SWISS

Hohe Verluste im ersten Halbjahr

Die Schweizer Fluggesellschaft SWISS hat im ersten Halbjahr 2021 weiter massiv unter der Coronakrise gelitten. Da die Fluggäste ausblieben und Destinationen nicht angeflogen werden konnten, weitete die Lufthansa-Tochter ihre Verluste massiv aus. Auf operativer Ebene gab es einen Fehlbetrag von 398,2 Millionen Franken (371,1 Mio. Euro), nach einem Defizit von 266,4 Millionen im Vorjahr.

Der Umsatz im ersten Halbjahr sackte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43,5 % auf 659,3 Mio. Franken ab, wie die SWISS am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr 2019 hatte sie mit 2,57 Milliarden noch fast viermal so viel eingenommen.

Unter anderem hätten eine strikte Kosten- und Cash-Kontrolle allerdings dazu beigetragen, dass der Verlust nicht noch größer ausgefallen sei, heißt es. Im zweiten Quartal sei es zudem gelungen, einen positiven operativen Cashflow zu erreichen, also beim Geschäftsbetrieb wieder höhere Einnahmen als Ausgaben zu erreichen.

Gegen den Sommer hin habe sich zwar eine kleine Erholung gezeigt. Dennoch: Die Luftfahrtbranche steckt nach wie vor in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Die Lage sei wegen der weiterhin unberechenbaren pandemischen Entwicklung äußerst angespannt, erklärte Firmenchef Dieter Vranckx in der Mitteilung.

Dass man noch mitten in der Pandemiekrise steckt, zeigen auch die Passagierzahlen des ersten Halbjahres. Waren in den ersten sechs Monaten des Vorcoronajahres 2019 noch knapp 8,8 Millionen Passagiere mit der SWISS geflogen, so sind es jetzt gerade einmal noch eine Million.

Die Konsumenten sind weiterhin vorsichtig beim Buchen von Reisen. Die SWISS fliegt inzwischen laut der Mitteilung zwar wieder 90 % aller Destinationen von vor der Krise an, allerdings weniger häufig. Das Gesamtangebot betrage etwa 50 bis 55 % der Vorkrisenkapazität, heißt es. Die Frachtnachfrage sei zwar weiterhin stark gewesen, konnte die schwache Passagiernachfrage allerdings nur teilweise kompensieren.

Auch bei der deutschen Muttergesellschaft Lufthansa waren die Halbjahresergebnisse alles andere als rosig: Der ganze Konzern, zu dem auch die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) gehört, schrieb einen operativen Verlust von 952 Mio. Euro. Doch auch die Lufthansa-Gruppe als Gesamtes erreichte im zweiten Quartal seit Beginn der Krise erstmals wieder einen positiven operativen Cashflow, wie es in einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Aussendung heißt.

Während der Betriebsverlust bei der SWISS aber höher ausfiel als im Vorjahr – zu Buche geschlagen hätten laut der Swiss Kosten für das Hochfahren des Flugbetriebs und die Restrukturierung – konnte die Lufthansa ihren Verlust um ganze 43 % eindämmen. Das sei unter anderem auf die fortgesetzte Erholung bei der Lufthansa Technik und der LSG Group zurückzuführen, wie es hieß.

Der Konzern komme seinem Ziel, bis 2024 über 3,5 Mrd. Euro an Kosten einzusparen, schneller näher als geplant. Für mehr als die Hälfte der Kostensenkungen seien die Maßnahmen bereits umgesetzt. Dabei spielt laut der Lufthansa auch der Stellenabbau bei der SWISS eine wichtige Rolle. Die Tochter selbst will unter anderem durch den Abbau der rund 550 Stellen bis Ende 2021 erreichen, dass die Kosten nachhaltig um 500 Millionen gesenkt werden können.

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