeinsam die Ärmel auf und räumen zusammen.

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