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REDbook – Nicht reden, endlich tun!

Das Negative am Positiven ist gerade DAS Gebot der Stunde und Nasenbohren vom Kleinkind bis zum Opapapa ausdrücklich erlaubt und – am besten täglich – dringend erwünscht. Weil systemisches, kontinuierliches und strategisches „in der Nase bohren“ bis zur flächendeckenden Impfimmunisierung aktuell als einzig probater Weg zurück in ein wieder halbwegs normales Leben erscheint. Testen, testen, testen, was im kleinen Österreich fast schon wie das tägliche Zähneputzen zum jüngsten Alltag gehört und von renommierten Virologen und Epidemiologien sowieso seit Monaten propagiert wird, kommt als großer Erkenntnisgewinn nun auch bei unseren Lieblingsnachbarn an. Weil die Pandemie bis zum St. Nimmerleinstag zugesperrt auszusitzen, niemand, ob Jung oder Alt und schon gar nicht die Wirtschaft aushalten.

Noch haben wir Winter und der wird uns fix nochmals seine kalte Seite zeigen. Doch das stecken wir locker weg, denn der Frühling schaut bereits keck ums Eck und Ratz Fratz geht’s dann Richtung Sommer. Eine schöne Perspektive, denn mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeiten steigt auch die Hoffnung und Aussicht, dass sich Mr. C endlich vertschüsst. Gut, nicht für immer, denn dieser kleine uncharmante Fiesling ist doch tatschlich gekommen, um zu bleiben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er sich’s ab nächstem Herbst – wenn es wieder kühler wird und wir uns wieder nach drinnen verkrümeln – erneut quer über den Erdball exponentiell gemütlich macht, ist eher gering. Hoffentlich, denn sonst gute Nacht Wirtschaft und Gesellschaft, weil das ewige Mühle-auf-Mühle-zu-Spiel ein Auslaufmodell ist, das bereits in seiner ersten Saison die Belastbarkeitsgrenze aller erreicht bzw. im Tourismus, Touristik & Luftfahrt, Hotellerie, Gastronomie, Messen, Veranstaltungen und Kultur diese längst überschritten hat. Machen die europäischen Regierungskapazunder nicht endlich gemeinsam echte Nägel mit Köpfen und keine rostigen, passt bald kein Blatt Papier mehr dazwischen. Dann sind diese Branchen nämlich auf lange Zeit kaputt und zigtausende Menschen ohne Job. Fraglich, ob für dieses Szenario in den Schubladen der klugen Politstrategen ein Plan B liegt.

Obwohl, den gibt es und damit zeigt Österreich ja auch gerade groß auf. Freitesten – das Staberl ins Naserl – kostet nichts, auch kaum Zeit und ist, bis wir endgültig alle das „Freiheits-Spritzerl“ initiiert bekommen, der einzige vernünftige Weg aus diesem Lockdown-Wahnsinn. Deutschlands „Chefin“, Angela Merkel, bis vor kurzem noch eine vehemente Verfechterin einer nahezu Null-Inzidenz, hat nun auch erkannt, dass die österreichische Strategie – ja, unser Bundeskanzler brauchte auch ein bisserl länger bis zum Freitest-Erkenntnisgewinn – nicht die verkehrteste ist. Sie gibt eine Perspektive und motiviert die Menschen, die zumindest wieder ein wenig den Duft von Freiheit und Selbstbestimmtheit – und sei es nur für eine frische Dauerwelle – schnuppern dürfen. Warum aber nicht auch der „Staberltest“ für einen Spritzer, ein Seidel Bier und ein Wiener Schnitzerl beim Lieblingswirt, für eine Melange und einen Apfelstrudel im kleinen Café oder für ein Entspannungs-Wohlfühlwochenende in einem feinen Hotel irgendwo in Österreich, denn grenzüberschreitendes Reisen kommt ja unverändert einem akrobatischen Akt gleich? Warum also nicht auch das Reintesten ins Beisl oder Restaurant, ins Kino, die Oper oder ins Theater, ins noble Hotel oder in die familiäre Frühstückspenison? Um diesen von der Corona-Pandemie hart getroffenen Branchen wieder halbwegs Hoffnung zu geben. Die hat aber auch die Outgoing-Touristik, die haben die Reisebüros, Reiseveranstalter und Fluglinien, nicht minder dringend notwendig. Hier, wie in der Hotellerie und Gastronomie stehen die Unternehmer längst schon mit dem Rücken zur Wand und mit ihnen zigtausende Arbeitsplätze vor dem Aus. Zeit für leere Worte hat hier niemand mehr, der Sommer steht vor der Tür und damit die letzte Möglichkeit, noch ein bisschen von der ganzen verbrannten Erde wieder urbar zu machen. Testen ist dabei nur ein kleiner Baustein am Weg in den Sommerurlaub, wofür es klare EU-weite Regelungen ebenso wie eine dringende Vereinheitlichung der Sicherheits- und Hygiene-Konzepte – davon gibt es unzählige und alle sind gut – einheitliche Reisebestimmungen und Planungssicherheit, aber natürlich die Impfung und den damit verbundenen europäischen digitalen Impfpass besser gestern denn morgen braucht.

In einer Petition hat die österreichische Reisebranche ein Fünf-Punkte-Maßnahmenpaket an die Bundesregierung gerichtet, weil, so ÖRV Präsident, Dr. Josef Peterleithner, ÖVT Präsidentin, Phillies Ramberger und Reisebüro-Fachverbands Obmann, Gregor Kadanka, unisono: „Nur wenn jetzt endlich wieder eindeutige Rahmenbedingungen für den Tourismus geschaffen werden, werden die professionellen Tourismusmunternehmen Urlaube weiterhin in gewohnter Qualität auf höchstem Sicherheitsniveau und mit größtmöglichem Schutz für die Kunden anbieten können.“

Auch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat unter #sicheröffnen eine Petition zum Re-Opening der Hotellerie gestartet. Tests für Gäste und Mitarbeiter im 48-Stunden-Rhythmus, entsprechende Sicherheitsabstände, das Tragen von FFP2-Masken und ein gesichertes Contact-Tracing durch eine hundertprozentige Gästeregistrierung sind in der Hotellerie längst standardisierte Maßnahmen, „die für Betriebe und Gäste mittlerweile fast schon zur Normalität geworden sind und von allen mitgetragen werden“, betont der ÖHV Generalsekretär Dr. Markus Gratzer.

Ja, was Hotellerie, Gastronomie und Touristik eigenverantwortlich tun konnten und können, ist längst getan und umgesetzt, jetzt sind SIE – die österreichische Bundesregierung und alle auf EU-Regierungsebene Verantwortlichen – gefordert, endlich branchen- und unternehmensrettend aktiv zu werden. Damit die Tourismus-Türen nach und von Österreich nicht für lange Zeit zu, sondern auf und der Wirtschafts- und Tourismus-Standort Österreich bereits im Sommer 2021 wieder reüssieren kann.

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