Österreich

Deutliche Erholung des Tourismus

Die Aufhebung des coronabedingten behördlichen Betretungsverbots von Hotels und Pensionen für private Gäste hat die Umsätze in den heimischen Beherbergungsbetrieben sofort deutlich belebt.

Die Öffnung habe im Juni vor allem zu einem raschen Anstieg der Nächtigungen durch inländische Gäste geführt, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Dienstag mit. Die Hotellerie-Umsätze legten spürbar zu, zeigten die von Zahlungsdienstleistern erhobenen Ausgaben im Reiseverkehr.

Die kräftige Zunahme gehe vor allem auf die Ausgaben von inländischen Urlaubern zurück, doch auch Touristen aus dem Ausland seien verstärkt gekommen. Die Umsätze der Zahlungsdienstleister umgelegt auf die Nächtigungen ergeben Schätzungen der Nationalbank zufolge für den Juni einen Zuwachs von knapp 42 % gegenüber dem Vergleichsmonat im ersten Coronajahr 2020. Damit lagen die Beherbergungsbetriebe aber immer noch um 41 % unter dem Vorkrisenniveau vom Juni 2019.

Vor der Pandemie kamen um fast 58 % mehr Übernachtungen von ausländischen Urlaubern und um drei Prozent mehr von inländischen. Doch eine Tendenz in Richtung Erholung während der Pandemie zeichnet sich klar ab: Gegenüber dem ersten Krisenjahr 2020, in dem es noch keine Coronaimpfungen gab, zogen die Nächtigungen von Urlaubern aus dem Inland heuer im Juni um rund 27 % an und aus dem Ausland um 61 %.

Die Umsätze der Zahlungskartendienstleister bestätigen laut OeNB jedenfalls, "dass der internationale Tourismus weiterhin stark unter den Folgen der Covid-19-Pandemie leidet", obwohl sich die Infektionszahlen in Europa und den USA beruhigt hatten. Während die Ausgaben von Urlaubern aus Deutschland – dem wichtigsten Herkunftsland für den österreichischen Tourismus – im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 in den letzten Wochen im Durchschnitt sogar ein kleines Plus verzeichnen konnten, und die Ausgaben von Schweizer Gästen deutlich zunahmen, liegen die Rückgänge gegenüber den anderen kontinentaleuropäischen Ländern den Angaben zufolge zwischen 25 und 50 %. Bei den Herkunftsländern aus Übersee ist man beispielsweise betreffend USA sogar um rund zwei Drittel im Rückstand. China ist weiterhin ein Totalausfall.

Gleich nach der Aufhebung des monatelangen Lockdowns zu Pfingsten waren die heimischen Hotels stark ausgelastet. Die Ausgaben von inländischen und ausländischen Gästen in Österreich zeigten, dass von Inländern bereits ab Anfang März Vorreservierungen und Anzahlungen getätigt wurden; im Falle von ausländischen Gästen sei dies erst Anfang Mai bemerkbar gewesen, so die OeNB. Mit der Öffnung der Gastronomie und Hotellerie in der Pfingstwoche (17. bis 23. Mai 2021) sei es zu einem sprunghaften Anstieg der Umsätze gekommen.

Die Ausgaben von Inländern legten im Vergleich zur Vorkrisenwoche im Jahr 2019 um über 50 % zu und lagen somit auf dem Niveau vom Sommer 2020 – die Erholung erfolgte somit ungleich schneller als im vergangenen Jahr. In den darauffolgenden Wochen reduzierte sich der Zuwachs auf ein Plus von rund 25 %, womit die Ausgaben weiterhin über jenen vom Juni 2020 liegen.

Die Rückgänge der Ausgaben seitens ausländischer Touristen reduzierten sich in der Pfingstwoche von rund 90 Prozent auf ein Minus von rund 80 % und in der Folgewoche auf rund 50 % – "vor allem getrieben durch hohe Ausgaben von deutschen Gästen", strich die OeNB hervor. In der Kalenderwoche 26 (28. Juni bis 4. Juli) kam es zu einem weiteren spürbaren Anstieg (im Vergleich zur vorangehenden Woche) sowohl seitens der Urlauber aus dem Inland (plus 56 %) als auch aus dem Ausland – bei Letzteren verkleinerte sich das Minus auf 31 %.

Die länderweise Aufteilung der Zahlungsdienstleisterdaten zeigt laut Nationalbank, dass die Ausgaben von deutschen Gästen sogar über dem Niveau des Vorkrisenjahrs 2019 liegen und in der Kalenderwoche 26 nochmals deutlich zugelegt haben. Auch die Ausgaben seitens Schweizer Urlauber hätten zuletzt zugenommen. Ausgaben anderer wichtiger Herkunftsländer sind – trotz ebenso starker Verbesserungen in der Kalenderwoche 26 – aber nach wie vor deutlich schwächer als vor der Krise im Jahr 2019: Bei Touristen aus Italien beträgt das Minus 48 %, bei jenen aus den Niederlanden 18 % und bei jenen aus Tschechien 32 %. Die Verluste gegenüber weiter entfernten Herkunftsländern sind nach wie vor beträchtlich: Vereinigtes Königreich: minus 52 %, USA: minus 64 % und China minus 95 %.

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