Tirol

Gratis-Tests für Urlauber

Dass Touristen in Tirol derzeit einen kostenfreien Coronatest machen können, hat zuletzt im Bundesland für Diskussionen gesorgt. Während Gegner die überbordenden Kosten kritisieren, ist das Gratis-Angebot für Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) eine Investition in die Sicherheit der Gäste. Auch Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser sprach sich am Dienstag dafür aus – aber nur so lange, bis alle Menschen eine Chance auf eine Impfung erhalten haben.

Auch für Walser war bei einer Pressekonferenz in Innsbruck das Thema "Sicherheit ganz entscheidend". Vor allem deshalb, "weil wir in Tirol international sehr gebeutelt worden sind", sagte er - wohl in Anspielung auf die internationale Kritik am Tiroler Coronamanagement in Sachen Ischgl. Bis in der EU und in den wichtigsten Nachbarländern genügend Impfstoff vorhanden sei, sollte man "diese Teststrategie weiterfahren und dann sukzessive zurücknehmen".

Dasselbe galt für ihn auch hinsichtlich der restlichen Coronamaßnahmen. Seiner Ansicht nach werde bis Mitte Juli jeder Impfwillige einen Erststich bekommen haben. Dann sollen die Menschen "selber entscheiden". "Ab diesem Zeitpunkt muss man den Menschen die Eigenverantwortung wieder zurückgeben und dann eigentlich wieder Abstand nehmen von der Maskenpflicht und dem Testen", meinte Walser. Als Beispiel wurde etwa die Überprüfung des 3-G-Status der Gäste durch die Wirte genannt, die dann entfallen sollte.

Grundsätzlich zeigte er sich aber optimistisch für die anstehende Sommersaison, die Sehnsucht der Gäste nach Tirol "wird wohl sehr groß sein", hoffte er. Trotzdem legte die Tiroler Wirtschaftskammer ein parteiübergreifendes "Restart"-Programm auf. Dies soll am Dienstag im Wirtschaftsparlament von allen darin vertretenen Fraktionen - Wirtschaftsbund, Grüne Wirtschaft, Freiheitliche Wirtschaft, NEOS, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband, Tiroler Wirtschaft und Tiroler Industrie - beschlossen und im Anschluss an Bund und Land übergeben und gemeinsam verhandelt werden.

Tirol wurde laut Walser in der Krise "verhältnismäßig stark getroffen", vor allem wegen der Bedeutung des Tourismus für das Bundesland. Immerhin würden 18 % der Wertschöpfung aus dieser Branche stammen. Es brauche eine Restrukturierung in den kommenden drei bis fünf Jahren, wobei Nachhaltigkeit, Regionalität und Familienbetriebe gefördert werden müssen. Dafür nötig seien nach Ansicht der Funktionäre jährlich zehn Millionen Euro. Zudem müsse in Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern investiert werden, denn der Fachkräftemangel sei trotz hoher Arbeitslosigkeit deutlich spürbar. Darüber hinaus sei es wichtig, die Eigenkapitalquote der Betriebe zu stärken. Daher solle ein "Tirol Fonds" ins Leben gerufen werden, ausgestattet mit 300 Mio. Euro für fünf Jahre, mit einer Haftungsübernahme durch das Land Tirol. 

Die Wirtschaftskammer warnte außerdem vor einem zu frühen Auslaufen der Wirtschaftsförderungsprogramme, nachdem Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zuletzt eine Debatte über die Verlängerung bzw. Nichtverlängerung einiger Hilfen angestoßen hatte. Die Tiroler Kammer forderte dagegen eine Neuauflage des Ausfallsbonus für den Tourismus. In diesem Bereich sollen Unternehmen begünstigt werden, die einen Umsatzrückgang von mehr als 30 % hinnehmen mussten. Sollte die Pandemie noch länger dauern, brauche es einen solchen Ausfallsbonus auch für die kommende Wintersaison.

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