Slowenien

Europas kultur-kulinarische Schatzkiste

Sloweniens historische Städte funkeln geradezu in Europas Kulturlandschaft. Zu prächtigen Altstadtensembles passt perfekt die hervorragende Gastronomie, darunter viele ausgezeichnete Betriebe.

Der Tourismus Sloweniens findet langsam und behutsam in Vor-Corona-Zeiten zurück. Es sind vor allem individuell reisende Gäste aus dem Nachbarland Österreich, die jetzt herzlich begrüßt werden. Reisegruppen fehlen derzeit noch. Wenige Stunden Fahrzeit im PKW und man ist am Ziel. Alternativ zum Karawanken-Tunnel bietet sich die Strecke über den kaum befahrenen landschaftlich aber sehr reizvollen Loibl-Pass an. 

Ruhig in der grünen Natur am Waldrand liegt das idyllische Restaurant Vila Podvin, wo im Schatten weitausladender Ahornbäume ein köstliches Mittagessen serviert wird. Kreiert vom Chefkoch Uroš Štefelin, 2020 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Er entwickelt seit einigen Jahren eine neue slowenische Küche, die einzigartige Gerichte mit Zutaten aus der Region hervorbringt. Wie die Vorspeise mit Karfiol, Shrimps, gerösteten Nüssen und Kartoffelschaum in Olivenöl. Ein perfekter Auftakt zu dieser Genussreise. Als Weinbegleitung kredenzt man „Orangenwein“, bernsteinfarbigen naturbelassenen Wein mit erfrischender Note.     

Rodovlica & Bienen für Wien

Kaum drei Kilometer weiter, auf einer Terrasse oberhalb der Save, liegt ein mittelalterliches Kleinod. Gesichert mit Stadtmauer und Wehrgraben, um seinerzeit den Angriffen der Türken zu widerstehen. Am Hauptplatz reihen sich mit Fresken geschmückte Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, dazwischen eingebettet ein Museum. Vor aufwendig bemalten historischen Bienenstöcken und untermalt vom geschäftigen Summen der Bienen in einem Stock, erzählt die Führerin Interessantes über die Geschichte der Krainer Biene.

Der Vater der modernen Imkerei, Anton Janša, wurde hier geboren. Er reiste 1768 nach Wien und gründete im Augarten die 1. Bienenzuchtschule. Von dort aus verbreitete sich die „Vollständige Lehre der Bienenzucht“ in der ganzen Monarchie. 

Kranj & der Blick in bewegte Zeiten

Auf einem steilen Hügel liegt die Altstadt mit engen Gassen, prächtigen Bürgerhäusern und einem Renaissancepalast, der jetzt als Rathaus dient. Tief darunter befindet sich ein Tunnelsystem, das im 2. Weltkrieg als Luftschutzstollen angelegt wurde. Am Ende der Besichtigung können Interessierte eine sehr authentische Simulation eines Luftangriffs erleben.

Ljubljana & Igor Jagodic

Wahrzeichen der slowenischen Hauptstadt ist die Burg. Hoch oben auf einem Hügel ist sie mit der neuen Standseilbahn ganz bequem in wenigen Minuten zu erreichen. Im integrierten Restaurant empfiehlt sich bei passender Wetter eine Reservierung für einen Tisch im Freien. Mit einem fantastischen Ausblick auf die Stadt und weiter bis zu den Bergen.

Der laue Sommerabend trägt zur wunderbaren Stimmung bei, das mit dem Menü des 4-Hauben-Kochs Igor Jagodic gekrönt wird. Der Küchenchef kreiert hier seine ausgefeilten Gerichte, die pannonische, alpine und mediterrane Einflüsse, Moderne und Vergangenheit, Stadt und Land miteinander verbinden. Er verwendet saisonale und möglichst lokale Zutaten. Als Hauptgang bieten sich Weissfischfilet in Buttersauce mit Feigenblättern und Knollenselleriepüree oder Wild, rote Bete mit Wildsauce mit Speck und Kirschen an. Als das Erdbeeren und Holunder-Sorbet zum Dessert serviert ist es schon dunkel, über der Burg funkeln Sterne.

