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Aufs Sparen folgt das Ausgeben

Laut Nationalbank haben die Österreicher heuer fast um 12 Mrd. Euro mehr gespart als im Vorjahr - obwohl die Einkommen um rund 5 Mrd. Euro gefallen sind. Das hat die Österreichische Nationalbank (OeNB) erhoben. Die privaten Konsumausgaben sind deshalb insgesamt um 8,8 % zurückgegangen, die Sparquote hingegen von 8,2 % im Vorjahr auf nunmehr 13,7 % stark angestiegen. Ein großer Teil davon soll schon nächstes Jahr wieder in den Konsum fließen. Zusätzlich zum normalen Konsumvolumen. 

Etwa die Hälfte des zusätzlich gesparten Geldes sieht die OeNB als »Zwangssparen« an – also als Geld, das die Betroffenen zwar gerne ausgegeben hätten, aber aufgrund der eingeschränkten Konsummöglichkeiten nicht konnten. Die andere Hälfte sei als »Vorsichtssparen« beiseitegelegt worden, um für weitere Auswirkungen der Krise gewappnet zu sein.
Besonders das so noch nie dagewesene »Zwangssparen« macht Hoffnung auf eine baldige starke Belebung des Konsums. Denn zumindest ein Teil dieses Geldes dürfte mit der Lockerung der Beschränkungen und mit der Rückkehr der Zuversicht wieder »entspart«, also ausgegeben werden. Die Nationalbank geht daher davon aus, dass 2021 die Konsumausgaben um 3,9 % steigen werden, obwohl die realen Einkommen aufgrund der Auswirkungen der Krise stagnieren.

2022 wieder auf Vorkrisenniveau

Insgesamt bleibt die Prognose aber verhalten: Österreichs Wirtschaft schrumpft heuer um 7,1 %, erwartet die OeNB. Der Aufschwung im kommenden Jahr dürfte nur 3,6 % betragen. »Im ersten Quartal 2021 sowie in geringerem Ausmaß auch noch im zweiten Quartal 2021 wird die wirtschaftliche Aktivität in und außerhalb Österreichs noch durch die Pandemie belastet«, schreiben die Ökonomen. Mit Mitte 2022 sollte das reale BIP dann wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Für das gesamte Jahr 2022 wird ein Wirtschaftswachstum um 4 % erwartet.

Zweiter Lockdown trifft Wirtschaft halb so hart wie erster

Immerhin: Der zweite Lockdown im Herbst trifft die Wirtschaft nur halb so hart wie jener im Frühjahr, sagten OeNB-Gouverneur Robert Holzmann und Chef-Volkswirtin Doris Ritzberger-Grünwald. Im Frühjahr war die Wirtschaft um 25 % eingebrochen, jetzt um 13 %. Im Sommer hatte sie sich fast normalisiert. Nur »einige wenige« Staaten, etwa Deutschland, seien besser durch die Krise gekommen, so Holzmann. Die Politik habe mit massiven Wirtschaftshilfen dafür gesorgt, dass die Bremsspuren der Pandemie am Arbeitsmarkt deutlich weniger stark ausgeprägt waren, als dem wirtschaftlichen Rückgang entspricht.

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