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REDbook – No more words needed!

In welcher Zeit leben wir eigentlich, wenn im 21. Jahrhundert, im ach so modernen und hochtechnisierten digitalen Zeitalter der Industriellen Revolution 4.0, Menschen noch immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, nur, weil sie anders denken, anders aussehen, anders leben, anders lieben? Wenn die Hautfarbe noch immer über oben und unten in der Gesellschaftsschicht entscheidet und alleine nur Schwarz sein schon ein Todesurteil sein kann? Werden Rassismus und Diskriminierung – wie vom mächtigsten Mann der Welt im Land der vielgepriesenen unbegrenzten Möglichkeiten gerade vorgelebt – derart befeuert, sind schlafende Hunde geweckt.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der ins Visier der US-Polizei geraten war, weil er angeblich mit Falschgeld Zigaretten in einem Store bezahlen wollte, ist eine Tragödie, die traurig, wütend und sprachlos macht. Über Amerikas Grenzen hinaus, denn der brutale Mord – als solcher muss dieser „Polizeieinsatz“, bei dem sich ein weißer Cop fast neun Minuten lang auf den Hals des vermeintlich Verdächtigen kniete, bis dieser keine Luft mehr bekam, bewertet werden – ist kein Einzelfall. Nicht in den USA und auch nicht in der restlichen, westlichen Welt. Diese Gewalt und dieser Machtmissbrauch der Exekutive – eines fürs Gemeinwohl zuständigen Organs – macht die gerade in der amerikanischen Gesellschaft noch immer vorherrschende tiefe Rassenkluft und Diskriminierung gegenüber Afroamerikanern deutlich. Und wird von Donald Trump, der sich selbst als "Law and Order President" bezeichnet – wovon ein medienwirksam inszeniertes Bild vor der Kirche St. Johns mit Bibel in der Hand zeugen soll – ordentlich befeuert. Denn der amerikanische Präsident sucht nicht den Konsens und Frieden, vielmehr gießt er mit seinen Brandreden Öl ins Feuer und scheint sich in dieser Rolle ziemlich gut zu gefallen. „Seit Beginn seiner Amtsperiode hat sich Trump als jemand präsentiert, der Konflikt sucht, nicht Versöhnung, als Kämpfer und nicht als Friedensstifter“, analysierte die New York Times „Das spricht einen substanziellen Teil der Bevölkerung an, die in ihm einen Präsidenten sehen, der bereit ist, das etablierte und berechtigte Establishment herauszufordern.“ (Zitat Quelle: orf.at)

Es geht also um Wählerstimmen, und da scheint – das ist jetzt aber kein rein US-amerikanisches Phänomen –  jedes Mittel erlaubt zu sein. Sogar ein Menschenleben, ein schwarzes, das in der langen Geschichte der USA bis heute nicht den gleichen bürgerrechtlichen und gesellschaftlichen Status erlangt hat, wie ein weißes. Ein Blick in die Geschichte zeigt vom Beginn des atlantischen Sklavenhandels im 15. Jhdt. über den Südstaaten-Bürgerkrieg bis zu Martin Luther King und seiner Bürgerrechtsbewegung, als sich „black“ als Synonym für Stolz, Wehrhaftigkeit und Kraft darstellte, was u.a. auch von James Brown in seinem Song „Say It Loud – I’m Black and I’m Proud“ zum Ausdruck kam.

Der Stolz der Schwarzen ist bis heute ein Teil der Kontroverse und genau das, was den dummen weißen Mann immer schon, auch damals auf den Baumwollplantagen, als man noch Negro oder Neger – zumindest diese herabwürdigenden Diktionen sind längst mehrheitlich aus den Wortschätzen verschwunden – zu den aus Afrika stammenden Sklaven sagte und sie unter menschenunwürdigen Bedingungen zur eigenen Bereicherung ausbeutete. Diese Wunden sind tief und als dann mit Barack Obama erstmals ein nicht Weißer – der sich selbst gleichermaßen als schwarz und als Afroamerikaner identifizierte – Präsident der Vereinigten Staaten wurde, keimte Hoffnung auf, die Rassenprobleme endgültig beseitigen zu können. Es schwang, was die Frage der Blackness von Obama betraf, aber auch Kritik mit. Denn der Demokrat Obama wurde während des Wahlkampfes von verschiedenen Seiten als „zu schwarz“ oder im Gegenteil als „nicht schwarz genug“ kritisiert, da seine Mutter weiße Amerikanerin und sein Vater schwarzer kenianischer Immigrant waren.Die Kluft ist groß, jedoch hätte Amerika einen Mann wie Obama weiterhin an der Spitze des Landes, wären die USA nicht dieses Land, das es jetzt, nach knapp vier Jahren Trumpscher Amtsführung, ist. Ein Land, in dem sich wieder verstärkt Hass gegenüber jenen breit macht, die anderes aussehen, anders denken, anders leben, anders lieben. Laut Washington Post haben Hassverbrechen unter Trump um 30 % zugelegt. No more words needed …

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