Salzburg

53.000 Reisebus-Slots vergeben

In Salzburg liegen nun erstmals valide Daten zur Zahl der Reisebusse in der Stadt vor. Seit Einführung der Reservierungspflicht an den beiden Busterminals Anfang Juni 2018 wurden bis 6. Jänner 52.900 Zeitfenster - sogenannte Slots - verkauft, in denen die Buslenker die Gäste aussteigen lassen und später wieder aufnehmen können. Das geht nun aus einer Anfragebeantwortung des Bürgermeisters hervor.

Die Zahl der erfassten Reisebusse betrug demnach 27.800 - etwas mehr als die Hälfte der vergebenen Slots, weil nicht jeder Bus auch tatsächlich immer zwei Mal in die Stadt fährt. 45 % der Fahrzeuge nutzen in den sieben erfassten Monaten den Busterminal in der Paris-Lodron-Straße, 55 % den am Abend länger geöffneten Terminal im Nonntal. Die maximale Auslastung der 20-minütigen Slots wurde zu Kernzeiten immer wieder erreicht, auch die Reserve-Stellplätze seien in Hunderten Fällen benötigt worden. Am stärksten Tag, den 8. Dezember, wurden in den beiden Terminals mehr als 300 Busse registriert.

Über das Online-Buchungssystem wurden seit Anfang Juni 2018 Einnahmen von 552.940 Euro erzielt. Dem standen Ausgaben von 695.000 Euro entgegen. Darin seien jedoch einmalige Investitionskosten von rund 290.000 Euro enthalten. "Das System funktioniert einwandfrei und erweckte bereits Interesse zur Nachahmung, zum Beispiel in Hallstadt", hieß es in der Anfragebeantwortung. Und noch einen Effekt könnte die neue Regelung gehabt haben: Im Gegensatz zu 2017 wurden 2018 deutlich weniger Missachtungen des städtischen Busparkverbots geahndet.

Freilich dürfte es unter den Buslenkern noch das eine oder andere schwarze Schaf geben, die Gäste ohne sich zu registrieren an- und abliefern. Wegen Missachtung der Terminalregelungen wurden seit Anfang Juni 2018 genau 999 Organstrafverfügungen zu je 70 Euro ausgestellt. Die Höhe der Strafgelder betrug damit nicht ganz 70.000 Euro.

Die Anfrage an Stadtchef Harald Preuner (ÖVP) war von der grünen Bürgerliste gestellt worden, nachdem in Salzburg zuletzt eine Diskussion über den Umgang mit der stetig steigenden Zahl von Touristen in der Stadt ausgebrochen war. Während im Jahr 2003 noch rund 1,6 Millionen Nächtigungen verzeichnet wurden, waren es im Jahr 2018 bereits 3,1 Millionen. Dazu kommen sechs bis sieben Millionen Tagesgäste, möglicherweise auch mehr. Die letzte Erhebung liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück.

Preuner hatte zuletzt angekündigt, die Gebühr pro Buszufahrt im Juni von 24 auf 38 Euro erhöhen zu wollen und nach Möglichkeiten zu suchen, etwa die Aufenthaltsdauer mitzuberücksichtigen. "Wer länger bleibt und höhere Wertschöpfung lukriert, soll bei der Anreise bevorzugt werden", betonte der Bürgermeister. Anderen Fraktionen im Gemeinderat fällt die geplante Gebührenerhöhung allerdings viel zu gering aus. Die NEOS fordern zuletzt etwa eine Busmaut in der Höhe von 500 Euro pro Fahrzeug.

Bürgerlisten-Gemeinderätin Ingeborg Haller meinte am Freitag, die von Preuner genannte Zahl von 40.000 Reisebussen pro Jahr werde nicht halten. "Wir werden wohl mit 50.000 Bussen rechnen müssen, Tendenz steigend." Ihr Fraktion hatte zuletzt gefordert, einen Busterminal aufzulösen, und den zweiten Terminal in seinen Kapazitäten zu beschränken. Vielmehr müsse man an den Stadträndern Busterminals mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung in die Innenstadt schaffen.

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