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REDbook – Die grüne Hoffnung!

Rot ist die Liebe, Blau die Treue, Weiß die Unschuld, Gelb der Neid und Grün die Hoffnung – diese kindliche Farbenlehre kennt wohl jeder von uns. So infantil und verkehrt ist sie aber gar nicht, denn Farben drücken Gefühle aus, wirken beruhigend, an- und aufregend auf Körper, Seele und Geist und beeinflussen somit wesentlich das persönliche Befinden und allgemeine Situationen. Genau in so einer allgemeinen Situation befinden wir uns seit einem Jahr, nur, müsste man Corona eine Farbe geben, würde wohl das unbunte Schwarz passen. A la longue hat die dunkelste aller Farben und damit dieser ganze Corona-Supergau gegen das gesunde Grün sowieso keine Chance. Weil das althochdeutsche „gruoen“ wachsen, sprießen und gedeihen bedeutet. Genau dafür, für ein neues Wachstum gerade im Reisebereich, legt der grüne digitale Pass den Grundstein in ein frisches und sehr gruoenes Leben.

Wachsen ist immer einfach, schrumpfen viel schwieriger, sagte der Austrian CEO, Alexis von Hoensbroech, im Rahmen der Präsentation der Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das alles andere als grün ist, wofür die rot-weiß-rote Airline, wie auch die große deutsche Mutter und viele andere fliegende Marktbegleiter, deren Bilanzen ebenfalls tiefrot ausfielen, nichts können. Auch dem Flughafen Wien machte der Typ aus Wuhan einen ordentlichen Strich durch die über Jahre erfolgsverwöhnte Konzernrechnung – auch hier steht erstmals in der Unternehmensgeschichte ein fettes Minus.

Die AUA produziert seit November 2020 gerade einmal 15 % ihrer normalen Vor-Corona-Kapazitäten und ist damit auf einem Niveau, das keine großen Sprünge und gerademal ein Leben von der Hand in den Mund erlaubt. Wofür das Rettungspaket der Regierung, Hilfe durch die Lufthansa-Mama, natürlich die hohe Leidensfähigkeit und der große Sparwille der Mitarbeiter sowie das Entgegenkommen zahlreicher Lieferanten die Basis schafft, um diese Krise als Unternehmen einigermaßen zu überstehen. Sparen, sparen, sparen lautet daher noch auf längere Zeit die Devise im jetzt auf die Hälfte geschrumpften Headquater am Flughafen Wien. Hier wird sich die durch natürliche Fluktuationen und dem Auslaufen von befristeten Dienstverträgen bereits um acht Prozent auf rd. 6.400 Personen geschrumpfte Mitarbeiterschaft – die man mittels Kurzarbeit über den Juni hinaus mindestens bis Anfang 2022 und somit ohne großer Entlastungswelle auch weiter behalten möchte – künftig in einem flexiblen Arbeitsplatzmodell die Schreibtische teilen. Was, wie es Hoensbroech nennt, durchaus eine kulturelle Herausforderung bedeutet. „Wir sind wahrlich schon echte Profis was striktes Cashmanagement betrifft und die Phantasie geht uns auch sicher weiter nicht aus. Wir drehen jeden Stein laufend und mehrmals um, um unsere Schulden beim Steuerzahler bald zurückzahlen zu können.“

Was man also selbst tun kann, tut man und fährt bzw. fliegt noch länger auf Schmalhans-Küche, hat aktuell nur einen Bruchteil der Flotte mit einem einigermaßen zufriedenstellenden Sitzladefaktor von knapp 60 %, aber schwacher Erlösstärke in Betrieb, was nicht mehr und nicht weniger das Abdecken der variablen Kosten ermöglicht, wie es CCO Michael Trestl ausdrückt.

Grünes Licht am Ende des Tunnels

Die sattgrüne Hoffnung liegt also am digitalen Impfpass, der auch von den Flughafen Wien Vorständen mit Nachdruck gefordert wird und der sich hoffentlich nicht als dünne Seifenblase entpuppt. Denn dann ist’s mit der guten Prognose für den bevorstehenden Sommer, der bereits jetzt in den Vorausbuchungen auf eine spürbare Erholung des Reisegeschäfts – vorrangig in Europa – hindeutet, finster. Bis zum Sommer werden – so die hoffnungsfrohe Annahme – bereits Millionen von Menschen geimpft bzw. aufgrund einer überstandenen Coronaerkrankung immun sein, scheiden somit aus dem Infektionsgeschehen aus und können wieder ein halbwegs normales Leben führen. Was auch freies Reisen impliziert und Reisebanns und Beschränkungen für diese immer größer werdende Zielgruppe nicht mehr rechtfertigt. „Der Green Pass wird das Green Light für die Markterholung im Sommer 2021 werden“, sagt Hoensbroech, worauf sich auch die Zuversicht für eine signifikante Markterholung begründet und auch die aktuell sehr erfreulichen Buchungseingänge für Juli und August bereits zeigen. Daher, so Trestl, hat man auch das touristische Angebot zu den attraktiven und beliebten Ferienzielen rund ums Mittelmehr bereits um 20 % aufgestockt und ist zuversichtlich, das Netz bis zum Sommer weiter sukzessive auszubauen, Schritt für Schritt, auch auf der Langstrecke.

COVID-19 wird, davon müssen wir leider ausgehen, bis zum Sommer nicht besiegt sein, wir werden, ob wir das wollen oder nicht, als Gesellschaft sowieso lernen müssen, damit zu leben. Da ist jeder einzelne gefragt, dafür braucht es aber auch Werkzeuge am Weg in die neue Normalität. Und zwar jetzt und nicht irgendwann.

Ein international anerkannter digitaler Gesundheitsnachweis, ob als Green Pass von der EU, IATA Travel Pass oder Common Pass der globalen Reisewirtschaft ist so hoffnungsfrohes Helferlein, das der gesamten touristischen Leistungskette die dringend notwendige Geschäftsgrundlage zurückgibt und den Menschen wieder unbeschwertes Handeln und freies Reisen ermöglicht. Alles andere wäre, wie es Flughafen Wien Boss, Dr. Günther Ofner sagt „weder rechtlich, politisch noch moralisch-ethisch zu rechtfertigen“ und damit alles andere als grueon …

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