Österreich

Corona dämpfte Sommertourismus deutlich

Die Coronavirus-Pandemie hat dem heimischen Tourismus heuer im Sommerhalbjahr wie erwartet einen gehörigen Dämpfer versetzt. Infolge von Reisewarnungen, Quarantäneauflagen und wochenlangen Hotelschließungen gingen die Buchungen im Zeitraum Mai bis Oktober gegenüber dem Vorjahr im landesweiten Schnitt um fast ein Drittel zurück, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht.

Je nach Bundesland bzw. Region gibt es aber große Unterschiede. Die Stadthotellerie in Wien hat es am härtesten getroffen – mit einem Nächtigungsminus von 80,9 %; Kärnten (minus 11,0 %), das Burgenland (minus 12,6 %) und die Steiermark (minus 13,3 %) am wenigsten.

In sämtlichen Bundesländern kamen weniger Buchungen aus dem Ausland herein. Die Urlauber aus Österreich fuhren vor allem nach Kärnten  – dort schnellte der Anteil der Inlandsbuchungen heuer sogar um 19,8 % in die Höhe. Leicht im Plus waren die Nächtigungen durch heimische Gäste auch in der Steiermark (plus 1,6 %), Salzburg (plus 1,5 %) und in Tirol (plus 1,0 %).

In Summe brachen die Nächtigungszahlen im Tourismus heuer im Sommer gegenüber dem Vorjahreszeitraum dennoch um 31,8 % auf 53,8 Mio. ein – deutlich mehr als die Hälfte davon (59 % - 31,6 Mio.) entfiel auf Urlauber aus dem Ausland, 22,2 Mio. stellten jene aus dem Inland. Die Buchungen der ausländischen Gäste sackte im Jahresabstand um 43,2 % ab, jene der inländischen um nur 4,7 %.

"Die Coronapandemie hat die touristische Sommersaison kräftig gebeutelt", stellte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas fest.

Besonders die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland seien aufgrund der coronabedingten Reisebeschränkungen regelrecht eingebrochen.

Die für den heimischen Tourismus so wichtigen, weil volumenstarken deutschen Nächtigungen verringerten sich heuer im Sommerhalbjahr um 25,7 % auf 21,9 Mio., stellten aber immer noch 70 % aller Buchungen aus dem Ausland (Vorjahr: 53 %).

Die Zahl der Gästeankünfte ging im Zeitraum Mai bis Oktober um 42,6 % auf 14,7 mio. zurück – bei den ausländischen Touristen waren es um 56,1 % weniger als im Vorjahreszeitraum, bei den inländischen um 14,9 %. Es kamen weniger Urlauber, dafür blieben sie länger: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast stieg um 0,6 auf 3,7 Nächte.

Seit Mitte März 2020 wurden aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie den Statistikern zufolge jeden Monat weniger Nächtigungen registriert als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Nach Nächtigungsrückgängen im Mai (- 89,7 %), Juni (- 58,4 %), Juli (- 17,04 %), August (- 10,9 %) und September (- 13,4 %) wurde auch im Oktober 2020, dem letzten Monat der touristischen Sommersaison, mit 4,34 Mio. Übernachtungen in den heimischen Beherbergungsbetrieben ein Rückgang von 49,2 % registriert. Vor allem die Nächtigungen ausländischer Gäste nahmen mit 66,7 % massiv ab, während die Rückgänge bei den Übernachtungen inländischer Gäste vergleichsweise gering ausfielen (minus 13,6 %). Bei den Nächtigungen deutscher Gäste wurde im September eine eher geringe Abnahme registriert (- 4,7 %), im Oktober 2020 betrug der Rückgang dann aber 67,2 %.

Seit Jahresanfang – in den Monaten Jänner bis Oktober – sind die Nächtigungen gegenüber dem noch coronafreien Vergleichszeitraum des Vorjahres um 29 % auf 96 Mio. gesunken. Die Buchungen aus dem Ausland verringerten sich um 34,4 % auf 65,7 Mio. Nächte, jene aus dem Inland um 13,7 % auf 30,3 Mio. Die Zahl der Urlauber verringerte sich um 38,7 % auf 24,7 Mio – 15 Mio. davon reisten aus dem Ausland an (- 46,2 %), 9,7 Mio. aus Österreich (- 21,9 %).

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