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St. Wolfgang

Gemeinde will nicht mit Ischgl verglichen werden

In Oberösterreich sieht man nach dem Corona-Ausbruch in der Tourismusgemeinde St. Wolfgang derzeit keine Notwendigkeit für weitere, verschärfte Maßnahmen. Der Tourismusverein ist – vorbehaltlich Hunderter noch ausständiger Testergebnisse – optimistisch, dass der Cluster eingegrenzt wurde. Gegen einen Vergleich mit Ischgl wehrt man sich, man sei nicht "der Partyort in den Alpen".

Wie Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) im Ö1-Morgenjournal sagte, halte sie weitere Maßnahmen wie Hotelschließungen oder eine Quarantäne für den Ort derzeit nicht für nötig. Allerdings sei am Montag eine Verordnung über "verkehrsbeschränkende Maßnahmen für St. Wolfgang" in Kraft getreten. Demnach müssten Gäste bei ihrer Abreise ein Formular ausfüllen und angeben, woher sie kommen, wohin sie fahren etc. Zuvor waren die Daten freiwillig von den Hotels erhoben worden.

Dass die Zahl der Infektionen im Bezirk Gmunden, die auf der Website des Landes Oberösterreich ausgewiesen wurden, nur bei 33 (Stand Montagfrüh) liegt, obwohl alleine in St. Wolfgang 53 Personen positiv getestet wurden, erklärt sich damit, dass die Betroffenen ihren Heimatbezirken zugeordnet werden. Woher genau die Infizierten - großteils Praktikanten - genau stammen, war aber nicht bekannt, laut Land Oberösterreich allerdings aus dem Inland.

Wie Haberlander vorrechnete, wurden in St. Wolfgang bisher 1.183 Test durchgeführt. 764 davon wurden bereits ausgewertet, das Ergebnis von 419 am Sonntag durchgeführte Tests soll im Laufe des Montags vorliegen. Arno Perfaller, der die betroffenen Hoteliers medial unterstützt, zeigte sich optimistisch, dass die Infektionszahlen nicht mehr eklatant steigen werden: Die ersten Testreihen unter den Betrieben haben 44 Positive ergeben, in der letzten zeigte sich nur mehr eine Infektion. "Wir schließen daraus, dass der Cluster eingefangen werden konnte." Insgesamt wurden - vom Tourismusverband organisiert - 628 Tests durchgeführt und ausgewertet. Zu diesen hatten Mitarbeiter ebenso Zugang wie Gäste oder Ortsbewohner. Die restlichen Tests werden von der Behörde - also der BH Gmunden - veranlasst.

Die betroffenen Praktikanten seien großteils von den Erziehungsberechtigten abgeholt worden, schilderte Perfaller. Personalmäßig sei die Situation natürlich herausfordernd, "weniger Schultern tragen mehr Last zur Zeit". Aber nicht nur die Praktikanten, auch einige Gäste sind wohl abhandengekommen: "Es gibt Betriebe, wo die Hälfte der Gäste abgesagt hat, und welche mit zehn bis 15 %", es gebe aber auch neue Nachfragen. Nach dem Urlauberschichtwechsel am Wochenende sei die neue Schicht zwar etwas kleiner, aber: "Es gibt keine leeren Betriebe in St. Wolfgang", betonte er.

Einen Vergleich mit Ischgl, wie er in der internationalen Presse immer wieder auftaucht, weist man in St. Wolfgang zurück: "Wir haben auf eine sehr flotte und transparente Information gesetzt", so Perfaller, "in Ischgl waren es zehn Tage und bei uns zehn Stunden". Zudem gebe es in St. Wolfgang keine Nachtbetriebe wie in Ischgl oder am Ballermann, "wir sind nicht der Partyort in den Alpen", sagte Perfaller. Die rund 500 Tourismusmitarbeiter wollen die St. Wolfganger Hoteliers nun jede Woche testen lassen. Das sei organisatorisch möglich und zähle zum Screening-Programm des Ministeriums.

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