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REDbook – #ServusAnBord!

Der 15. Juni 2020 wird ebenso wie der 19. März 2020 in die mehr als 60jährige Geschichte von Austrian Airlines eingehen. Denn zwischen dem letzten #Servus für die Passagiere von OS 066 am 19.03. von Chicago nach Wien und dem ersten #ServusAnBord von OS 111 am 15.06. von Wien nach München liegen 90 Tage Stillstand. Und damit 90 Tage Bangen und Hoffen, ob und wie der österreichische Homecarrier diese Apokalypse, in die ein winzig kleines Virus die ganze Welt gestürzt hat, überleben wird. Sie wird, das ist gesichert. Auf die AUA ist eben Verlass, weil diese fantastische 7.000-köpfige Crew inklusive dem Oberboss in seinen sportlichen Austrian-Sneakers hält, was man zu Beginn des Lockdowns versprochen hat: Nämlich kein „Good Bye“, sondern ein Servus und „See you later“. Und dieses „later“ hat am 15. Juni begonnen.

Ich fliege mit Fritz. Sie wissen schon, das ist mein Hausverstand, der sich gerne und oft in den Vordergrund drängt. Jetzt darf er das, jetzt soll er das sogar und das nutzt der gscheite Fritz auch so richtig aus. Seit er nämlich mitbekommen hat, dass wir beide am Erstflug – dem restart flight von Austrian Airlines – dabei sein werden, war er ziemlich aufgeregt und voll freudiger Erwartung. Sie müssen nämlich wissen, dass Fritz ein begeisterter Vielflieger ist – naja, war – denn seit ihm Mr. C das Einchecken verboten hat, ist er wirklich unleidlich geworden. Wann geht’s denn wieder los, wann können wir wieder fliegen, flüsterte er mir in den letzten Wochen laufend ins Ohr. Er sammelt Bordkartenabschnitte, die mittlerweile einige Schuhkartons füllen und die hat er in den letzten Wochen akribisch zuerst nach Datum, dann nach Farbe und letztlich nach Airlinecodes sortiert. Irgendwann, in Woche drei oder vier unserer gemeinsamen „Zweisamkeit“, hat er plötzlich begonnen, ein Plastiksackerl mit Flüssigkeiten in Kleinstmengen zu befüllen. Damit er nicht aus der Übung kommt, wenn’s dann wieder losgeht mit der Fliegerei.

Gestern war es dann endlich soweit: Austrian Airlines folgen seit 15. Juni also wieder ihrer Profession und wir – Fritz und ich – sind am Erstflug nach München mit vielen anderen Gästen dabei gewesen. Dass es ein anderes, neues Flugerlebnis werden wird, war uns beiden längst klar. Was jedoch unserer Freude, dass da wieder was geht, überhaupt keinen Abbruch tat. Wir hatten nämlich kein Problem damit, dass wir – obwohl es per 15. Juni die Mundschutztragepflicht mit wenigen Ausnahmen in Österreich nicht mehr gibt – bereits beim Betreten des Airports das Maskerl über Mund und Nase stülpen mussten. Nur Fritz nervte ein wenig: „Welches nehm‘ ich denn?", matschkerte er laufend. „Das dünnere, weißblau-gestreifte oder doch lieber dem Anlass passend das rotweißrote Stoffteil?" „Fritz", sagte ich, „Du sagst selbst immer, dass es völlig wurscht ist, wie das Maskerl aussieht, Hauptsache, man verwendet es. Also bind Dir eines um und lass uns endlich fliegen." By the way, die Antwort hat uns dann die AUA abgenommen und Fritz trug sein vorgewaschenes und made in Tirol produziertes, rotes #servus Maskerl mit ziemlichem Stolz vor sich her. Und als wir dann durch die rotgewandeten Fähnchen schwingenden und fröhlich Spalier stehenden Austrian-Mitarbeiter – alle mit #servus Masken bekleidet – Richtung Gate gingen, wurden nicht nur Fritz‘ Augen nass. Das war echtes Livekino, das sich an Bord fortsetzte. Und, um es mit Fritz zu sagen: „Die sehen echt mega aus mit ihrem in elegantem grau gehaltenen Mundschutz, die lachen sogar durch die Maske“. Stimmt, Fritz, Charme kann man nicht lernen, Charme ist der Austrian Crew einfach angeboren, egal ob mit Hut, Kopftuch oder jetzt halt mit Mundschutz.

Gestört hat uns das Maskerl übrigens während des gesamten Events – vom Checkin bis zum Checkout und natürlich an Bord des Austrian Embraer – keine Sekunde. Ja, es war zugegeben etwas warm darunter – hier auch ein Tipp an die weiblichen Passagiere: Schminken Sie sich nicht zu viel, es bleibt nicht wirklich viel davon übrig! Aber wissend, dass die Maske nun als wesentlicher und verpflichtender Bestandteil der Allgemeinen Beförderungsbedingungen von Austrian Airlines gilt und auch am Flughafen Wien Tragepflicht besteht, führt daran jetzt mal bis auf Weiteres kein Weg vorbei. Also warum dann darüber aufregen?

Ehrlich, es soll uns in nächster Zeit auch nichts Schlimmeres passieren, als ein Stück Stoff, das uns als schützende Maßnahme am Weg zurück in eine normale Normalität unterstützt. Oder wollen Sie ein Lockdown-Revival erleben? Schaut man nämlich nur ein Stückweit nach links oder rechts über den großen Teich, liegt Gefahr in der Luft, die mit dem nun wieder zunehmenden Flugverkehr und den sich öffnenden Grenzen ganz schnell auch wieder Fahrt in Richtung Österreich aufnehmen kann. Sind wir also nicht leichtsinnig und vor allem nicht gescheiter als die, die’s wirklich studiert haben und tragen wir das Maskerl – nur, weil wir’s da halt müssen – nicht nur jetzt im AUA-Flieger – sondern weiterhin auch überall dort, wo viele Menschen auf einem Fleck zusammenkommen und der Mindestabstand nicht mehr gewährleistet werden kann.

Denken wir also bitte auch weiterhin über den Tellerrand und lassen unseren Hausverstand auf all unseren Wegen nicht alleine zu Hause. Denn sonst könnte es nicht nur bei Austrian Airlines ganz schnell wieder ganz finster sein!

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