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Österreich

Verordnung zur Gastro-Öffnung nun rechtsgültig

Die Verordnung zur Öffnung der Gastrobetriebe am kommenden Freitag ist am Mittwoch rechtsgültig veröffentlicht worden. Sie enthält keine Neuerungen gegenüber jenen Vorsichtsmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie, die vergangenen Freitag von der Bundesregierung präsentiert wurden. Die obligatorische Tisch-Zuweisung wird es nur in geschlossenen Räumen geben, Reservierungspflicht besteht keine.

Die vorige Woche präsentierten Auflagen waren großteils bereits bekannt und umfassen im Wesentlichen den Sicherheitsabstand von einem Meter und Maskenpflicht. Geöffnet werden darf zwischen 6:00 und 23:00 Uhr, wobei dies auch die Sperrstunde ist, also das Lokal dann leer sein muss, hieß es vergangene Woche aus dem Tourismusministerium.

Zur Ausschank an der Bar heißt es in der geplanten Verordnung, dass diese "nicht in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle" erfolgen dürfe. Eine genauere Definition ist nicht enthalten. Der Mindestabstand zwischen den Gästen an den Tischen von einem Meter darf auch unterschritten werden, wenn bauliche Einrichtungen zwischen den Tischen vorhanden sind.

Der nächste große Schritt zurück in die "neue Normalität" während der Coronakrise soll also am Freitag erfolgen: Die heimische Gastronomie öffnet nach zwei Monaten Lockdown wieder ihre Pforten, allerdings unter rigorosen und auch für die Gäste gewöhnungsbedürftigen Vorgaben. Vor diesem Comeback der Gastro-Szene gibt es viel Vorfreude, unzählige Fragen und auch Unsicherheit bei den Unternehmern.

Dies bestätigte auch Mario Pulker, der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), im Gespräch mit der APA. "Wir blicken dem alle mit großen Erwartungen, aber auch mit einer großen Unsicherheit entgegen. Viele Mitgliedsbetriebe sagen, sie sind schon ausreserviert fürs Wochenende, wissen aber nicht, was wird unter der Woche los sein. Was ist, wenn nach den ersten 14 Tagen der erste Ansturm vorbei ist?", schildert Pulker die Stimmung in der Branche. Zudem gebe es viele Betriebe mit großer Abhängigkeit vom Tourismus.

Zudem greift das Modell Kurzarbeit erst nach einem Monat, doch viele Betriebe können die Mitarbeiter nicht gleich zu 100 % übernehmen. "Wir haben schon noch einige Parameter, die wir umschiffen müssen, damit wir die Betriebe ordentlich in die Höhe fahren können." Ein Koch komme aber nicht für 20 Stunden arbeiten, wenn er mitunter in der Arbeitslosen mehr Geld erhält. Darum hofft Pulker auf ein Kombilohn-Modell anstelle der Kurzarbeit. In diesem würde es neben dem Lohn einen staatlichen Zuschuss in einem bestimmten Prozentsatz des Arbeitslosengeldanspruches geben.

"Wir brauchen auch sehr schnell die Verordnung für die Öffnung der Hotellerie, weil allein einen Swimmingpool zu füllen, dauert oft eine Woche. Ich brauche ihn aber nicht füllen, wenn er geschlossen bleiben muss", erklärt Pulker, der selbst ein Hotel und Restaurant in der Wachau führt. Die Touristenanfragen seien da, aber ob man beispielsweise den hoteleigenen Pool benutzen darf oder nicht, spiele für eine Buchung eine wichtige Rolle.

Für die Gastronomie rechnet Pulker vorerst mit rund zehn Prozent der Betriebe, die am 15. Mai noch nicht aufsperren werden. "Wenn du zu 90 % von chinesischen Gästegruppen abhängig bist, brauchst du nicht aufsperren", nennt der WKÖ-Branchen-Obmann ein Beispiel. Eine andere Problematik biete sich vielen Betrieben, die in einer Miete oder Pacht sind und aufsperren müssen, obwohl sie wissen, dass ihr Geschäftsmodell nicht funktionieren wird. "Sie sagen: 'ich kriege keine Gäste', und der Vermieter sagt, 'ist mir egal, du zahlst die Pacht und es steht drinnen, du hast den Betrieb aufzusperren'."

Ein großes Fragezeichen ist auch das Verhalten der Gäste und inwiefern sich österreichische Gemütlichkeit unter diesen Umständen leben lässt. Ganz klar ist für Pulker aber, dass es ein großes Sicherheitsbedürfnis gibt. "Wir haben ja auch Umfragen gemacht und da kommt ganz klar heraus, dass die Gäste ein überfülltes Lokal nicht aufsuchen werden. Den Gästen ist lieber, es ist weniger los in dem Lokal, dann gehen sie eher rein. Vor allem, wenn man drinnen sitzen muss", erzählt Pulker. Auch der Eindruck des Lokals und wie ernst dieses die Vorgabe nimmt, spiele bei den Kunden eine große Rolle.

Das System der vorgegebenen "time-slots" - also eine vorgegebene Verweildauer - dürfte nicht überbordend angewendet werden. Die Gastronomen werden da wohl auch auf die Nachfrage reagieren. Pulker dazu: "Die Frage ist, haben wir so viele Leute? Ich wünsche es unserer Branche, allein mir fehlt der Glaube." Die empfohlenen Reservierungen dienen zur Vorbereitung, zur Abschätzung wie viele Kunden kommen und auch der guten Organisation, damit sich die Leute wegen der Ansteckungsgefahr nicht vor dem Lokal sammeln.

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