Österreich

CO2 seit 1990 mehr als verdoppelt

Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs sind seit dem Jahr 1990 um mehr als das Doppelte gestiegen und damit von allen Verkehrsträgern am stärksten, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Pro Personenkilometer verursacht der Flugverkehr doppelt so viele CO2-Emissionen wie Diesel- und Benzin-Pkw und sogar 31 Mal so viel CO2 wie die Bahn.

Der VCÖ weist darauf hin, dass ausgerechnet der Klimasünder Flugverkehr für seinen Treibstoff keine Mineralölsteuer bezahlt. Zusätzlich sind die Tickets für internationale Flüge im Gegensatz zu Bahntickets zur Gänze von der Umsatzsteuer befreit, schrieb der Verkehrsclub in einer Aussendung.

Mit dem zunehmenden Flugverkehr schießen seine Treibhausgas-Emissionen in die Höhe. Im Jahr 1990 verursachte der Flugverkehr 0,9 Mio. Tonnen, im Vorjahr waren es 2,3 Mio. Tonnen. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 1,5 Mio. Benzin Pkw, verdeutlicht der VCÖ. Während in Österreich die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs seit dem Jahr 1990 um 60 % zugenommen haben und jene des Straßengüterverkehrs (inklusive Klein-Transporter) um 91 % sind die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs um 155 % gestiegen, berichtet der VCÖ.

Im Vorjahr sind die CO2-Emissionen leicht von 2,4 auf 2,3 Mio. Tonnen CO2 gesunken, für heuer ist aufgrund der starken Zunahme des Flugverkehrs wieder mit einem Anstieg der klimaschädlichen Emissionen zu rechnen. In der EU haben sich die vom Flugverkehr verursachten Treibhausgas-Emissionen von 83 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf zuletzt rund 164 Mio. Tonnen fast verdoppelt, berichtet der VCÖ.

"Der Flugverkehr ist ein besonders großer Klimasünder", hielt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Laut Umweltbundesamt verursacht der Flugverkehr pro Personenkilometer mit 451 Gramm doppelt so viel CO2 wie Diesel- und Benzin-Pkw, rund acht Mal so viel wie ein Reisebus und sogar 31 Mal so viel CO2 wie die Bahn.

Im Vorjahr wurden rund 910 Mio. Liter Kerosin in Österreich getankt. Wird die Mineralölsteuer für Benzin als Grundlage genommen, dann betrug die Steuerbegünstigung rund 440 Mio. Euro, berechnete der VCÖ. Die Einnahmen aus der Flugticketabgabe deckten im Vorjahr mit rund 116 Mio. Euro nur einen Bruchteil des Steuerentgangs ab. Heuer werden die Einnahmen noch geringer sein, weil die Flugabgabe um die Hälfte gesenkt wurde. "So lange es auf EU-Ebene keine Mineralölsteuer auf Kerosin gibt, soll eine höhere Flugabgabe für mehr Gerechtigkeit sorgen", betonte Gansterer.

Zusätzlich sind Flugtickets – im Gegensatz zu grenzüberschreitenden Bahn-Fahrkarten – zur Gänze von der Umsatzsteuer befreit. Aus Sicht des VCÖ müssten die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen in der EU verbessert werden. Jede große Stadt in der EU sollte optimal mit schnellen Bahnverbindungen erreichbar sein. Damit könnten viele innereuropäische Kurzstrecken-Flüge verhindert und die Klimabilanz des europäischen Reiseverkehrs deutlich verbessert werden.

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