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REDbook – Denn sie wissen nicht, was sie tun

Das Aus für die Laudamotion-Basis in Wien wurde seitens Ryanair angekündigt, nachdem sich Vida zu Recht geweigert hatte, einen Kollektivvertrag für Laudamotion zu unterzeichnen, bei dem die Löhne teilweise unterhalb der Mindestsicherung bzw. der offiziellen Armutsgrenze liegen sollten. Vida hat also ihre Aufgabe als Gewerkschaft voll erfüllt, sind doch Gewerkschaften per definitionem politische Akteure, die durch Beeinflussung der Politik die Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer verbessern möchten und deren Hauptziel somit die Hebung des Lebensstandards aller Arbeitnehmer ist.

Und das, was Ryanair mit dem neuen Kollektivvertrag versucht hat, könnte man fast schon als Erpressung bezeichnen, ein Zustimmen der Gewerkschaft hätte Tür und Tor für weiteres Lohn- und Sozialdumping geöffnet. Für jeden einzelnen der über 500 betroffenen Mitarbeiter von Laudamotion freilich ist der Jobverlust tragisch, zumal die Jobs in der Airlineindustrie momentan nicht wie Schwammerl aus dem Boden wachsen.

Dennoch ist es für mich unverständlich, dass heute Mitarbeiter von Laudamotion zu einer Demonstration vor der Gewerkschaft aufrufen, um die Vida noch umzustimmen und den von Ryanair geforderten Kollektivvertrag für Laudamotion doch noch zu unterzeichnen. Ist diesen Mitarbeitern die Tragweite Ihres Vorhabens wirklich bewusst? Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es eine schlechte Idee Lohn- und Sozialdumping zu unterstützen, ja sogar einzufordern und sich selbst damit das sprichwörtliche Ei zu legen, indem man sich weit unter dem eigenen Wert verkauft.

Und nein, es ist nicht normal, um 9,99 Euro nach Mailand oder um 19,99 Euro nach Tallinn zu fliegen – die Billigfliegerei hat in den letzten Jahren bedenkliche Ausmaße angenommen, ist für uns zur Normaliät geworden und hat somit einem dekadenten, ja fast schon obszönen Lebensstil Vorschub geleistet. Übers Wochenende zum Shoppen nach Paris oder nach Mailand, ein Kurztrip an den Strand von Nizza, ein Konzert oder eine Ausstellung in Bilbao oder zwischendurch schnell mal eine Woche nach Thailand ohne sich dafür zu schämen – das war gelebte Normalität und unser Anspruch auf das „Grundrecht auf Lustreisen“. Indem wir uns maximal darüber aufgeregt haben, dass es ein Wahnsinn ist, dass der Parkplatz am Flughafen schon teurer ist als das Flugticket, haben wir alle Lohn- und Sozialdumping in Kauf genommen, ja sogar kräftig gefördert. Corona hat uns jetzt alle ausgebremst und gibt uns Zeit nachzudenken und unser Reisen in Zukunft bewusster, fairer und nachhaltiger zu gestalten. Es liegt an jedem einzelnen!

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