SITA

Fünf Trends der Luftfahrtbranche

2021 war für die Luftverkehrsbranche nicht nur von Virus-Hotspots und neu aufkommenden COVID-19-Varianten geprägt, sondern auch von extremen Wetterereignissen, darunter ein beispielloser Temperaturtiefpunkt in Texas und eine Rekordhitzewelle in Kanada. Das Jahr endete mit dem COP26-Gipfel, der zeigte, dass sich noch einiges ändern muss, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. SITA untersuchte die fünf wichtigsten Trends in der Reisetechnologie, die Folgen der Pandemie sind und die Branche 2022 und darüber hinaus nachhaltig verändern werden. 

  • Automatisierung und Gesundheit werden zu Schlüsselfaktoren

Die Ausgaben für die Automatisierung der Passagierabfertigung steigt auf den Flughäfen und bei den Fluggesellschaften trotz strafferen IT-Budgets. Die Branche kämpft aufgrund der COVID-19-Varianten mit neuen Herausforderungen, und obwohl viele Hürden überwunden werden müssen, um das weltweite Reisen wieder anzukurbeln, nimmt die Nachfrage nach berührungsarmen und effizienten Abläufen zu. Automatisierung und Digitalisierung sind laut SITA von entscheidender Bedeutung, um den Fluggästen das Vertrauen in ein effizientes Reisen und die Kontrolle zurückzugeben und die Abfertigungszeiten auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Technologien wie biometrisches Screening sollen einen zukunftssicheren Betrieb ermöglichen. Zusätzlich soll die Gesundheitsprüfung weiter standardisiert und digitalisiert werden, um ein reibungsloseres Reisen gewährleisten zu können. 

  • Betriebseffizienz und Nachhaltigkeit werden Hand in Hand arbeiten

Inmitten des sich durch die Pandemie schnell verändernden Umfelds sind Flexibilität, Skalierbarkeit und betriebliche Effizienz für die Geschäftsmodelle der Flughäfen zu entscheidenden Faktoren geworden. Die Flughäfen müssen ihren Betrieb schlanker gestalten, Zusatzeinnahmen steigern und sich an schwankende Passagierzahlen anpassen. Aus diesem Grund bleibt die Cloud-Technologie ein wichtiger Investitionsbereich. Gleichzeitig planen fast alle Flughäfen, Business-Intelligence-Lösungen einzuführen, um eine bessere Transparenz über ihre Abläufe zu erhalten, wobei der Schwerpunkt auf Schlüsselbereichen wie Flugbetrieb und Asset Management liegt.

Durch betriebliche Effizienz können Flughäfen auch erhebliche Nachhaltigkeitsgewinne erzielen. Gemäß ACI haben sich 235 Flughäfen in ganz Europa verpflichtet, ihre Emissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren, und mehr als 90 Flughäfen wollen bis 2030 ihre Kohlenstoffemissionen auf Null senken. 

Nach der Forderung der COP26 und aufgrund der steigenden Nachfrage der Passagiere nach nachhaltigerem Reisen konzentrieren sich die Flughäfen intensiv darauf, die Scope 1- und 2-Emissionen zu reduzieren. Die meisten Flughäfen haben Nachhaltigkeitsinitiativen umgesetzt, wie z. B. den Bau von Flughafeninfrastrukturen (Grünflächen, Nutzung von natürlichem Licht und erneuerbaren Energien), weithin verfügbare Recyclingstellen sowie intelligente Gebäudetechnik und -automatisierung. Die Flughäfen zeigen ein anhaltendes Interesse an einer IT, die nachhaltigere Druckpraktiken sowie das Recycling von IT-Geräten am Ende ihrer Nutzungsdauer unterstützt und Energieeinsparungen fördert. Abgesehen von den Vorteilen der Kosteneinsparungen gehen Branchenschätzungen davon aus, dass durch die Verbesserung des Luftfahrtbetriebs und der Infrastruktur die Emissionen um bis zu 10 % gesenkt werden könnten.

  • Der Druck auf die Fluggesellschaften, nachhaltiger zu werden, bleibt bestehen

In der Luft lassen sich erhebliche Effizienzgewinne erzielen, wobei die Kraftstoff- und CO2-Emissionen in der Flugphase um bis zu 10 % gesenkt werden können. Die Technologie kann Piloten und Dispatchern Zugang zu genauen Wetterberichten aus mehreren Quellen in Echtzeit bieten. Die heutigen Lösungen können Piloten dabei helfen, ihre Flugprofile zu optimieren, um die Treibstoffeffizienz zu maximieren, den Kohlendioxidausstoß zu verringern und das Situationsbewusstsein für sicherere und komfortablere Flüge zu verbessern. eWAS Pilot bietet genaue 4D-Wettervorhersagen und Echtzeit-Updates aus unterschiedlichen Quellen, um vor Gefahren wie Gewittern, Blitzen, Turbulenzen in wolkenfreier Luft, starken Winden, Vereisung und sogar Vulkanasche zu warnen. Basierend auf diesen Informationen können die Piloten dynamisch die wirtschaftlichsten Flugrouten ermitteln, um schlechtes Wetter zu vermeiden.

