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REDbook – Und plötzlich ist da niemand!

Zentralisation – hinter diesem Wort verbirgt sich zumindest aus Mitarbeiter-Sicht selten Gutes – wird gerade in Krisenzeiten ziemlich strapaziert und beginnt auch jetzt in der weltgrößten Wirtschaftskrise nach dem zweiten Weltkrieg zu neuer Höchstform aufzulaufen. Weil die Corona-Pandemie der globalen Ökonomie und damit quer über nahezu alle Branchen den Unternehmen sprichwörtlich das Wasser abgräbt. Die dann – wie gerade AIDA Cruises – eben nur noch den Zentralisierungs-Ausweg sehen. Dass dabei viel Wissen, Know-how und Kompetenz, großes Marktverständnis und vor allem die persönliche Komponente – das Menscheln – verloren gehen, ist in der betriebswirtschaftlichen Organisationslehre jedoch selten vordergründiger Bestandteil. 

Man sagt es so leicht, dass, so wie sich die ganze Corona-Sch … über alle Sparten gerade zur größten Tragödie in der Geschichte des modernen Reisegeschäfts entwickelt und eigentlich niemand konkret sagen kann, wie lange eine nachhaltige Erholung tatsächlich brauchen und wohin die Reise künftig überhaupt gehen wird, was der Kunde reisetechnisch im neuen Normal wirklich möchte und vor allem, was er sich in den nächsten Jahren überhaupt wird leisten können, man’s kommen sah. Dass das große touristische Hochhaus zwar (hoffentlich) nicht einstürzt, aber um viele Etagen kleiner wird. Man zentralisiert, was ja noch besser als zusperren ist, dennoch kommt das Zusammenziehen von Markt- und Vertriebseinheiten sowie Strukturen dem Aus für immer für jene, die davon betroffen sind, sehr nahe. Denn sie verlieren von jetzt auf gleich ihren Job, den sie über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte, mit großem Herzblut und Leidenschaft für ihr Unternehmen gelebt und geleistet haben. Da kommt logischerweise immer Traurigkeit auf, im Falle von AIDA Österreich ist die Wehmut eine sehr große und vielleicht sogar eine schicksalhafte.

Denn, auch wenn das bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie boomende Kreuzfahrtensegment mit jährlichen Wachstumsraten jenseits des allgemeinen Reisetrends jetzt – wie alle anderen Reiseformen auch – dahingrundelt und noch kein Land in Sicht ist, die Zeiten kommen bestimmt wieder. Möglicherweise sogar rascher, als man jetzt glaubt. Und dann ist da niemand, der den anders tickenden Markt Österreich und dessen Befindlichkeiten, der die Wünsche und Bedürfnisse der österreichischen Kunden und vor allem die Reisebüropartner beim Namen kennt und weiß, was für den einen gut ist, muss für den anderen nicht zwingend passend sein. Dann wird das Produkt AIDA Cruises austauschbar und zum Mainstream, denn alles was AIDA bietet, bieten die Marktbegleiter auch. Nur, wer macht dann den Partnern in den Reisebüros den feinen Unterschied deutlich, wer macht für AIDA Cruises ordentlich Wind, wenn im kleinen aber profitablen Markt Österreich niemand mehr ist? Außer im HQ, wo ein versierter Profi auch alles über das Produkt, aber eben wenig über die Befindlichkeiten des Zielmarktes weiß. Klar, die europäischen Märkte wie Österreich, die Schweiz und Benelux, sind weiterhin wesentliche Bausteine in der Wachstumsstrategie von AIDA Cruises, auf die man auch künftig nicht verzichten will und kann. Aber werden jetzt nicht gerade die (See)Karten neu gemischt? Gilt nicht, bevor es um weiteres Wachstum geht, erstmal verlorenes Terrain im harten Wettbewerb zurückzugewinnen? Bräuchte es eben nicht genau dafür jene Menschen, die den Markt wie ihre Westentasche kennen, die wissen, wo man jetzt die Stellschrauben drehen muss? Weil die anderen, die die noch über eine eigene Vertriebseinheit in Österreich verfügen, werden die Lücke rasch nützen und sich holen, was gerade brachliegt.

AIDA Cruises ist ein in Österreich bestens etabliertes und bei Kunden wie Vertriebspartnern gleichermaßen überaus beliebtes Reiseprodukt. Weil deutschsprachig, qualitativ hochwertig, modern und auch ein bisschen verrückt. Davon zeugen die Zahlen, für die man sich beim Team Österreich und den von ihnen betreuten Vertriebspartnern bedanken muss. 15 Jahre lang haben SIE für ein super Standing von AIDA Cruises in Österreich gesorgt:

  • „Birdy“ Reinhard Pelikan, der sich zwar bereits im Ruhestand befindet, der aber untrennbar mit dem Aufbau von AIDA Cruises in Österreich verbunden ist, und dessen Herz sicherlich gerade auch schwer ist.
  • Nicole Glöckl, ebenfalls ein noch sehr aktives AIDA Österreich Urgestein, sie hat die Marke marketingtechnisch gelebt und institutionalisiert. Mit ihr auf Reisen zu gehen, war immer ein besonderes Vergnügen.
  • Ingo Kreuziger war DAS Gesicht, das AIDA Cruises und die vielen Vorzüge und Besonderheiten der Kussmund-Flotte mit Witz und Humor in den Reisebüros repräsentierte.
  • Günther Gross stieß erst vor einem Jahr zur „Flotte“ und wollte als Manager Key Account & Sales Force International viel von seiner großen Erfahrung in die vertriebliche Weiterentwicklung einbringen.

Sie und noch viele mehr waren 15 Jahre lang AIDA Österreich, ihnen ging es stets um die Lebendigkeit der Marke. Partnerschaftlich und mit einem riesigen Kussmund-Lächeln auf den Lippen. Genau das macht den Unterschied. Da kann, bei aller strategischer Überlegung, kein Headquarter mithalten. Oder haben sie eine Zentralisierung schon mal lachen gesehen …

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