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REDbook – #stayhome im November!

Als wir am 29. April und nach 32 Tagen unser Homeoffice-Book  schlossen, waren wir eigentlich ziemlich optimistisch, dass, auch wenn uns der lästige Mr. C. zwar weiter bremsen würde und wir uns so rasch auch keine großen Sprünge, vor allem reisetechnisch, erwarten dürfen, wir uns dennoch in unserem halbwegs gewohnten Vorcorona-Alltag wiederfinden würden. Mit großer Vorsicht, Rücksicht und Weitsicht, also mit Maske rund um Naserl und Mund, mit ausreichend Abstand zum Nächsten, Wasser und Seife fürs Händewaschen und vor allem mit dem Wissen, dass der chinesische Drache längst noch nicht besiegt ist. #stayhome ist leider nicht aus der Mode!

Zwischen unserem hoffnungsfrohen Epilog zum Ende des ersten Lockdowns am 30.04. und dem heutigen, dem zweiten Shutdown einläutenden Prolog, liegen 186 Tage und ein ganzer Sommer, der uns scheinbar vergessen ließ, worum‘s eigentlich geht. Warum man uns im Frühling den Stecker rausgezogen und die Wirtschaft und unser gewohntes Leben bis in den Keller runtergefahren hat. Um eben diesem listigen Two-Face – egal wie harmlos er sich auch verkaufen mag – deutlich zu machen, dass er bei uns kein Bleiberecht hat. Dass wir eben aufeinander schauen, dass wir unsere älteren und krankeren Mitmenschen beschützen und dass wir nicht wollen, dass eines der besten Gesundheitssysteme der Welt einfach kollabiert – und wir mit. Also haben wir uns ziemlich eindrucksvoll angestrengt und Mr. C fürs erste platt gemacht. Um letztlich diesen kollektiven Erfolg zu verspielen, weil wir einfach nicht schlau genug waren, um zu erkennen, dass der Drache eben nur grad ein kleines Nickerchen macht.

Jetzt brennt der Hut, fast schon lichterloh - und auch wenn’s vielen Corona-Kritikern, vor allem aber jenen, die von Geburtswegen grundsätzlich gegen alles und jeden sind und die egal welche Maßnahme, diese als überzogen, nicht verhältnismäßig und rechtskonform, freiheitsberaubend und demokratiegefährdend ansehen - für Schuldzuweisungen, so man überhaupt von Schuld sprechen darf, ist weder Zeit noch hilft sie weiter.

Ja, wir können gerade nicht, wie wir wollen. Und weil wir nicht können, wie wir wollen, beginnen wir uns das Leben – das aktuelle, das andere, das neue und zugegeben sehr abnormale – gegenseitig schwer zu machen. Indem wir uns von einem kleinen Virus in zwei Lager spalten lassen.

Da ist die Fraktion „folgsamer Bürger“ – das ist der, der im Miteinander denkt und tut, was ihm der Staat sagt. Das ist wiederum der, der im Falle Österreichs für acht Millionen Menschen verantwortlich ist und entsprechende Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen muss. Der, um aus diesem Wahnsinn so rasch als möglich rauszukommen, uns, den freien Bürgern sagt, was zu tun ist. Ob uns das gefällt oder nicht. Und genau hier, mit der gegen alles opponierenden und hinterfragenden „Ich“ Fraktion, wird die Pandemie zum „Glaubenskrieg“ und führt zum Riss in der Gesellschaft. Und der wiederum kann ganz rasch zur Gefahr für demokratische Strukturen werden. Wenn nämlich, wie das bei Anti-Corona-Demonstrationen bereits sichtbar war, Corona-Skeptiker zum Werkzeug rechtsradikaler Skandierer werden.

Bitte, lassen wir uns nicht am Buckel eines Virus – wie gefährlich oder ungefährlich es auch sein mag – auseinanderdividieren, auch wenn’s gerade unbequem und ziemlich unlustig ist. Packen wir’s auch jetzt wieder gemeinsam an, denn, um aus diesem Alptraum rauszukommen, braucht es das Team Österreich, braucht es uns acht Millionen Österreicher. Schicken wir Mr. C dorthin, wo der sprichwörtliche Pfeffer wächst, wo er sich dann, wenn er mag, fröhlich mit sich selbst vermehren kann. 

Eigentlich wollen wir doch alle das Gleiche: Unbeschwert, gesund und sicher im urbanen Raum oder am schönen Land im Miteinander leben. Wir möchten reisen und cocktailschlürfend unter Palmen am exotischen Puderzuckerstrand die Seele baumeln lassen. Wir möchten im warmen Meer oder erfrischenden See schwimmen, im Regenwald wandern, im Hochgebirge trekken und durch coole Städte flanieren. Wir wollen einfach nur „sein“ und stehen uns dabei ziemlich im Weg. „Das Virus hat keine Farbe, das Virus ist einfach nur ein Virus“, sagt Bundespräsident Alexander van der Bellen und das Virus ist mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Kreation irgendeiner Regierung, auch nicht der österreichischen.

Geben wir also COVID nicht die Oberhand und sind wir nicht dümmer als all seine Kollegen - H1N1, SARS, MERS & Co - zusammen. Nicht mehr und nicht weniger, dann geht sich das bei Ende November auch aus.

Tragen Sie bitte einen Mund-Nasenschutz, halten Sie Abstand und waschen Sie sich oft und gründlich die Hände.

Und bitte, bleiben Sie gesund!

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