Die Software-Suite OptiFlight hilft, in den drei Flugphasen Steigflug, Reiseflug und Sinkflug Treibstoff zu sparen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Das Hauptaugenmerk liegt derzeit auf dem Steigflug – der treibstoffintensivsten Phase eines Fluges – und der Reiseflugphase. In Verbindung mit einem effizienten Flughafenbetrieb können Lösungen wie diese große Auswirkungen haben, während in den kommenden Jahrzehnten alternative Treibstoffe entwickelt und verbessert werden müssen. Im Jahr 2022 wird SITA ihren Schwerpunkt auf neue Technologien ausweiten, die Bodenbewegungen unterstützen und die Kondensstreifen von Flugzeugen reduzieren.

  • Regionale und Inlandsflughäfen müssen sich nach der Pandemie auf einen Boom einstellen

Wenn man den Inlandsflugverkehr in größeren Märkten wie den Vereinigten Staaten, Indien und China betrachtet, die sich als erste von der COVID-19-Pandemie erholt haben, werden Regionalflughäfen in den kommenden Jahren eine überdimensional große Rolle spielen. Während die betrieblichen Herausforderungen für internationale Drehkreuze ähnlich sind, werden bei Regionalflughäfen wahrscheinlich schneller Kapazitätsengpässe auftreten, da der Inlandsreiseverkehr mit größerer Geschwindigkeit wieder aufgenommen wird. Das Potenzial für den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes wird auch wesentlich durch die Fähigkeit beeinflusst werden, die Reisebedingungen für die Passagiere zu verbessern, und gleichzeitig die Kosten zu senken und die sich verändernden Gesundheitsanforderungen durch Technologie zu bewältigen.
Passagiere, die von Regionalflughäfen reisen, verlangen das gleiche digitale Erlebnis und die Effizienz, die sie von internationalen Drehkreuzen gewöhnt sind. Hinzu kommen die höheren Erwartungen der Fluggesellschaften, unbeständige Routen, Platzbeschränkungen, Multitasking der Mitarbeiter und vieles mehr. Dadurch dass Reisen immer digitaler werden, wächst natürlich auch der Bedarf an einem reibungslosen Zusammenwirken zwischen Reisesystemen und -technologien – nicht nur zwischen großen und kleinen Flughäfen, sondern auch mit anderen Verkehrsträgern. Da das Reisen immer vernetzter und intermodaler wird, werden einheitliche digitale Systeme, die die Reisen der Passagiere zu Lande, zu Wasser und in der Luft vereinfachen, immer wichtiger.

  • Blockchain wird zu einer Schlüsseltechnologie werden

Große Hoffnung sieht SITA in der Blockchain-Technologie, die wegen seiner Fähigkeit, Informationen unmittelbar, sicher und vertraulich zwischen Dutzenden von Interessengruppen an Flughäfen, bei Regierungen, Fluggesellschaften und OEMs auszutauschen, für die Luftverkehrsbranche ein immenses Potenzial darstellt.

Ein Beispiel: Die Luftverkehrsbranche gibt jährlich 50 Mrd. US-Dollar für Flugzeugersatzteile aus. Die Nachverfolgung dieser Ersatzteile auf dem Weg zwischen Fluggesellschaften, Leasinggebern und Erstausrüstern (OEMs) erfolgt weitgehend manuell. Es gibt keinen einheitlichen Überblick, um Hunderte von Millionen von Datensätzen der Transaktionen zwischen diesen Stellen zu verfolgen, was das Risiko und die Kosten noch weiter erhöht. Und jede Inkonsistenz zwischen den Systemen der Beteiligten erhöht das Risiko von Datenüberschneidungen – und damit die Kosten.

"Im Zusammenhang mit MRO sind Fluggesellschaften mit den komplexesten Problemen konfrontiert, die von fehlenden digitalen Aufzeichnungen bis hin zu Schwierigkeiten bei der Lieferkette, Systeminkonsistenzen und hohen Kosten reichen. Wir glauben, dass für die Lösung dieser Herausforderung die Blockchain eine zentrale Rolle spielen wird.", so SITA.

Auf Seiten der Passagiere könnte die Blockchain viele der Effizienzprobleme lösen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Im Jahr 2021 testete SITA zusammen mit Indicio.tech und dem Gesundheitsamt von Aruba die Aruba Health App, ein Pilotprojekt, das es Besuchern erleichtert, auf ihrem Mobilgerät vertraulich und sicher einen vertrauenswürdigen Berechtigungsnachweis für die Reise zu nutzen – der auf ihrem Gesundheitsstatus beruht. Dieser Berechtigungsnachweis ermöglicht den Zugang zu den teilnehmenden gastgewerblichen Einrichtungen auf der Insel.

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