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REDbook – Fliegen mit Vollvisierhelm

Die Nachfrage nach Flugreisen wird sich zwar noch länger in überschaubaren Grenzen halten, aber alleine, dass man diese nun bald wieder schrittweise überschreiten kann, dass man bald wieder in andere Länder reisen kann, gibt dem Menschen das Gefühl von Freiheit zurück. Auch wenn am gesamten Flugprozess – vom Boarding bis zur Gepäckausgabe – nichts mehr so ist, wie es noch vor ein paar Wochen war. Zumindest auf Zeit werden wir also mit Babyelefant und Vollvisierhelm reisen.

Ein Urlaubsflug verbunden mit vierzehntägiger Quarantäne bei Einreise bzw. Heimreise – nein, das ist nicht witzig. Da vergeht einem von vorneherein der Spaß an der Urlaubsfreude, da kommt keine Lust auf Familienferien am Mittelmeerstrand auf. Unter solchen Voraussetzungen will man, egal ob mit Bahn, Bus oder Flugzeug, nicht verreisen. Solche Bedingungen werden die gewohnten internationalen Reiseströme mit Sicherheit nicht beflügeln. Davon ist man auch beim Luftfahrt-Dachverband IATA überzeugt und kritisiert demzufolge auch derartige Überlegungen von Ländern, die eine Öffnung des grenzüberschreitenden Flugverkehrs mit derartigen Maßnahmen zwingend verbinden möchten.

Was aber präventiv gegen Mr. C, diesen blinden Passagier tun, wenn, wie sich gerade abzeichnet, Airlines ihren Flugbetrieb Richtung Sommer beginnen, wieder sukzessive hochzufahren und somit möglicherweise doch noch ein Stück vom großen Hauptsaisongeschäft zu retten ist? Die Bandbreite an Ideen ist groß und reicht von sinnvoll, praktikabel, elegant, futuristisch bis hin zu gänzlichem Mumpitz. Sei’s wie’s sei, wollen wir in Coronazeiten in andere Länder reisen, werden wir’s hinnehmen müssen, wie’s ist und dürfen uns jetzt schon auf die Zeit danach freuen. Obwohl, die eine oder andere „Innovation“ könnte bleiben und dann, wenn wir wieder in der guten alten Flugnormalität angekommen sind, das Zusatzangebot – das, mit dem sich Fluglinien längst ein ordentliches Zubrot verdienen – entsprechend ergänzen. Kontaktloses Bezahlen an Terminals, nur eine von aktuell vielen Ideen, hätte derartiges Potenzial. Aber noch sind wir nicht soweit, noch kämpfen wir gemeinsam gegen Mr. C, den unsichtbaren Feind in unser aller Leben.

An den kessen Maskenlook in unserem jetzigen Alltag haben wir uns langsam schon gewöhnt. Also wird’s wenig stören, Mund- und Nasenschutz auch im Flieger zu tragen. Von Bordcrew und Passagier, was zwar Essen und Trinken erschwert bzw. unmöglich macht, aber ehrlich: Was wird einem hier abgehen, außer Nichts? Denn schon in Vor-Coronazeiten gab es auf Kurz- und Mittelstreckenflügen außer Knabberspaß und Wasserglas kein wirklich großes Angebot. Und Wasser könnte in Einwegflaschen angeboten werden, was allerdings der Umwelt nicht zuträglich ist und der Plastikdiskussion neue Nahrung gäbe. Alles also nicht so einfach, wie man sieht.

