Sommer 2022

Wird Urlaub zu teuer?

Während die Welt beginnt, sich von covidbedingten Restriktionen zu erholen, ist ein neues Hindernis entstanden, das vielen Haushalten eine Reisebeschränkung auferlegt. Die persönliche Finanzsituation und unsichere Wirtschaftslage bereitet Sorgen.

Parallel zum Nachlassen der Pandemie-Auswirkungen auf das tägliche Leben steigt in den meisten Ländern auch wieder das generelle Vertrauen in die Reisefähigkeit. Allerdings bremsen auf der anderen Seite die steigenden Reisekosten das Urlaubsfeeling wieder aus. Viele fürchten, sich aufgrund der persönlichen Finanzsituation oder den steigenden Lebensunterhaltungskosten einen Urlaub nicht erlauben zu können. Zusätzlich erschweren die geopolitischen Unruhen in der Ukraine eine unbekümmerte, für eine Auszeit entscheidende Haltung einzunehmen. Und auch auf den Herbst sieht man mit etwas Unbehagen, ist die Gesundheitskrise nach wie vor nicht überwunden. 

Es gibt also viele Faktoren, die Reisende aktuell in einen "summerblues" versetzt, wie eine aktuelle Umfrage von Allianz Partners zeigt. Die tatsächliche Reisetätigkeit spricht aber eine ganz andere Sprache. Denn in Österreich planen 87 % der Bevölkerung noch einen Urlaub dieses Jahr – was unser Land im EU-Schnitt nach Italien (92 %) und Spanien (89 %) zum reisefreudigsten macht. Gereist wird wieder vermehrt ins Ausland, aber überwiegend innerhalb Europas. Die Hälfte plant aber einen Urlaub im Inland und setzt den anhaltenden Trend vom Urlaub im eigenen Land fort. Auf Platz 2 bei Auslandsreisen sind die Schweizer:innen (57 %), überall anders tendiert man zum Teil deutlich stärker zu Reisen innerhalb der eigenen Grenzen, am meisten in Italien (81 %), Spanien (75 %) und den USA (67 %).

Im Gegensatz zu den Sorgen steht auch das geplante Budget der heimischen Urlauber:innen, das mit durschschnittlich 2.300 Euro pro Haushalt hierzulande das höchste Reisebudget im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern ist. In Deutschland sind es gerade einmal 1.680 Euro, in Italien rund 80 Euro weniger. Jeder vierte österreichische Haushalt beabsichtigt sogar, noch mehr als 3.000 Euro für den heurigen Urlaub auszugeben. Nur die Amerikaner übetreffen hier den EU-Durchschnitt mit 3.061 Euro. Einen Strich durch die Rechnung könnten aber weiterhin die steigenden Reisekosten machen. Eine Einschätzung für die nächsten Jahre ist daher schwierig und hängt auch davon ab, ob Corona wieder dazwischenfunkt. 

Angsichts der aktuellen Krisen ist es daher nicht verwunderlich, dass die Menschen in fast allen Ländern ihre größte Hoffnung in einen entspannten und erholsamen Urlaub stecken. „Die Menschen freuen sich auf den Sommer ohne Einschränkungen, das ist spürbar. Dennoch sind Pandemie, geopolitische Lage und wirtschaftliche Herausforderungen in den Köpfen.", kommentiert Allianz Partners Österreich Geschäftsführer, Erik Heusel. Für Tourismusstaatssekretärin Susanne Kraus-Winkler sei eine kurzfristige Preiserhöhung kein Hindernis für die heurige Urlaubssaison. Im Moment höre ich, dass es kein großes Problem ist, die Preise zu erhöhen, weil die Reiselust da ist", so die Politikerin und Hotelière.

Die Studie wurde von OpinionWay von 03. Mai bis 11. Mai 2022 mit einer Stichprobe von 9.007 Menschen in Frankreich (1.019), in Deutschland (1.020), in Großbritannien (1.012), in Italien (1.025), in Spanien (1.015), in den Niederlanden (1.003), in Österreich (1.003), in der Schweiz (1.005) und in den USA (1.005) online durchgeführt.

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