Salzburg

Mehr Skiurlauber für die Schiene

Für die bevorstehende Wintersaison wollen Salzburgs Tourismuswerber die Anreise per Bahn forcieren. Derzeit kommen nur acht Prozent der Urlauber auf der Schiene ins Land, das sind nicht viel mehr als mit dem Flugzeug (sieben Prozent). Auch wenn viele Gäste dank der zahlreichen Verleiher vor Ort bereits ohne eigene Ski auf Urlaub fahren, setzen sich die allermeisten von ihnen immer noch ins Auto.

Dabei ist es vor allem die An- und Abreise, die den ökologischen Fußabdruck ausmacht, den Winterurlauber hinterlassen, sagte am Montag Leo Bauernberger, Chef der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft (SLTG), bei einem Mediengespräch. Er beruft sich dabei auf eine Studie der Sporthochschule Köln. Diese besagt, der 80 % der CO2-Emissionen eines Winterurlaubers durch die An- und Abreise entstehen. Das Problem der "letzten Meile" für Bahnreisende haben die meisten Skigebiete inzwischen erkannt: Sie bieten kostenlose Shuttles vom Bahnhof ins Urlaubsquartier an. Und für 21 Euro transportieren die ÖBB sogar den großen Koffer von der Haustür zur Hotelrezeption, sagte ÖBB-Regionalmanager Josef Spiesberger.

Zusätzlich zu den bestehenden Verbindungen bieten die ÖBB ab 21. Dezember jeden Samstag einen "Urlaubs-Express" von Wien über die Westbahn bis zur Salzburger Sportwelt (mit den Bahnhöfen Radstadt, Altenmarkt und Bischofshofen) an. Die günstigsten Tickets für die einfache Fahrt gibt es um 19 Euro mit der Sparschiene, ansonsten gelten die üblichen ÖBB-Tarife. Beworben wird die Bahn-Anreise aber auch im Ausland, und hier zählt vor allem der deutsche Markt, weil mehr als jeder dritte Winterurlauber in Salzburg dort herkommt. Die billigsten Fahrkarten etwa aus Hamburg oder Berlin gibt es um 39,90 Euro.

Das Ende Oktober zu Ende gegangene Tourismusjahr 2018/19 hat Salzburg laut SLTG-Aufsichtsratschef Hans Scharfetter in Salzburg ein leichtes Plus von 1,3 % auf rund 29,7 Millionen Nächtigungen gebracht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat mit 3,7 Tagen ein neues Tief erreicht, wobei sie im Sommer sogar noch kürzer (3,3 Tage) lag. "Ich glaube aber, wir haben hier die Talsohle erreicht. Denn bei noch geringerer Dauer tritt der Erholungseffekt gar nicht mehr ein", sagte Bauernberger. Im heurigen Sommer sei sie sogar schon wieder minimal gestiegen. Ein Plus an Übernachtungen bei gleichzeitig kürzerem Aufenthalt bedeutet auf jeden Fall, dass die Zahl der An- und Abreisen und damit das Verkehrsaufkommen weiter gestiegen ist.

Scharfetter sagte auch, dass die Übernachtungszahlen zwar "die Leitwährung" der Tourismusbranche seien, aber wenig über die tatsächliche Wertschöpfung aussagen. Man sei deshalb gerade dabei, über das Landesabgabenamt die Umsatzzahlen zu eruieren, allerdings sei dies datenrechtlich nicht einfach. "Wir haben damit begonnen, sind aber noch nicht dort, wo wir hin wollen, aber in den nächsten Monaten sollte es so weit sein", ergänzte Bauernberger. Ziel sei jedenfalls ein jährlicher Wertschöpfungsindikator für das Bundesland.

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