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REDbook – Tiere sind die besseren Menschen!

Irgendwann, vor rd. sieben Millionen Jahren, muss dem, der die Stammesgeschichte des Menschen zu schreiben begonnen hat, die Tinte ausgegangen sein. Oder vielleicht hat er auch erkannt, dass es da ein paar ganz gravierende Diskrepanzen in der vermeintlichen Erfolgsgeschichte „Mensch“ gibt, und er hat bewusst dieses eine Kapitel ausgelassen. Dass nämlich auch Tiere „menschliche“ Wesen mit einem ausgeprägten Sozialleben und tiefen Gefühlen und möglicherweise sogar die besseren Menschen sind, als die, die über Jahrmillionen gelernt haben, auf zwei Beinen zu gehen, dafür den Verstand viel zu kurz kommen ließen. Denn anders lässt sich nicht erklären, warum der vermeintlich reichlich mit Herz und Hirn ausgestattete Homo sapiens seinen tierischen „Mitmenschen“ alles andere als human begegnet.

Wir kennen sie wohl alle, die zahlreichen Märchen, Mythen und Legenden, die vom schlauen und listigen Fuchs, stolzen und mächtigen Löwen, von leichtgläubigen Krähen, bösen und verschlagenen Wölfen, vom fleißigen Biber und eitlen und hochmütigen Hahn, von diebischen und besserwisserischen Raben, vorsichtigen und ängstlichen Hasen, vom schutzlosen Lamm oder vom faulen und dummen Esel erzählen. Die den Tieren also – Märchen hin oder her - sehr menschliche Eigenschaften zuschreiben, und damit auch gar nicht verkehrt liegen. Denn Mensch und Tier verbindet weit mehr als eine reine Nutzbeziehung. Wer also glaubt, dass Tiere gefühllose und einfältige Wesen sind, denen man alles antun kann, sollte rasch zu aufklärender Lektüre greifen, um zu verstehen, dass, wie Evolutionsbiologe Marc Bekoff und Bioethikerin Jessica Pierce in ihrem Buch „Sind Tiere die besseren Menschen“ schreiben, Tiere über ein großes Repertoire an moralischen Verhaltensweisen verfügen. Die mit einem ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, viel Mitgefühl bis hin zu Vergebung und lebenslanger Treue über Eigenschaften verfügen, die bei der zweibeinigen Verwandtschaft immer mehr zu verkümmern scheinen. Vielleicht ist’s aber auch reine Eifersucht, vielleicht hat der Mensch nämlich längst erkannt, dass Tiere einfach die besseren und klügeren Menschen sind und kann diese Niederlage einfach nicht verkraften. Und quält, schlägt und misshandelt daher alles, was vier Beine hat, schwimmt oder fliegt, um seine Vormachtstellung zu demonstrieren und hat dabei auch noch „a große Hetz“.  Ein ziemlich widerwärtiges und unwürdiges menschliches Verhaltensmuster, das nur leider immer mehr um sich greift, wie nachstehende Beispiele zeigen:

Was ist lustig, Kühe auf der Weide zu erschrecken und Kinder am Rücken der Muhkuh reiten zu lassen, nur um dieses vertrottelte Urlaubs-Abenteuer auf einer Videoplattform zu posten?

Was ist lustig daran, solange auf ein Robbenbaby bis zur Bewusstlosigkeit brutal einzuprügeln, nur um ein „cooles“ Urlaubsselfie nach Hause schicken zu können?

Was geht in den Gehirnen von Menschen vor, die lebende Katzen an Schlangen verfüttern und Hunde an der eigenen Leine aufhängen?

Warum lässt man Schweine und Kühe in Ställen, die den Begriff Stall nicht einmal ansatzweise verdienen, dahinvegetieren und bewusst verhungern und verdursten?

Warum nimmt man sich einen Hund, den man dann am Weg in den Urlaub, auf irgendeinem Parkplatz an der Autobahn einfach „vergisst“?

Warum pfercht man Hundewelpen, die gerade einmal ein paar Wochen alt sind, in viel zu kleine Boxen und setzt sie bei hochsommerlichen Temperaturen irgendwo am Straßenrand aus oder entsorgt sie im Müllcontainer?

Was geht in Jugendlichen vor, die ihre Freizeitbeschäftigung darin sehen, junge Krähen zu ertränken oder Wildenten die Beine abzuschneiden?

Selbst in Tiergärten (die den Begriff Zoo nicht verdienen) wird mit Eisenstangen auf Elefanten eingeprügelt.

Dem normal empfindenden Menschen fällt dazu nichts außer Ekel, Wut, Scham und tiefe Abscheu seinen Stammesgenossen gegenüber ein, denen jegliches Gefühl, jegliche Empathie und jegliche menschliche Empfindung scheinbar zu sein scheint.

Peter Sasse hat völlig Recht: Tiere sind die besseren Menschen und der Gesellschaftsphilosoph erklärt in seinem gleichnamigen Buch auch sehr anschaulich von der gesellschaftspolitischen Entwicklung über philosophische, naturwissenschaftliche und religiöse Hintergründe, warum der Mensch Tiere schlecht behandelt. Eigentlich sollte dieses Sachbuch, das dem Leser die ganze Grausamkeit zu der der Mensch fähig ist, das aber auch die große Liebe und Freundschaft zwischen Mensch und Tier, Tier und Mensch sowie Tier und Tier aufzeigt, durchaus starke Nerven abverlangt und hart an die Seele geht, Pflichtlektüre sein. Weil dieses Buch helfen kann, das Verständnis und Verhalten gegenüber Tieren zu überdenken und demzufolge auch zu verändern, vor allem von jenen, die Robben halb totschlagen, Katzen verfüttern, Hunde strangulieren und Kühe quälen.

„Wenn du keine Bilder mit Gewalt gegen Tiere sehen kannst, dann musst du die Gewalt gegen Tiere aufhalten, nicht die Bilder,“ schreibt Sasse in seinem Buch und damit ist eigentlich alles gesagt. Denn es liegt an uns allen, einen sorgsamen und menschlichen Umgang mit Tieren sicherzustellen. Weil wir den Tieren Verantwortung und Mitgefühl schuldig sind. 

Ja und da die Entwicklungsgeschichte des Menschen ja noch lange nicht zu Ende geschrieben ist, besteht vielleicht doch Hoffnung für den Homo sapiens, dass ER irgendwann wirklich der bessere Mensch wird und Tieren jene respektvolle Behandlung entgegenbringt, die er für sich selbst erwartet.  

Buchtipps

Peter Sasse: Tiere sind die besseren Menschen (ISBN: 978-3-946635-01-7)
Ein Buch für Tierquäler und Tierschützer, Fleischesser und Vegetarier, Gläubige und Nichtgläubige.

Marc Bekoff: Sind Tiere die besseren Menschen? (ISBN: 9783440156513)
Fairness & Empathie im Tierreich

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