Ruefa

Reisetrends, Chancen und Möglichkeiten

Unmittelbar nach dem „offiziellen“ Ende der Sommersaison 2021 zieht Ruefa eine „realistische Bilanz, die aber für die Zukunft durchaus positiv stimmt“.

Ruefa zieht ein Resümee nach der zweiten Sommersaison im "Corona-Modus". Das Buchungsverhalten und was die Österreicher beim Reisen bewegt und beschäftigt stehen im Mittelpunkt der Analyse. Das aufkommende Fernweh kann, darf und soll mit zahlreichen Destinationen im Winter gestillt werden. 

Reisetrends

Der zweite Sommer im Corona-Modus hat einmal mehr bestätigt: Urlaub im eigenen Land war die erste Wahl, Ferien- und Badeorte in Österreich konnten sich über regen Zulauf vor allem der Gäste aus dem Inland erfreuen.

„So schön es auch in Österreich ist – die Sehnsucht nach Meer hat heuer viele gepackt, die vielleicht im Vorjahr noch gezögert haben. Die Reiselust ist definitiv retour, trotz aller Schwierigkeiten, Fragezeichen und Unsicherheiten“, so Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa und Vorständin VERKEHRSBUERO. 

Wobei sich bei den Top-Destinationen von Ruefa Griechenland als klare Nummer 1 etablieren konnte. Knapp 26 % aller Ruefa-Reisenden zog es im Sommer auf die griechischen Inseln. Gamechanger dabei waren vor allem die „schnelle Impfkampagne mit hoher Erfolgsquote vor Ort sowie die unglaubliche Vielfalt von Griechenland als Reiseprodukt für wirklich alle Alters- und Zielgruppen“, so Freund. Neben den Klassikern wie Rhodos, Kreta oder auch Kos konnten sich vor allem kleinere Inseln wie etwa Paros, Skyros und auch einmal mehr die Sommerakademie in Zakynthos regen Zustroms aus Österreich erfreuen. Gegenüber 2020 konnte bei den Reisenden nach Griechenland somit ein Passagier-Plus von 46 % erzielt werden, gegenüber dem Rekordjahr 2019 konnte das Minus auf 46 % verringert werden. 

Spannend wurde es dann auf den weiteren Plätzen: Die Destination Österreich erzielte bei Ruefa Platz 2 mit einem Anteil von 13 % aller Kunden bzw. rund 6 % Umsatzanteil in der Sommersaison 2021, gefolgt von Spanien mit jeweils 9 % sowie Italien mit ebenso 9 % Kunden und rund 6,6 % Umsatzanteil. Die Top 5 komplettiert Deutschland mit rund 4 % aller Kunden, jedoch nur einem geringen Umsatzanteil von knapp unter 2 %.

„Neben dem Heimaturlaub konnten Italien und Deutschland ebenso wie Kroatien als „Selbstfahrerdestinationen“ punkten – die zunehmend auch im Reisebüro gebucht werden. Einfach weil die Leute auf Nummer sicher gehen wollen. Spanien hat als eine der ersten Destinationen aufgemacht und dank einer extrem hohen Impfquote ein wirklich erstaunliches Comeback hingelegt“, so Freund.

Herausforderungen

Eine deutliche Herausforderung brachte der eklatante "Spätstart erst ab Ende Mai – das war eine richtige Belastung für Kunden und Mitarbeiter, einfach nicht zu wissen, wann was wie und wo losgeht“, so Freund. Das zeigte sich auch am Trend, der scheinbar gekommen ist um zu bleiben: Buchungen zu Anreisen waren noch nie so kurzfristig wie in diesem Sommer, Kunden entschieden sich für ihren Sommerurlaub sehr spontan. „Das hat uns im Juli, August und September erstmals wieder eine konstante Entwicklung zu 2019 ermöglicht – auch wenn wir noch etwa 40 % unter dem Niveau von damals liegen“, analysiert Freund. Während die Waldbrände im gesamten Mittelmeerraum nur marginale Auswirkungen auf das Buchungsgeschehen hatten, war vor allem die noch immer schwere bzw. gar nicht mögliche Erreichbarkeit vieler klassischer Destinationen eine große Herausforderung.

„Viele Kunden sind mehrfach bei uns im Ruefa Reisebüro gewesen und haben sich immer wieder erkundigt, wie es vor Ort aussieht, welche Maßnahmen gerade gelten und vor allem welche Einschränkungen beim Reisen zu beachten sind. Die, die gefahren sind, hatten einen super Urlaub – und beinahe alle haben die angebotenen Flextarife und Covid-Protection-Packages gebucht“, so Freund weiter. Sie geht davon aus, dass diese positiven Erfahrungen für Folgebuchungen im Winter 2021/22 sowie Vorausbuchungen für den Sommer 2022 ein richtiger Booster sein können – und auch davon, dass sich Flextarife zu geringen Mehrkosten weiter großer Beliebtheit erfreuen werden.

