Tourismus

Frauenpower für den Restart

Beim Get-together „Frauenpower im Tourismus“ traf sich das Who’s who der weiblichen Führungskräfte im heimischen Tourismus, um sich über Restart-Strategien, Kooperationen und Frauenförderung auszutauschen.

Sechs Spitzenvertreterinnen der heimischen Tourismusbranche trafen sich Mitte Juli zum Get-together „Frauenpower im Tourismus“. Sonja Buocz-Lamatsch (BAR; Aviareps), Eva Buzzi (ÖRV; Rail Tours Touristik), Yvette Polasek (Corps Touristique Austria; CzechTourism), Phillies Ramberger (ÖVT; Pur Touristik), Michaela Reitterer (ÖHV; Boutiquehotel Stadthalle) und Lisa Weddig (Österreich Werbung)diskutierten gemeinsam ihre Erfolgsmodelle in Sachen Kooperation und innovative Ansätze in puncto Führung – ein Bereich, der auch Covid-bedingt völlig neue Kollaborationsmodelle beschleunigt hat.

Frauen in Führungspositionen

Leadership-Fragen standen im Zentrum der Diskussion, u.a. wie qualifizieren wir mehr Frauen für Führungspositionen in der Tourismusbranche? Wie wichtig ist Leadership gerade jetzt? Lisa Weddig führt aus: „Wir brauchen in der Tourismuswirtschaft junge, mutige, gut ausgebildete Frauen, die international tätig sein möchten. Der österreichische Tourismus wird in den kommenden Jahren in der Digitalisierung genauso gefordert sein, wie im internationalen Wettbewerb. Österreich muss seine gute Position weiter ausbauen und sich behaupten.“ Sonja Buocz-Lamatsch ist es dabei wichtig, nicht nur junge Branchen-Kolleginnen zu fördern, sondern auch gerade in Krisenzeiten, wie jetzt in der Corona-Pandemie, das ,Zwischenmenschliche‘ nicht außer Acht zu lassen.

Im Vergleich mit anderen Sektoren gibt es im Tourismus zwar eine hohe Frauenquote in den Führungsetagen, doch „leider hat sich in der obersten Managementebene auch im Tourismus noch nicht allzu viel geändert: Frauen auf dem Weg nach oben stoßen noch immer an eine gläserne Decke und oft ist diese sogar aus Plexiglas,“ wie Eva Buzzi hervorhebt. 

Gerade jetzt zählen Führungsqualitäten wie eine ausgeprägte Kommunikations- und Sozialkompetenz, geht es doch darum, Teams nach einem langen, erzwungenen Stillstand rasch wieder ins Tun zu führen und in nach wie vor unsicheren Zeiten mit Spirit und Motivation zu punkten. „Durch weibliche Empathie gelingt den Frauen in Führungsetagen klassisches Fachwissen mit dem persönlichen Mindset nicht nur zu vereinbaren, sondern um zusätzliche Komponenten auch zu erweitern und verstärken. Ich freue mich sehr, dass jetzt sechs Frauen und leidenschaftliche Touristikerinnen die Zügel des Tourismus in Österreich in Händen halten.“, sagt Phillies Ramberger und zeigt sich mit dem ersten Kick-off sehr zufrieden. 

Ebenfalls standen auf der Agenda, welche Qualitäten und welche neuen Formen der Zusammenarbeit es benötigt, um den heimischen Tourismus zukunftsfit zu machen. Agilität in den Strukturen und Mut als Qualität sind zwei von vielen Anforderungen, die weiter ins Zentrum rücken werden. Die Gestaltung der bestmöglichen Arbeitsbedingungen wird ebenso zukunftsentscheidend sein wie Qualifizierungsmaßnahmen, die bessere Karriereverläufe ermöglichen.

Neue Formen der Kooperation

Die Initiatorinnen werden ebenfalls verstärkt um mehr Kooperation innerhalb des österreichischen Tourismus werben. Yvette Polasek betont: „Wir möchten bewusst unsere multikulturelle Zusammensetzung, die unterschiedliche Sichtweisen und Zugänge mit sich bringt, nützen, um den regen Austausch mit der österreichischen Branche weiter zu verstärken und so den Trade-Bereich besser zu unterstützen. Ein Schwerpunkt ist hier insbesondere junge, engagierte Frauen zu fördern und ihre Qualifikationen verstärkt in den Blickpunkt zu rücken, u.a. bei den CT-Awards.“

Dabei geht es zusätzlich um Fragestellungen wie Institutionen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Mitglieder besser und breiter unterstützen können oder wie man zu mehr Teilhabe und Interaktion kommt. Mit dem erfolgten Kick-off wurde dazu ein erster Schritt gesetzt, der Austausch zu diesen Themen weitergeführt und verstärkt. Sonja Buocz-Lamatsch dazu: „Ich finde es eine großartige Idee, die Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden im Tourismus zu intensivieren und zu vertiefen. Ich bin überzeugt, dass es noch viel Potenzial zu einer wesentlich intensiveren Zusammenarbeit im Interesse aller Branchenteilnehmer gibt.“

Auf weitere Mitstreiterinnen – starke weibliche Stimmen in einer der wichtigsten Branchen Österreichs – gehen die Proponentinnen in den kommenden Monaten aktiv zu. Die Themenstellungen werden sich agil an die jeweils aktuellen Herausforderungen für Frauen im Tourismus anpassen.

Phillies Ramberger abschließend: „Mit den Kolleginnen der Verbände und Institutionen werden wir uns auf engere Kooperationen fokussieren. Hier ist noch viel Potenzial – der Tourismus funktioniert wie ein Uhrwerk, die einzelnen Räder greifen ineinander. Als Stakeholder und Vertreter des Tourismus werden wir den Restart des Tourismus agiler, innovativer und nachhaltiger vorantreiben. Durch diese Kollaboration profitieren wir von uns gegenseitig und können dadurch unsere Mitgliedsbetriebe/Mitglieder bestens unterstützen. Mit dem heutigen ersten Kick-off wurde der Grundstein für eine produktive Zusammenarbeit auf Metaebene gelegt. Es gibt noch viele Herausforderungen, auf die wir uns gemeinsam freuen. Auf geht's!“

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