TRANSCOM

Studie zur Luftqualität in Flugzeugen

Im Zuge der Corona-Pandemie hat U.S. Transportation Command (TRANSCOM) im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums die bis dato größte Studie zu Luftströmen an Bord kommerzieller Flugzeuge durchgeführt. Mehr als ein halbes Jahr lang fanden die entsprechenden Tests statt. Das Risiko einer Verbreitung von COVID-19 an Bord wurde bei Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Testergebnissen als sehr gering eingestuft. 

Wenn sich die Passagiere auf ihren Sitzen befinden und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, können demnach – selbst wenn das Flugzeug bis auf den letzten Platz gefüllt ist – nur 0,003 Prozent der infizierten Luftpartikel in die Atmungszone eines Fluggastes gelangen. Dazu tragen laut der Studie auch der schnelle Luftaustausch in den Flugzeugen, die Luftzirkulation von oben nach unten sowie der Einsatz hochwirksamer HEPA-Luftfilter bei. 

In der Studie wurden jedoch nicht die Berührungspunkte auf den Plätzen, am Gang sowie an den Toilletten untersucht, sowie das Sprechen mit Sitznachbarn oder den Fluggästen in der Reihe dahinter. Durch die Bewegung der Fluggäste an Bord ergibt sich noch einmal eine andere Luftzirkulation, als bei den Tests simuliert wurde. Sollten sich mehr Personen an Bord befinden, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sei auch die Ansteckungsrate erhöht. 

Für die Flugzeugmodelle 777 und 767 haben die Tests gezeigt, dass bei 100% Sitzkapazität mit einer Ausscheidungsrate von 4.000 Viren pro Stunde und einer infektiösen Dosis von 1.000 Viren mindestens 54 Flugstunden erforderlich sind, um eine Infektion während des Fluges durch Aerosolübertragung zu erzeugen. Die Ansteckungsrate liegt dabei höher in der Sitzreihe des infektiösen Fluggastes. 

Wichtige Eckpunkte der Studie:

Die Tests wurden an Bord mehrerer Flugzeugtypen von United Airlines durchgeführt, indem Partikel abschnittsweise über die gesamte Kabine freigesetzt wurden. In jedem Abschnitt waren 42 Bioabwehrsensoren an jedem Sitz in mehreren Reihen installiert. Während der Bodentests wurden auch Sensoren in den Kabinen und der Jetbridge platziert. Eine Schaufensterpuppe, die mit einem integrierten Aerosolgenerator ausgestattet war, wurde verwendet, um das Atmen und Husten mit einer Maske zu simulieren. Die Sensoren stellten andere Passagiere dar, die möglicherweise mit den emittierten Partikeln in Kontakt kommen könnten. Um die Situation noch realistischer zu gestalten, wurden Wärmedecken verwendet, um die Körperwärmeabgabe an Bord zu simulieren.

  • Die Studie fand über sechs Monate statt
  • 300 Tests wurden über 38 Flugstunden und 45 Stunden am Boden an United-Flugzeugen durchgeführt
  • Bei jedem Test wurden 180 Millionen Partikel freigesetzt – das entspricht der Anzahl der Partikel, die durch tausendmal Husten entstehen würden
  • Zu den Studienteilnehmern gehörten neben TRANSCOM, DARPA und United auch Boeing, S3i, Zeteo Tech und das National Strategic Research Institute der University of Nebraska.
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