Žužemberk & Adrej Auersperg

Der kleine idyllische Ort liegt am Flüsschen Krka, eingebettet in eine idyllische hügelige Landschaft mit den Bergkämmen der Karawanken als Hintergrund. Die mittelalterliche Festung aus dem 16. Jhdt. im Zentrum des Orts wurde als Bollwerk gegen die Ausbreitung des Osmanischen Reiches errichtet und zählt zu den malerischen Anlagen Sloweniens. Hier wirkte Andrej Auersperg, Feldherr und Sieger entscheidender Schlachten. Interessierten Besuchern wird in der Rüstkammer eine Replika einer Ritterrüstung aus damaliger Zeit angelegt, eine Ausrüstung mit einem Gesamtgewicht von rund 60 kg.

Novo Mesto & Hisa Fink

Den Verlauf des Flusses folgend erreicht man Irča Vas, nur einen Steinwurf von Novo Mesto in der Region Dolenjska entfernt. Hier scheint sich die Welt etwas langsamer zu drehen. Der Fluss Krka fließt träge dahin und die Menschen nehmen sich noch gerne Zeit, um bei einem Glas Wein Kontakte zu knüpfen, wie im Restaurant Hiša Fink, ausgezeichnet mit einem Michelin Teller.

Bei diesem Besuch drehen sich viele Gänge um Thunfisch, denn Chef Damjan Fink hat kürzlich den größten Fang des Jahres erstanden, 270 kg schwer. So beginnt das Mittagessen mit köstlichem Tina Sashimi. Das Restaurant ist modern möbliert, besonders begehrt sind bei Schönwetter die Plätze auf der Terrasse.

Die Altstadt von Novo Mesto liegt auf einer weiten Schleife, die der grüne Fluss Krka geschaffen hat. Sie gilt als Stadt der Situlen, jenen kübelartigen Bronzegefäßen die in der Hallstattzeit rund 500 v.Chr. gebräuchlich waren. Im Museum von Novo Mesto werden einige besonders prächtige Exemplare präsentiert, die hier gefunden wurden, etwa 30cm hoch und mit kunstvollen getriebenen Gravuren verziert. Sehenswert ist auch das Franziskaner-Kloster aus dem 15. Jhdt., neben der Kirche des Hl. Leonhard erbaut. Einer der vier verbliebenen Mönche führt interessierte Besucher gern durch die Anlage und gibt Einblicke in das karge frühere Klosterleben. Die Klosterbibliothek stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und beherbergt 12.000 Bände darunter kostbare Handschriften, das älteste Buch datiert aus dem Jahr 1418. Die Führung endet mit einer Weinverkostung im kleinen Klosterkeller.

Dinner im Schloss von Laško

Die historischen Mauern des jahrhundertealten Schlosses in der Nähe von Celle bilden den stimmungsvollen Rahmen für das Restaurant Pavus. Es wurde vor zehn Jahren von Marko Pavčnik übernommen, komplett restauriert, zu einem Familienbetrieb ausgebaut und 2020 mit einem Michelin-Teller ausgezeichnet. Marko gehört zu den Köchen der jüngeren Generation, die die Entwicklung der neuen slowenischen Küche maßgeblich beeinflussen. Die Auswahl an frischen Zutaten ist ihm wichtig. Besonders gerne pflückt er weniger bekannte Kräuter in nahegelegenen Wäldern und Wiesen. In seiner Küche findet man Wildhopfen, Sauerampfer, Akazie, Sauerklee und vieles andere, um mit gelungenen Resultaten seiner Kreativität die Gäste immer wieder aufs Neue zu überraschen und zu begeistern.

