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REDbook – Nehmen wir's doch lustig!

In 72 Tagen ist schon wieder Weihnachten, also fast schon morgen. Denn was sind heute schon zwei Monate und ein paar Tage – überhaupt in diesem verrückten Jahr – in dem sowieso nichts mehr so ist und anzunehmender Weise auch vieles nicht mehr so wird, wie es noch zu den letzten Weihnachten war. Aber was im Leben ist schon beständig, außer dem Wandel, wie schon der weiße Heraklit vor mehr als 2.500 Jahren treffend zu formulieren wusste. Anzunehmen, dass der griechische Philosoph dereinst weder das Christkind noch ein hinterlistiges Virus, das im Jahr 2020 die ganze Welt in Geiselhaft nimmt, damit meinte. Aber das eine bedingt irgendwie den Wandel des anderen. Was eigentlich gar nicht so verkehrt ist.

Vieles in diesem verflixten Coronajahr ist anders, vieles ist bereits zur sogenannten neuen Normalität und ungeliebten Routine geworden. Manches jedoch – da kann Mr. C kopfstehen – wird sich wohl nie ändern, gut oder schlecht, das mag jeder für sich selbst beurteilen. Es soll ja durchaus Menschen geben, die die ruhige und besinnliche Zeit gar nicht erwarten können und sich den weihnachtlichen Kick mit Lebkuchen und Spekulatius bereits mitten im Hochsommer ins Wohnzimmer holen. Gibt’s doch diese saisonalen Kekserln bereits dann in den Supermärkten, wenn draußen die Sonne noch brennheiß vom Himmel scheint und man bei spritzigen Getränken auf den Sommer anstoßt. Man kann halt nicht früh genug beginnen, den Kunden zu „inspirieren“ – heuer, da die Wirtschaft coronakrank ist, besonders. Also rückt auch der Einzelhandel bereits sein weihnachtliches Bling-Bling und viele fröhliche Rudis mit ihren roten Nasen prominent ins Schaufenster. Und verzichtet dabei – und dafür sei dem Christkind herzlichst gedankt - NOCH auf Last Christmas und Jingle Bells in der Dauerschleife.

Verzicht, ein Stichwort, das gut in diese „andere“ Zeit und natürlich generell in die Weihnachtszeit passt. Denn mit Blick auf die gerade wieder stark steigenden Zahlen und die damit verbundenen Maßnahmenverschärfungen weicht die Vorfreude auf eine glitzernde, fröhliche Adventzeit großer Unsicherheit und Skepsis. Wird man überhaupt, so wie man das eben gewohnt ist, unbeschwert über Weihnachtsmärkte flanieren, an den kleinen Buden in buntem Krims-Krams stöbern und den einen oder anderen Glühwein und Punsch für den guten Zweck trinken können? Und werden vor allem Touristen, wenn Wien, Salzburg, Linz und Co, wenn Österreichs Landeshauptstädte und viele andere wundervolle Orte zu einem einzigen Christkindlmarkt werden, dieses stimmungsvolle weihnachtliche Funkeln und Glitzern überhaupt hierzulande erleben können und damit den dringend notwendigen Impuls als Weihnachtsgeschenk für das österreichische Incoming und die Stadthotellerie mitbringen?

An der Sicherheit, an den Präventivmaßnahmen, wird es auf keinem heimischen Weihnachtsmarkt scheitern. Auch wenn mit Mund-Nasenschutzpflicht für Besucher und Mitarbeiter, Einbahnregelungen, Ordnerdiensten, Desinfektionsspendern und Hygienevorschriften, digitalen Frequenzmessungen oder viereckigen Stehtischen an den Punschständen ein System den Christkindlmarktbesuch diktieren aber nicht verderben wird. Denn es liegt alleine an uns, was wir daraus machen. Matschkern, wie das der Wiener halt gerne tut, über etwas, das sowieso nicht zu ändern ist? Oder einfach das Beste daraus machen.

Drehen wir den Spieß doch einfach um und nehmen wir’s gerade was den Mund-Nasenschutz betrifft, von der heiteren Seite. Lachen soll ja bekanntlich sehr gut fürs Immunsystem sein, warum also versuchen wir uns Corona nicht ein Stückweit wegzulachen? Indem wir beispielsweise das tun, was wir im Fasching und seit ein paar Jahren mit großem Mut zur Hässlichkeit zu Halloween freiwillig und ziemlich kreativ tun? Wir maskieren uns und finden’s einfach nur lustig. Niemand jammert und sudert, dass die blöde Maske stört, dass man giftige Dämpfe inhaliert und unter dem freiheitsberaubenden Ding einfach nur schwitzt und müde wird? Warum halten wir’s jetzt nicht ebenso wie in der Narrenzeit, witzige und schräge MNS-Designs gibt’s ja mittlerweile reichlich? Dann kann auch der Christkindlmarktbesuch zu einem Vergnügen werden. Und, ist’s kalt draußen, schützt das Maskerl zudem die empfindlichen Bronchien. So schlecht ist das Ganze doch gar nicht, oder?

Ach ja: Faschingsbeginn ist ja traditionell immer am 11.11. – heuer fing die „lustige Zeit“ halt schon ein bisserl früher an und wird wohl auch länger dauern. Damit schon jetzt ein fröhliches Helau, Leilei und frohe Weihnachten. 

Zur Information:
Für die Weihnachtsmärkte wurde ein COVID-19 Präventionskonzept entwickelt. Es umfasst u.a.:

  • Maskenpflicht für Besucher und Mitarbeiter (ausgenommen bei der Einnahme von Speisen und Getränken)
  • Desinfektionsspender und regelmäßige Handhygiene
  • Keine Aktivitäten in Innenräumen
  • Einbahnregelungen & Ordnerdienste
  • Empfehlung, kein Kinderprogramm zu veranstalten
  • Maximal 4 Personen pro Stehtisch in eigenen Zonen

Stand 08.10.2020: Eine Adaption erfolgt laufend. Je nach Entwicklung der Situation sind kurzfristige Änderungen auf den Märkten und Veranstaltungen sowie Absagen möglich. Weitere Infos unter https://www.wien.info/de/einkaufen-essen-trinken/maerkte/weihnachtsmaerkte

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