Touristik

Hoffnung liegt auf Grünem Pass

Reisen soll im Sommer dank Grünem Pass, der den Impf-, Test- und Antikörperstatus bescheinigt, wieder möglich werden. Aber der Grüne Pass "macht nur dann Sinn, wenn die Quarantänebestimmungen aufgehoben werden", sagt Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP). "Ende Mai, rund um den 24." könne der Grüne Pass in Betrieb gehen, "bis dahin muss klar sein, wie die Quarantänebestimmungen sind". Nur wenn diese aufgehoben sind, werde es zum grenzüberschreitenden Reisen kommen.

Den Grünen Pass, der auch für den Zugang zur Gastronomie wichtig ist, wird es auf Papier und elektronisch als QR-Code geben. Impfungen sind aber nicht sofort mit dem zweiten Stich gültig, da gebe es EU-Vorgaben, wonach der Impfschutz etwa bei AstraZeneca erst 22 Tage danach wirkt, so Brunner auf Nachfragen. Er könne auch nicht ganz ausschließen, dass Urlauber wegen Corona-Ausbrüchen an ihrem Urlaubsort wie im Vorjahr plötzlich bei der Heimreise mit Quarantäneregeln konfrontiert sind. Angesichts von breiten Impfprogrammen und Testmöglichkeiten gehe er derzeit jedoch nicht davon aus, dass es dazu kommen wird. Ob der Grüne Pass geimpften Personen zugeschickt wird oder beantragt werden muss sei noch nicht entschieden, Österreich habe aber den Vorteil, etwa im Vergleich zu den USA, dass alle Impfungen registriert sind.

Für die Tourismusbranche wies Gregor Kadanka, Obmann Fachverband der Reisebüros in der WKÖ, darauf hin, dass es neben dem "technischen Instrument" Grüner Pass vor allem auf die konkreten Reisevoraussetzungen wie die Quarantäne ankomme. Er begrüße sehr, dass demnächst die Regeln dafür bekanntgegeben werden sollen. Andere Urlaubsländer hätten schon angekündigt, ihre Grenzen im Mai oder Anfang Juni zu öffnen. Für die 2.600 Reisebüros, die "seit letztem März im Winterschlaf" seien, werde es aber noch länger dauern, bis das Geschäft so läuft wie vor der Pandemie. Immerhin spreche man von Umsatzrückgängen über 90 %, teilweise sogar von Totalausfällen. "In Summe liegen wir weit zurück", es sei höchste Zeit an den Sommer zu denken.

Auch Bettina Ganghofer, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen, setzt große Hoffnungen auf den Grünen Pass. Impfungen für Reisen zu verlangen sei auch nichts grundsätzlich Neues, das habe es schon immer für einige Länder gegeben. "Idealerweise" werde die Kontrolle für den Grünen Pass wie eine Reisepasskontrolle funktionieren, aber es gebe auch "separate Überlegungen", vor allem am Flughafen Wien, der Österreichs größter Testflughafen sei.

Die Flughäfen hätten derzeit Umsatzrückgänge von 90 % und mehr zu verkraften, hätten aber dank Kurzarbeit den Großteil ihrer hoch spezialisierten 45.000 Mitarbeiter halten können und seien daher für einen raschen Aufschwung bereit. Das von den Fluglinien für den Sommer geplante Flugprogramm könne sich zwar noch ändern, "aber das was vorgesehen ist, ist wirklich bombastisch", so Ganghofer.

In einem gemeinsamen Brief richten sich die Vertreter der Tourismusbranche – WKÖ, ÖVT, ÖRV, BAR Austria, Austrian Airlines, IATA, Flughafen Wien und Amadeus Austria – an die Bundesministerien und begrüßen die Entscheidungen zu einem Öffnungsplan, betonen jedoch die Wichtigkeit entsprechender Schritte, um einen erfolgreichen Restart der Reisebranche zu ermöglichen. Den vollständigen Brief finden Sie unter: 

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