Pavčnik erzählt von Stammgästen aus Wien, die nach vier Stunden Fahrt hier ein zehngängiges Menü genießen und anschließend wieder nach Hause fahren. Was absolut nicht notwendig wäre, hat die Umgebung doch wunderbare Landschaften und kulturelle Highlights zu bieten, die zum längeren Verweilen einladen.

Genuss zum Schluss von Žiče bis Ptuj

In einem idyllischen Tal, von bewaldeten Hügeln umgeben, liegt auf halbem Weg zwischen Celje und Maribor die Klosterruine von Žiče. 1165 von Markgraf Ottokar gegründet, wurde das Kloster 1782 von Kaiser Josef II. aufgelöst und dem Verfall preisgegeben. Seit 1995 sind umfangreiche Renovierungen im Gange, das Dach der Kirche soll 2022 fertig werden, im neuen Museum werden wertvolle Handschriften gezeigt. 

Zu einem kurzen Spaziergang durch den Nachbarort Slovensko Konjice mit der einstigen Sommerresidenz der Familie Windisch-Graetz aus dem 19. Jhdt., als diese Region Teil der Steiermark war, passt in der Nähe ein Kurzbesuch eines neuen Weinguts, Zlati grič. 70 Hektar groß mit einem der modernsten Weinkeller Europas und mit einem angeschlossenen Golfplatz. Sport, Kultur und Gastronomie liegen hier dicht beisammen.

Die älteste Stadt der ehemaligen Steiermark, auch älter als Graz, bildet den Abschluss dieser Genussreise durch Slowenien. Nach einem Rundgang durch die Altstadt mit schmucken Bürgerhäuser, Stadtturm und Rathaus heißt es im Fischrestaurant am Ufer der Drau mit einem bodenständigen Menü auf höchstem Niveau Abschnitt nehmen. Von unendlichen vielen Gaumenfreuden und kulturellen Entdeckungen.

Gourmet-Lokale und Kulturstätten reihen sich auf einer Fahrt durch Slowenien wie Perlen an der Schnur aneinander. Bei einer Reise wird man nur einen Teil besuchen können, aber man bekommt garantiert Lust auf mehr, um neue Routen und neue Genüsse zu entdecken. 

Europäische Gastronomie-Region 2021

IGCAT, International Institute of Gastronomy, Culture, Arts and Tourism, hat Slowenien zur „Europäischen Gastronomie-Region 2021“ erklärt.

Dazu Žana Marijan, Direktorin, Slowenisches Tourismusbüro Wien„An Themen wie Kulinarik und Weinstraßen sind Gäste aus Österreich besonders interessiert. Auf die Auszeichnung zur Gastronomie-Region haben wir uns in einem längeren Prozess vorbereitet, die Guides von Michelin und Gault & Millau haben die Küchen Sloweniens schon vor ein paar Jahren entdeckt und schätzen gelernt. Leider hat die Corona-Krise viele geplante Veranstaltungen in einzelnen Regionen verhindert. Aber wir gehen davon aus, dass im kommenden Jahr vieles besser wird, der Titel wird auch 2022 nachwirken. Wir wollen die Entwicklung zum nachhaltigen Tourismus, die wir 2011 begonnen haben, weiter fortführen, nachhaltige Unterkünfte und Destinationen bewerten und auszeichnen. Heuer haben wir mit ‚Green Cousine‘ ein neues Label eingeführt, um auch Betriebe wie Restaurants und Gaststätten auszeichnen zu können, die sich mit Nachhaltigkeit Verdienste erwerben, wie Müllvermeidung und komplette Verwertung von Zutaten. Genuss und Kulinarik passt sehr gut zum Boutique-Tourismus, den wir mir kleineren Betrieben forcieren wollen. Wir profitieren davon, dass wir unser Strategie schon 2011 definiert haben, und können in Post-Corana-Zeiten vorhandene Entwicklungspläne weiterführen.“

Slowenisches Tourismusbüro 
Opernring 1 /R/4/447
1010 Wien
Tel.: 01/715 40 10
www.slovenia.info

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