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REDbook – Tourismus muss für alle sein!

Heute ist wieder Welttourismustag, der heuer unter dem Motto „Tourismus für integratives Wachstum“ steht und damit zumindest für einen Tag ein Thema in den Mittelpunkt rückt, über das zwar immer schon viel geredet wird, echte Taten und gelebte Nachhaltigkeit bis dato jedoch vermissen lässt. Ob der touristische Neustart daran wirklich etwas ändern wird und die schwächsten Glieder in der touristischen Leistungskette künftig vom großen Kuchen wirklich ein größeres Stück abbekommen, was denken Sie?

Von der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) 1980 ins Leben gerufen, steht der 27. September seit nunmehr schon 41 Jahren und immer unter einem relevanten Motto stets ganz im Zeichen des Welttourismus. Es geht dabei nicht um irgendein Pipifax-Thema, vielmehr redet man im weitesten Sinne über das, was zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählt. Das man sich auch nicht von einem winzig kleinen und ziemlich hinterlistigen Virus nehmen und zerstören lässt, auch wenn Reisen und damit die globale Tourismusbranche von diesem Widerling seit eineinhalb Jahren eine ordentliche Breitseite verpasst bekommt. Gerade der Welttourismus – mit mehr als 120 Millionen Beschäftigten einer der bedeutendsten und wichtigsten Arbeitgeber weltweit – ist von dem, was als Corona Pandemie in die Geschichtsbücher eingehen wird, wohl einer der am härtesten betroffenen Wirtschaftszweige. Wie weitreichend die Auswirkungen der Pandemie auf den Welttourismus wirklich sind, wie gut der Restart vonstattengeht, wie lange der Wiederaufbau dauern wird, was vom altbekannten Produkt Reise in all seinen Spielformen letztlich übrigbleiben bzw. was sich alles neu erfinden wird, ob man das virulente Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblem endlich wirklich mit echten und klugen Taten ernst nimmt und wie viele Menschen künftig noch einen Job in der Reisebranche, im Airlinebusiness, in Hotellerie und Gastgewerbe haben werden – der Glasglobus zeigt dahingehend ein noch ziemlich verschwommenes Bild.

Schaut man sich das Loch an, dass die Pandemie in den internationalen Tourismus gerissen hat, hat’s wohl jedes noch so schlaue und verlässliche Orakel schwer: Eine Milliarde weniger internationale Tourismusankünfte, ein Verlust von 1,3 Billionen US-Dollar an Gesamtexporteinnahmen aus dem internationalen Tourismus und 100 bis 120 Millionen direkt gefährdete touristische Arbeitsplätze, das ist schone eine gewaltige Schneise, die hier in einen bis Anfang 2020 boomenden Weltwirtschaftszweig geschlagen wurde. Und wie es halt so ist, sind auch hier die Ärmsten der Armen, denen ein karges touristisches Brot grad das Überleben sichert und die im globalen Impffahrplan ganz weit unten auf der Liste stehen, die Verlierer. Dabei, und das ist Tatsache, bei der sich auch Politik, Wirtschaft, Medizin und Wissenschaft und auch alle Weltreligionen einig sind, ist die Impfung die einzige Exitstrategie aus diesem globalen Wahnsinn. Damit am Ende alle und die, die eben am Ende der touristischen Leistungskette stehen besonders, wieder ihr Teil vom großen Kuchen abbekommen. Der, und das kann wohl als fix angenommen werden, nicht kleiner werden wird. Weil Reisen in den Köpfen der Menschen einfach fest verankert ist und man besser heute als morgen wieder unbeschwert unterwegs sein möchte. Dafür werden dann auch die kleinen und großen Reisemacher ihre Angebotsregale wieder reichlich füllen, um wieder gutes Geld zu verdienen.

Das sei allen auch herzlichst gegönnt, nur, und damit zurück zum Motto des heutigen Welttourismustages, vielleicht ein bisserl maßvoller und gemäßigter, Tourismus für integratives Wachstum eben. Weil das würde Mutter Erde und damit auch uns Menschen zum Vorteil gereichen. Nachhaltig und auch diesen hehren Wunsch darf man äußern, sozial gerechter verteilt. Dass eben auch die, die am Ende dieser einträglichen Wertschöpfungskette stehen, vielleicht ein bisserl mehr als nur von der Hand in den Mund leben können.

Gerade Randgruppen und die Schwächsten in Entwicklungsländern sind von der Pandemie am stärksten betroffen, der Neustart des Tourismus wird helfen, das Wachstum wieder anzukurbeln. Dabei ist jedoch wichtig, die sich daraus ergebenden Vorteile breit und gerecht zu verteilen. Über Tourismusstatistiken hinausblicken und anerkennen, dass hinter jeder Zahl eine Person steht und sicherstellen, dass, während sich die Welt wieder öffnet und hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, niemand zurückbleibt. So steht es auf der Website der UNWTO anlässlich des weltweiten Tages, an dem das Bewusstsein für den sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Wert des Tourismus gefördert werden soll, zu lesen. „Der Tourismus ist ein echter Antrieb für Solidarität und Entwicklung. Lassen Sie uns alle seine Kraft voll ausschöpfen, um Menschen und Gemeinschaften zusammenzubringen und dabei den globalen Ethikkodex (unwto.org/world-committee-tourism-ethics) für den Tourismus einhalten. So kann der Tourismus Millionen von Menschen in der ganzen Welt bessere Chancen und eine nachhaltige Entwicklung bieten," so Zurab Pololikashvili, UNWTO Generalsekretär und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Informationen zum Welttourismustag 2021 unter: UNWTO World Tourism Day

Zahlen: Quelle UNWTO

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