„Flexrates sind gekommen, um zu bleiben! Gemeinsam mit entsprechenden Stornomöglichkeiten und Versicherungsprodukten ist Reisen absolut möglich. Der Beratungsaufwand steigt jedoch, oft kontaktieren Kunden die Reiseexperten zwei oder drei Mal für eine Buchung“, so Freund.

Selbstredend ist auch das Thema Impfung allgegenwärtig bei den Verkaufsgesprächen in den Reisebüros. So ist die Corona-Impfung mittlerweile in manchen Destinationen Plficht und wird früher oder später zum internationalen Standard werden, ist sich Freund sicher – auch mit dem Hinweis, dass das Thema „Impfen/Impfpflicht für Destinationen“ in der Reisebranche schon seit Jahren „ein gelerntes Thema ist – das halt jetzt in der Breite angekommen ist“.

Chancen

Beliebte Tourismusregionen in Thailand seit wenigen Wochen noch etwas zaghaft, aber sukzessive immer mehr, ebenso Sri Lanka oder die USA endlich wieder in den kommenden Wochen – die Liste der halbwegs einfach zu bereisenden Destinationen wird Tag um Tag länger. Das stimmt die Branche zuversichtlich – nach dem Totalausfall im Vorjahr gibt es enormen Aufholbedarf. 

„Unsere Reisewelt wird wieder größer – und genau jetzt spielen unsere Reiseexperten ihr Know-how aus und können die Reiseträume der Österreicher erfüllen!“

Um die Reiselust und dementsprechende Buchungen zu stimulieren, hat Ruefa bereits in der letzten Septemberwoche eine entsprechende Fernreise-Schwerpunktkampagne gestartet, die sich ganz der Frage widmet: „Wo endet das Fernweh?“

„Wir haben in den vergangenen Wochen wirklich alles daran gesetzt, um ein vielfältiges und für die Kunden sicher und einfach zu bereisendes Angebot zu erstellen. Die Reiseziele können unter Einhaltung der geltenden Einreisebestimmungen derzeit unbesorgt bereist werden und die ausgewählten Reiseangebote garantieren flexible Storno- bzw. Umbuchungsbedingungen. Es geht in die Karibik, es geht nach Asien und es geht auf sämtliche Perlen im Indischen Ozean sowie zu Top-Zielen nach Afrika. Noch geht nicht alles – aber wir sind zuversichtlich, dass es immer mehr Destinationen geben wird“, so Freund.

Neben der Angebotsvielfalt will Ruefa künftig auch mit noch mehr Serviceleistung punkten – trotz Kurzarbeit konnten die Öffnungszeiten der Reisebüros wieder deutlich erweitert und vor allem um individuelle Terminvereinbarungen ergänzt werden. Zusätzlich wird an der kontinuierlichen Weiterentwicklung für Online-Angebote und Online-Beratung gearbeitet. 

Im „Hintergrund“ hat der Branchenprimus nach den massiven Kostenreduktionen im Frühjahr auch ein umfassendes Restrukturierungsprogramm umgesetzt. Ziel dabei: Die Kompetenzen mit den Kollegen der Konzernschwester Eurotours zu bündeln und sowohl bei der Veranstaltertätigkeit (Eurotours) wie auch bei individuellen Produktionen (Ruefa) gemeinsam bestmöglich arbeiten zu können.

Für die Wintersaison ebenso wie für kommendes Frühjahr und den Sommer sieht Freund auch noch deutliches Potenzial für den europäischen Städtetourismus. „Da kommt ein guter Mix zusammen – ein Aufholbedarf in Sachen Kunst und Kultur sowie immer mehr Möglichkeiten, europäische Metropolen auch mit attraktiven Zug-/Nachtzugverbindungen zu erreichen. Davon versprechen wir uns einiges“, so Freund. Auch im Bereich Studienreisen ist aus heutiger Sicht mit einem entsprechenden Nachholfaktor zu rechnen. Bereits im Sommer waren wieder Studienreisen-Gruppen erfolgreich und entspannt in ganz Europa unterwegs – „das spricht sich herum, das motiviert“, so Freund.

Für die Wintersaison 2021/22 in Österreich wünscht sich der Veranstalter: „Wir sehen das Bemühen und es wird sicherlich alles besser als letztes Jahr. Aber ganz ehrlich – aus Incoming-Sicht ist unser Leben gerade sehr schwer und die Aussagen hinsichtlich des G-Status alles andere als klar. „Wenn, dann“ und „Stufenpläne“ können für heimische Gäste funktionieren, ausländische Gäste hält das eher ab“, analysiert Freund weiter. Zudem sei noch immer die Frage ungeklärt, wie genau ein Winterurlaub mit Kindern unter 12 Jahren – und somit für die größte Zielgruppe der Familien-Winterurlaube – denn entspannt funktionieren kann. Ein positives Signal für die Wintersaison ist auf jeden Fall die angekündigte Verlängerung der gratis Testangebote bis Ende März 2022.

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