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St. Wolfgang

Seit jeher "gute und verlässliche Gastgeber"

Der Bürgermeister von St. Wolfgang, Franz Eisl (ÖVP) versprach im Zusammenhang mit Corona und positiven Testungen bei Mitarbeitern in Tourismusbetrieben, man werde für Sicherheit sorgen und hielt dazu fest: "Wir sind seit 500 Jahren gute und verlässliche Gastgeber". Er kann sich darauf berufen, dass der Wolfgangsee seit Jahrhunderten Anziehungspunkte für Menschen aus aller Welt bietet.

Begonnen hat alles mit dem Bischof Wolfgang von Regensburg. Er kam 976 an den Abersee, den heutigen Wolfgangsee, wo er als Einsiedler lebte. Ihm werden etliche wundersame Ereignisse zugeschrieben. Weil er eine Quelle brauchte habe er mit einem Stab gegen den Felsen gestoßen. Das Wasser rann heraus, noch heute soll es gegen Augenleiden helfen. Weil er eine Kirche bauen wollte, soll er vom Berg ein Beil an das Seeufer geworfen haben. Am Fundort habe er das Gotteshaus gebaut - mit Unterstützung des Teufels, dem er dafür die erste Seele versprochen habe, die es betrat. Wolfgang schickte ihm einen Wolf in das Gebäude. Weil er einmal an einem Sonntag seine übliche Gebetszeit versäumte, soll er sich auf den harten Fels geworfen haben, um Buße zu tun. Aber Gott habe ihm verziehen, der Fels wurde weich und bildete die heute noch sichtbaren angeblichen Abdrücke seiner Hände und Füße ab. Als er wieder an seinen Bischofssitz nach Regensburg übersiedelte, sei die Kirche von ihrem Standort abgerückt und habe ihn begleiten wollen. Aber Wolfgang habe ihr befohlen, zu bleiben, weil Gott es so wolle. Der Bischof wurde 1052 heiliggesprochen.

Bald setzte seine Verehrung ein. Im 15. Jahrhundert kamen nach Überlieferungen jährlich bis zu 100.000 Pilger nach St. Wolfgang. Es wurde damit nach Rom, Aachen und Einsiedeln zum viertgrößten Pilgerzentrum der christlichen Welt. Auch jetzt kommen noch jedes Jahr an die 6.000 Wallfahrer und Pilger nach St. Wolfgang - Tendenz steigend.

Die Sommerfrische der kaiserlichen Familie Österreichs im nahegelegenen Bad Ischl war auch ein Magnet für das Großbürgertum, Künstler und Wissenschafter, die dann auch an den Wolfgangsee kamen und dort prächtige Villen errichten ließen. Der Chirurg Theodor Billroth residierte beispielsweise in St. Gilgen, öfter besucht von Johannes Brahms. Für die Gäste wurde 1873 die Wolfgangsee-Schifffahrt gegründet. Weil sie nicht so profitabel war, nahm als zusätzliche Attraktion 1893 die Bahn auf den Schafberg ihren Betrieb auf. Sie wird als steilste Zahnradbahn Österreichs beworben.

In den 1920er-Jahren wurde eine Flugverbindung mit einem Wasserflugzeug von der Alten Donau zum Wolfgangsee betrieben, die gerne von betuchten Gästen genutzt wurde. Das 1878 gegründete Hotel "Weisses Rössl" diente dem gleichnamigen Singspiel von Ralph Benatzky (1930) als Hintergrund, zudem auch als Kulisse der zahlreichen Verfilmungen. Die bekannteste und oft im TV wiederholte ist "Im weissen Rössl" aus dem Jahr 1960 mit Peter Alexander als Kellner Leopold und Waltraut Haas als Rösslwirtin. Auch für Filme von Franz Antel - beispielsweise "Außer Rand und Band am Wolfgangsee" - und zahlreiche weitere Streifen bot die Region die Kulisse.

Seit 1993 ist der stimmungsvolle Wolfgangsee-Advent in den drei Orten am See St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl ein Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste aus nah und fern. Er allein trägt bis zu 40.000 Nächtigungen für die Tourismus-Statistik bei. Erstaunlich, wenn man weiß, dass es noch vor einigen Jahrzehnten in St. Wolfgang im Winter so gut wie keine geöffneten Beherbergungsbetriebe gab. Zuletzt wurden am Wolfgangsee im Sommer und Winter insgesamt eine Million Nächtigungen registriert. Für die Gäste wird derzeit die Seilbahn auf das 1.522 Meter hohe Zwölferhorn in St. Gilgen neu gebaut. Zusammen mit dem 1.783 Meter hohen Schafberg und der Postalm in Strobl, dem größten Almgebiet Österreichs, bietet es das Drei-Berge-Erlebnis.

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