Touren Service Schweda

In Zeiten des Klimawandels

Klimawandel, Hitzewelle und CO2-Werte sind in aller Munde. Die damit  verbundene Erwärmung unseres Planeten stellt sich schneller ein als erwartet. Das wird gravierende Änderungen im Reiseverhalten hervorrufen.

Mit der Frage, nach welchen Kriterien die Kunden in Zukunft ihre Reiseziele aussuchen, sollten sich auch Bustouristiker beschäftigen.

„Denn einerseits ist es natürlich schön, dass der Bus als klimafreundliches Verkehrsmittel Zuspruch gewinnt. Andererseits ändern sich aber wahrscheinlich auch die Reisegewohnheiten der Buskunden“, sagt Joachim Schweda, Geschäftsführer des Frankreich-Spezialisten Touren Service Schweda.

Wie ist die Busreise in Zusammenhang mit dem Klimawandel positioniert?

Joachim Schweda: „Es kann in Zukunft durchaus ein Argument sein, bei prognostizierten Temperaturen jenseits der 30° Grenze, eine Tagestour in einem angenehm klimatisierten Bus zu verbringen - solange man nicht zu viel aussteigen muss und dass angebotene Programm keine großen körperlichen Anstrengung verlangt. Längere Sommer und extreme Hitzeperioden werden uns in Zukunft regelmäßig beschäftigen und Bestandteil der Planung bei Busreisen werden.“

In welchem Bereich wird sich das durch den Klimawandel veränderte Verhalten am ersten zeigen?

„Wenn in Zukunft der Sommer etwas früher einsetzt, verschieben sich wahrscheinlich auch die Saisonzeiten etwas nach vorne und nach hinten. Große, kulturelle Rundreisen mit einem intensiven Besichtigungsprogramm sind für mich in Zukunft bereits im März vorstellbar oder auch noch im November. Kurztouren sind in Zukunft vielleicht keine Fahrten mehr ins Grüne, sondern eine Fahrt in den Schatten und Städtetouren in zubetonierten Großstädten verlieren im Sommer eventuell in Zukunft Marktanteile an Kurztouren in die oft unterschätzten Mittelgebirge, die Abkühlung oder zumindest frische Luft versprechen.“

Klimawechsel bedeutet nicht nur höhere Temperaturen, sondern auch veränderte und verlängerte Schönwetterperioden. Welche Folgen hat das?

„Gerade Destinationen, die bisher im Frühjahr noch als regnerisch galten, werden dies in Zukunft nicht mehr in derselben Form sein. Man macht als Bustouristiker mit Sicherheit also keinen Fehler, wenn man den Klimawandel bei der Planung seiner Reiseziele, Reisezeiten, der Hotelauswahl und eventuell sogar bei der Reisedauer mit einbezieht.“

Gibt es dafür konkrete Beispiele?

„Ja, durchaus. Floh man in den vergangenen Jahren oft in den „sonnigen Süden“, um den regnerischen deutschen Sommer zu entkommen, wird man sich in Zukunft vielleicht nicht mehr an die Côte d’Azur oder die Riviera begeben, sondern in die Bretagne oder nach Skandinavien, um Kulturlandschaften in einem angenehmen Klima zu entdecken. Reiseziele werden in Zukunft eher auch gewählt, um einer befürchteten, großen Hitze im eigenen Land zu entkommen. Bereits in diesem Jahr laufen die Sommertouren nach Skandinavien ausgezeichnet während die heißeren Regionen in Europa eher links liegen gelassen. Konkret bedeutet dies, dass man in Zukunft vielleicht eher im Sommer die Nordländer bei seinen Reisekatalogen eingeplant, um mit den südeuropäischen Destinationen die Saison zu verlängern und die Reise in die Provence schon im April zur Mandelblüte anzugehen anstelle zur Lavendelblüte im Juli. Und apropos Lavendel: Dieser hat im laufenden Jahr seine Blütezeit um drei Wochen nach vorne verlagert und ab Anfang Juni geblüht.  Auch der Keukenhof schließt im kommenden Jahr - Zufall oder nicht - eine Woche früher. Gartenreisen im Spätsommer können also in Zukunft zum Risiko werden.“

Welche Auswirkungen sind darüber hinaus noch zu erwarten?

„Bei der Reisedauer bedeutet dies eventuell, einfach mehr Pausen einzulegen und mehr Zeiten für Besichtigung einzuplanen, um unsere doch immer noch meist älteren Kunden nicht zu überfordern und ihnen ein angenehmes Reiseerlebnis zu bieten. Auch die Wahl des Hotels wird in Zukunft durch den Klimawandel voraussichtlich mit beeinflusst werden. Schon jetzt hat bei uns die Nachfrage nach klimatisierten Hotels stark zugenommen. Im Süden Frankreichs und den anderen südeuropäischen Destination ist dies in der Regel kein Problem, gerade kleine und mittlere Häuser auf dem Land speziell in Süddeutschland, der Schweiz, Österreich oder auch im Elsass hinken hier noch hinterher und werden sich in Zukunft auch in dieser Hinsicht Gedanken machen müssen.“

Der Klimawandel also als Herausforderung und Chance?

„Auf jeden Fall. So wird es in Zukunft nicht nur ein gutes Argument sein, eine klimaneutrale Gruppenreise anzubieten, sondern eventuell auch eine Gruppenreise, die dem Klima angepasst ist und dem Kunden ein angenehmes Reiseerlebnis jenseits der in der Regel nicht klimatisierten, heimischen vier Wände zu bieten. Abkühlung wird zum Event. Mit der Einbeziehung der Komponente Klima in seine Reisen zeigt man nicht nur, dass man die Zeichen der Zeit verstanden hat, sondern wird auch in Zukunft den einen oder anderen Reisemuffel überzeugen können, die nächste Hitzewelle nicht in der stickigen Wohnung durchzustehen. Man sollte also insgesamt den Klimawandel als Chance für neue oder zumindest angepasste Geschäftsmodelle  ansehen und die sich daraus ergebenden Chancen nutzen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.touren-service.de 

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