Österreich

Großflächige Öffnung unter den 3G-Regeln

Nach etwas mehr als einem halben Jahr wurden in Österreich großflächig die Corona-Einschränkungen beendet. Hotels, Gastronomie, Sportstätten und Kultur werden wieder geöffnet. Geschlossen bleiben nur noch die Nachtlokale, Großveranstaltungen mit mehr als 1.500 Personen indoor und 3.000 Personen outdoor sind weiterhin untersagt. In allen offenen Bereichen gelten die 3G-Regeln: Man muss also geimpft, genesen oder getestet sein. Für die Einreise nach Österreich gibt es Lockerungen, manche Beschränkungen bleiben jedoch bestehen. 

Als Nachweis für die 3Gs gelten Testzertifikate, der Impfpass und ärztliche Atteste bzw. Absonderungsbescheide. Ab Anfang Juni soll national der elektronische Nachweis per QR-Code eingeführt sein, ab Ende Juni sogar EU-weit. Wer Covid-19 bereits überstanden hat oder geimpft ist, kann sich das regelmäßige Testen ersparen, das sind rund 2,6 Millionen Menschen in Österreich. Sehr wohl testen lassen müssen sich allerdings all jene, deren Genesung schon mehr als ein halbes Jahr zurückliegt (150.000 Personen). Auch für sie entfällt die Testpflicht allerdings, wenn sie mittlerweile zumindest eine Impfdosis erhalten haben.

Bei den Tests gelten die bereits bekannten Regeln: PCR-Tests werden für 72 Stunden ab Abnahme anerkannt, professionell abgenommene Antigentests 48 Stunden lang und Selbsttests 24 Stunden. Auch vor Ort können Tests angeboten werden, die aber nur für den Besuch der Einrichtung selbst gelten. Darüber hinaus gibt es in den einzelnen Bereichen weitere Vorsichtsmaßnahmen und Regeln. So gilt in Innenräumen fast überall die Maskenpflicht, in Lokalen dürfen indoor maximal vier Erwachsene plus sechs Kinder und outdoor maximal je zehn Erwachsene und zehn Kinder an einen Tisch Platz nehmen. Außerdem gilt fast überall Registrierungspflicht. Die Sperrstunde ist generell mit 22 Uhr festgelegt.

Eine Zusammenkunft ab elf Personen gilt als Veranstaltung mit 3G-Regeln und Anzeige-Pflicht bei der Bezirksverwaltungsbehörde, ab 51 Personen sind Veranstaltungen bewilligungspflichtig und es braucht zugewiesene Sitzplätze. Indoor dürfen an Veranstaltungen nicht mehr als 1.500 und outdoor nicht mehr als 3.000 Personen teilnehmen. Beim Sport selbst etwa in Fitnessstudios muss man keine Maske tragen, sehr wohl aber im Gebäude an sich.

Neue Einreiseverordnung bringt auch Schwierigkeiten mit sich

Für jede Art der Einreise ist also der Nachweis einer Impfung, Testung oder Genesung Voraussetzung. Kinder ab einem Alter von 10 Jahren müssen getestet werden, darunter zählt der Immunitätsstatus der Eltern bzw. der Aufsichtsberechtigten. Dennoch beinhaltet die neue Regelung – entgegen den Erwartungen und den ursprünglichen Skizzierung des Ministeriums – auch einige Schwierigkeiten für die österreichische Reisebürobranche und Hotellerie.

„Es ist sehr schade, dass die Reisefreiheit in Europa nicht komplett wieder hergestellt wurde,“ sagt Kadanka. Wenn man genesen, geimpft oder getestet ist, kann man zwar aus den meisten Ländern Europas einreisen, für Länder auf einer anderen Liste, wie zum Beispiel das wichtige Urlaubsland Kroatien, gilt dies allerdings nur eingeschränkt. Das sei nicht nachvollziehbar.

Kraus-Winkler unterstreicht: „Auch Gäste aus für Österreich wichtigen Herkunftsmärkten, wie etwa den Niederlanden oder Schweden, müssen trotz Tests bei der Einreise eine Quarantäne antreten. Diese kann ab Tag 5 nach der Einreise mit einem neuerlichen negativen Testergebnis zwar beendet werden, aber: Welcher Tourist nimmt denn bei einem Urlaub eine solche Quarantäne in Kauf?“

Problematisch sieht die Hotellerie-Branchensprecherin auch, dass Personen, die nicht mit „Nicht-EMA-Vakzinen“ geimpft sind, keine Erleichterungen bei der Einreise nach Österreich und bei Zutrittsbeschränkungen erhalten: „Ich denke hier vor allem an alle ungarischen, russischen oder Gäste aus dem asiatischen Raum, die beispielweise mit SputnikV geimpft wurden. Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf.“

„Zahlreiche europäische Destinationen haben die Einreise für Touristen gelockert. Wir hoffen nunauf eine rasche Erweiterung und Liberalisierung, um im international härter werdenden Wettbewerb und der bereits startenden touristischen Aufholjagd vorne mit dabei sein zu können“, so Kadanka und Kraus-Winkler abschließend.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter

Mit nur einem Klick zur Anmeldung für Newsletter und E-Paper. Immer up2date in der Touristik mit dem traveller.

Anzeige

Aktuelles E-Paper

Anzeige
Anzeige