Österreich

Wann kommt das 1-2-3-Klimaticket?

In einem Interview mit Magnus Brunner (ÖVP), im Klimaschutzministerium für Energie und Luftfahrt zuständig, berichtet der Staatssekretär über die aktuellen Pläne des Ministeriums. Aussichten auf das 1-2-3-Klimaticket gibt es vorerst jedoch noch keine. Brunner hofft, dass es "im Laufe dieses Jahres" noch kommt. 

Beim 1-2-3-Klimaticket, das vom Klimaministerium und dessen Ressortchefin Leonore Gewessler (Grüne) vorangetrieben wird und heuer im Sommer mit der österreichweiten Variante starten soll, traut sich Brunner keine Prognose zu, ab wann dieses zu kaufen sein wird. "Da möchte ich mich jetzt nicht auf ein Datum festlegen lassen." Aber er hoffe schon "im Laufe dieses Jahres", so Brunner. "Ich glaube nicht, dass es verhindert wird", es sei eine wichtige Maßnahme und ein wichtiges Projekt der Bundesregierung, betonte Brunner. Es seien alle gefordert. Neben attraktiven Tarifen brauche es auch attraktive Fahrpläne, auch in Osttirol oder im Waldviertel.

Es gehe beim 1-2-3-Öffi-Ticket jetzt darum, finanzielle Einigungen zu treffen. "Ich habe da großes Verständnis für die Anliegen der Bundesländer und Verkehrsverbünde, die weiter natürlich auch für ihre Kunden da sein möchten", sagte Brunner, der sich hier als "Mediator" zwischen den Ländern und der grünen Ministerin sieht. Brunner sagte, er habe auch Verständnis dafür, dass die Stufe 3 erst dann kommen kann, wenn man für die Stufen 1 und 2 eine Perspektive hat, sowohl finanziell als auch zeitlich. Dafür seien die nächsten Wochen entscheidend, sowohl was den Zeitplan als auch den Finanzierungsplan betrifft. So wie er Verständnis für "berechtigte Anliegen" der Länder habe, "so habe ich – oder hätte ich – auf der andere Seite kein Verständnis für eine unsachliche Verhinderungspolitik", stellte Brunner klar.

Zum Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) laufen gerade die Gespräche mit den Oppositionsparteien für die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. "Da kommt viel guter Input von allen Seiten", so der Staatssekretär. Brunner sieht das EAG als eines der größten Energieprojekte seit der Liberalisierung im Jahr 2000.

Dass durch die Coronakrise die Ölpreise stark gefallen sind und deshalb Benziner oder Diesel-Pkw wieder verlockender sind, sieht Brunner aus Klimasicht gelassen. Man müsse das Thema längerfristig sehen. "Unser Ansinnen muss sein, dass wir einfach die Alternativen attraktiver machen", sieht Brunner die E-Auto-Förderung als wichtiges Instrument. "Wir dürfen aber auch nicht Technologien gegeneinander ausspielen", so der Staatssekretär mit Blick auf die Wasserstoff-Technologie. Bei der Frage nach höheren Steuern auf Benzin und Diesel verwies der ÖVP-Politiker auf die zwischen Grünen und Türkisen paktierte ökologische Steuerreform, bei der auch der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) besteuert werden soll. "Da wird es eine Form der CO2-Bepreisung geben, da sind sich alle einig", sagte Brunner. Ein Vorgreifen aufgrund der niedrigen Spritpreise könne er sich nicht vorstellen.

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