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Österreich

Coronakrise drückt Tourismus 2020

Die Tourismusbranche ist im Zuge der Coronakrise schwer unter Druck geraten – verursacht durch Reisebeschränkungen, Quarantänebestimmungen, Lockdowns und monatelang geschlossene Beherbergungsbetriebe. Die seit Wochen behördlich gesperrten Hotels und Restaurants dürfen frühestens am 07. Jänner wieder öffnen. Der Totalausfall der Wintervorsaison bis Neujahr lasse für das Gesamtjahr 2020 ein Nächtigungsminus von 36,5 % erwarten, so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Zum Jahresausklang fallen für Hotellerie und Gastronomie das Weihnachts- und das Silvestergeschäft im heurigen Coronajahr komplett aus. In der ersten Jahreshälfte vernichtete der erste Lockdown im März/April auch schon das Ostergeschäft - die Betriebe durften erst am Pfingstwochenende wieder aufsperren.

Die Buchungen ausländischer Touristen dürften heuer im Gesamtjahr mit einem Minus von 41 % gegenüber 2019 wesentlich drastischer einbrechen als jene der inländischen Urlauber mit einem Rückgang von 23 %. Das ergebe sich auf Basis der Nächtigungszahlen der Statistik Austria bis einschließlich Oktober sowie der OeNB-Prognose für November und Dezember, teilte die Nationalbank am Freitag mit.

Aktuell gehen die Zahlungskartenumsätze bei Urlaubern aus dem Inland um beinahe 90 % zurück, bei ausländischen Touristen um über 95 %, wie wöchentlichen Echtzeitdaten laut OeNB zeigen. In den Wochen bis Weihnachten wird nie sehr viel Umsatz gemacht. "Aber die Weihnachtswoche ist traditionell der Auftakt für die umsatzstärkste Zeit des Jahres", betonte die OeNB. Wegen der von der Regierung angekündigten Hotelschließungen bis über die Weihnachtsferien sei allein für den Monat Dezember ein Nächtigungsrückgang um 95 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 zu erwarten.

Der weitere Verlauf der Wintersaison 2020/21 sei "mit sehr hoher Unsicherheit behaftet". Die sieben umsatzstärksten Wochen des heimischen Tourismus fielen 2019 in den Zeitraum Anfang Jänner bis Mitte März. Die Woche mit dem höchsten Umsatz war die erste Jännerwoche. Die touristischen Möglichkeiten Anfang 2021 würden daher das Gesamtergebnis des Tourismusjahres 2021 wesentlich mitbestimmen.

Die vergangenen Herbstferien hätten den zunehmenden Umsatzausfall im Zuge der Coronavirus-Pandemie nur kurzfristig gelindert. Die Erlöse in den österreichischen Beherbergungsunternehmen sind den Daten von Zahlungsdiensteanbietern zufolge seit Mitte September gesunken. Dieser Rückgang ist laut Nationalbank "das Resultat steigender Neuinfektionszahlen sowohl in Österreich als auch in unseren Nachbarländern, die zunehmend zu Reisewarnungen wichtiger Herkunftsländer, vor allem Deutschlands, führten". Lediglich in der Kalenderwoche 44 (26. Oktober bis 01. November) seien die Ausgaben der Inländer im Vorjahresvergleich sogar leicht im Plus gelegen.

Durch die flächendeckende Sperre von Hotellerie und Gastronomie seit dem 02. November gehen die Ausgaben der Konsumenten in diesen Bereichen aber gegen null. Die geringfügig bessere Entwicklung im Vergleich zum ersten Lockdown im Frühjahr könnte laut OeNB durch die nun erlaubten Geschäftsreisen erklärt werden. Ab Mitte Dezember werden aber feiertagsbedingt voraussichtlich auch die Nächtigungen der Business-Reisenden zurückgehen.

Der Wintertourismus ist, gemessen am Umsatz, wichtiger als der Sommertourismus: Bei einer stetig steigenden Anzahl an verfügbaren Gästebetten verzeichnen die Beherbergungsunternehmen im Winter eine höhere Auslastung und die durchschnittlichen Ausgaben pro Person und Tag liegen im Winter um beinahe 20 % über jenen im Sommer. Winterurlaub ist einfach teurer - Unterkunft, Speisen und Getränke sowie die "Mobilität vor Ort", vor allem Liftkarten, sind mit höheren Kosten verbunden.

Mit der Verlängerung der behördlichen Schließung von Gastronomie und Hotellerie sowie den weiterhin aufrechten Reisewarnungen Deutschlands und Italiens gegenüber Österreich verschiebt sich der Start der für den heimischen Tourismus wichtigen Wintersaison heuer jedenfalls in das Jahr 2021. Wegen der hohen Bedeutung des Wintertourismus ergibt sich laut Nationalbank "ein wesentliches Risiko für die Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten".

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