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REDbook – Der Weg zum Idealgewicht!

Langsam, in zaghaften Schritten, nähert sich die Welt also wieder ihrem gewohnten Rhythmus an, ein gesundes regenerierendes Mittagsschläfchen war der zwangsverpflichtete Lockdown aber nicht. Es ist ein hartes Erwachen, zwar im gleichen Leben, jedoch in einer nun ziemlich maroden Welt. Der Wirtschaft hat Mr. C einen ordentlichen Haken verpasst, kaum eine Branche, die durch die Corona Krise nicht in Schieflage geriet. Und kaum eine Regierung, die, um den totalen Kollaps in ihren Ländern zu vermeiden, nicht tief ins Staatssäckel greift. Diese Rechnung werden wir alle irgendwann später begleichen, jetzt braucht es diese Hilfe von oberster Stelle, auch wenn diese nicht reichen wird. Das große Abspecken beginnt jetzt!

10.000 Jobs und eine Verkleinerung der Flotte um 100 Flugzeuge bei der großen deutschen Lufthansa; jeder fünfte Job von 16.840 Stellen (Quelle: statista.com, Stand 2019) beim irischen Billigcarrier Ryanair; bis zu 1.000 Arbeitsplätze bei Brussels Airlines; 1.100 Mitarbeiter weniger, eine verkleinerte Flotte und eine Lohnkürzung um 13 % für den Rest der Austrian Crew; ein zu erwartender Stellenabbau bei Fraport – diese exemplarische Aufzählung, alleine nur aus dem Airlinebereich, macht die wirtschaftliche Brisanz der Corona Krise deutlich.

Es ist ein gewaltiges Diätprogramm, auf das man sich am Weg zum künftigen Idealgewicht im touristischen Bereich, in den Luftfahrt- und Reisegroßkonzernen, vorbereitet. Und alles nur wegen eines kleinen Virus, der sich durch die Hintertüre eingeschlichen hat, oder steckt vielleicht mehr dahinter? Obwohl, auch wenn natürlich stimmt, was Lufthansa Boss Carsten Spohr in einer Botschaft an die Belegschaft sagte: Dass man als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen war und die Luftfahrt auch die letzte Branche ist, die diese wieder verlassen wird – ist’s alleine wirklich nur die Corona Pandemie, die den Fluglinien und Reiseriesen an die letzte Substanz geht?

Man sagt ja gerne und jetzt in dieser Pandemie auch besonders oft, dass Krisen auch Chancen sind. Was ja nicht verkehrt ist, weil sie einen aus der Komfortzone, aus der gelebten Selbstverständlichkeit, aus gewohnten Fahrgewässern werfen. Was dann zu Um- und Neudenken zwingt und meist auch Platz für Neues, Besseres, Anderes schafft. Warum also nicht auch diese Krise fürs Entrümpeln von Altlasten nutzen? Mit ordentlichem staatlichen Beipack geht’s entsprechend leichter. Die Krise quasi als praktischen Steigbügel für eine strategische Neuorientierung – vielleicht in Richtung digitale Zukunft – zu „verwenden“? Ist das nur reine Spekulation eines einfachen Hausverstandes oder könnte an diesem Gedankenspiel doch ein Quäntchen Wahrheit sein?

Nun, beim weltgrößten Reisekonzern, der TUI Group, sollen ebenfalls rd. 8.000 Jobs – damit nahezu jeder zehnte der gesamt mehr als 70.000 Mitarbeiter weltweit – gestrichen werden. Zwar hat der Reiseriese Ende März mit 1,8 Mrd. Euro einen Kredit der deutschen Bundesregierung erhalten. Alleine reichen wird diese fette Geldspritze scheinbar nicht, um das Überleben des Unternehmens mit dem berühmten Smiley als Markenlogo nachhaltig zu sichern. Es seien weitere massive Einschnitte notwendig, wie Konzernboss Fritz Joussen erklärt: „TUI soll gestärkt aus der Krise hervorgehen, aber sie wird eine andere TUI sein und ein anderes Marktumfeld vorfinden, als vor der Pandemie“. Und er gibt die Richtung – die nicht wirklich neu ist – klar vor: „Wir werden auf allen Ebenen digitaler – insbesondere der Ausbau der digitalen Plattformen in den neuen Märkten und für unsere Aktivitäten in den Urlaubsregionen wird beschleunigt“. Da ist es also wieder, das D-Wort, das der TUI Boss ja nicht erst seit gestern in der Weiterentwicklung des Konzerns verankert hat. Seine Zielsetzung, gerade die Vertriebsstrategie in die digitale Welt zu verlagern, ist nicht erst seit Corona bekannt, damit hat Joussen bereits Anfang 2019 aufhorchen lassen und für ordentlich Wind im Vertriebsgebälk gesorgt. Jetzt, in der Krise, in der von einer raschen Erholung im internationalen Reisegeschäft keine Rede sein kann, man also die knappe Kasse noch länger nicht mit dem klassischen Reiseverkauf füllen wird können, ist die Chance groß, den digitalen Gedanken nun in der Realität zu Ende zu denken. Der mit der Empfehlung der EU, Reisen künftig möglichst online zu kaufen, noch entsprechend befeuert wird. Wohin die Reise damit künftig gehen könnte, ist somit wohl keine Spekulation mehr …

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