Apropos einfach, das ist es mit dem notwendigen Abstandhalten gerade im Flieger, vor allem aber im Boardingprozess, auch nicht wirklich. Die anfängliche Idee, den Mittelsitz im Flugzeug freizulassen, war als Erstmaßnahme richtig, scheidet jetzt aber aufgrund von Unprofitabilität bei den meisten Airlines aus. Und ist etwa für Mr. Billigairline, Michael O’Leary, nur dann eine gangbare Option, wenn die Staaten dafür die Kosten übernehmen. Eine krude Überlegung, die die IATA aber mit einem Rechenbeispiel untermauert: Bliebe nämlich der Mittelplatz aufgrund behördlicher Vorgaben frei, müsse der Ticketpreis um 40 bis 50 % steigen, um rentabel zu fliegen. Das ist nicht nur in Zeiten von Corona mit schwacher Nachfrage ein kaum umsetzbares Unterfangen und würde, so der IATA-Generaldirektor, Alexandre de Juniac „das Ende des erschwinglichen Reisens bedeuten.“ Jetzt, im sanften Restart ist wohl auch noch nicht von vollen Fliegern auszugehen. Dann aber, wenn’s wieder beginnt, eng in der Maschine zu werden, könnten Plexiglasscheiben – ähnlich den Zwischenwänden in den nobleren Flugklassen vieler Airlines – angebracht zwischen den Sitzen, eine probate Lösung sein. Auch die Idee, den Mittelplatz der Sitzreihen jeweils umzudrehen, also gegen die „Fahrtrichtung“ zu fliegen und zu atmen, ist keine unlogische. Stichwort Atmen: Tun Sie das ruhig, entspannt und regelmäßig, egal wo sie im Flugzeug sitzen. Denn es gibt kaum eine sauberere Luft als im Flieger, das belegen auch zahlreiche renommierte Studien. Steigen sie krank aus dem Flieger, dann waren sie das mit ziemlicher Sicherheit schon beim Einsteigen. Es ist nämlich ein Märchen, dass man sich im Flugzeug mit allem möglichen ansteckt, vor allem mit Keimen, die aus der Klimaanlage durch die Flugzeugkabine geschleudert werden. Fehlanzeige, denn die Luft im Flugzeug ist was Keime betrifft, mit der in einem Operationssaal vergleichbar, also nahezu keimfrei und das Ansteckungsrisiko an Bord verschwindend gering. So gibt es bislang auch keinen einzigen nachweisebaren Fall einer Corona-Ansteckung an Bord einer Langstreckenmaschine.

Bevor man sich’s aber mit Maske auf Abstand und normal atmend im Flieger „gemütlich“ macht, hat man bereits einen längeren Weg hinter sich. Zeit wird ein wesentlicher Faktor im „Corona“-Abfertigungsprozess sein, neue Umlauftechniken wie Boarding ausschließlich über Fluggastbrücken – wenn mit Bus, dann mit möglichst wenigen Passagieren darin – sollen den nötigen Abstand gewährleisten. Fieberchecks – wie bereits von einigen Fluglinien und Flughäfen praktiziert – werden wohl state of the art werden. Denn die Angst ist groß, dass ein infizierter Passagier das Virus an Bord schleppt und es fliegend weiter in die Welt getragen wird. So wie das beispielsweise bei SARS der Fall war. Daher auch die hohe Sensibilität seitens der Regierungen und Gesundheitsbehörden, was Fluglinien wiederum dazu auffordert, in neue Technologien zu investieren. Etihad beispielsweise testet gerade auf ihrem Hub Abu Dhabi kontaktlose Zahlungsterminals. Die über den Reisepass mit einer Gesichtserkennung gekoppelt sind und ohne Berührung Puls, Körpertemperatur und Atmenfrequenz über Temperaturveränderungen im Nasenbereich messen, um so mögliche Krankheitssymptome festzustellen. Einige Airlines zeigen an dieser neuen Boardingtechnolgie bereits Interesse, wie welt.de auf Anfrage vom Hersteller Elenium Automation erfuhr. Ja, es klingt alles noch sehr nach Zukunft, wenn etwa der Herzschlag über veränderte Lichtreflexionen an durchbluteten Stellen im Gesicht ermittelt wird. Aber wollen wir wieder grenzenlos die Welt bereisen, müssen wir uns den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Weil zu befürchten steht, dass Mr. C über eine große reisefreudige Verwandtschaft verfügt … 

(Quellenachweis: welt.de)

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